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benannt, weil er verfolgt einen tintenartigen Saft von sich gibt, der als Tusche gebraucht wird. Pintenkuli, m., verächtlicher Ausdruck für den journalistischen Lohnschreiber. 1891 von Harden gebraucht. Vgl. Ladendorf und Ifd W. 8, 22.
Tip, m.(—8, Pl.-s): Hinweis auf eine Gewinn- aussicht(im Börsenspiel, Pferderennen). In neurer Zeit aus glbd. engl. tip, eig.«Spitzen.
tipp, interj. meist mit tapp verbunden. Bei Mörike Ged. ¹1 63 kiνε tapp. Wohl von tippen. tipptopp, adv.: äußerst fein. In der neusten Zeit von Norddtschld. ausgehendes Modewort. Entl. aus glbd. engl. fiptop(tip«Spitzey u. fop «Spitze?, also«an der Spitze der Spitze»).
tippen, v.: rasch mit einer Spitze leicht be- rühren; das Glücksspiel Tippen, auch Zwicken oder Dreiblatt spielen(1810 bei Campe). In 1. Bed. 1557 bei Waldis Es. 1, 24, 32 dippen, b. Bürger 334 k. aus nd. fiypen, dem hochd. tupfen (s. d.) entsprechend.
Tirãde, f.(Pl.-n): langer hochtönender Worterguß. Im 18. Jh.(Zfd W. 8, 98) über glbd. frz. tirade f. aus ital. firata f. zu ital. firare «zieheny. Vgl. Campe 1801.
Tirailléur(spr. tiraljör), m.(-*s, Pl.-e): Plänkler. Das glbd. fr. firailleur m. von tirailler cplänkeln, einzelne Schüsse abgeben», von tirer «schießen». 1801 bei Campe.
tirilieren, v.: tirili pfeifen, singen. Nach- ahmung des Lerchenrufes. Im 17. Jh.
Tirõl, n.(Gen.“s): österreichisches Kron- land. Mhd. Tirol n., benannt nach Dorf u. Schloß Tirol, in ältester Form Teriolis, das illyrischen Ursprungs ist. 4L. Tiréler, m.: Bewohner von Tirol, Wein aus Tirol.
Tiroliénne, f.: Tanz im ¼ Takt, Ländler. Eig.«tirolischer Tanzy.
Tisch, m.(-Iels, Pl.-e): Platte auf einem Gestell od. Fuß, urspr. der Eßtisch; die Mahl- zeit(bei, nach T.). Mhd. tisch, auch tis, md. dis, ahd. fisc, disc; dazu asächs. diskc m., ndl. disch
Tisch», ags. disc m.«Schüssel, Tellers, engl.
dish«Schüssel, Trinkschale», anord. disker m. &Tellery, dän. diskx, früher«Schüssel, Eßtisch».
Aus gr. lat. discus m., gr. diccoc m.«Wurf-
scheibe, EßBplatte, Schüssel, Tellery. Die Be- deutungsentwicklung erklärt sich daraus, daß im Mittelalter jedem seine besondre Schüssel auf einem kleinen Tisch hereingetragen wurde (vgl. Tacitus Germ. 22 separatae singulis sedes et Sua cuique mensa). Der eig. deutsche Name ist Beute, s. d... 4 B L. tischen, v.: tafeln (veraltet, noch bei H. v. Kleist); sonst in auf-
kischen. Tischler, m.: Tischmacher;(jetzt) Schreiner; spätmhd. fischler; früher dafür auch Tischer, öfter bei Goethe, da frankfurtisch. Davon Tischleréi, f. ZUs. Tischrücken, n., spiritistisches Kunstwort, das 1853 mit der Sache, die von Amerika kam, bei uns auftritt. Tischtuch, n., mhd. tischtuoch. RA. das T. zerschneiden«das Verhältnis zwischen 2 Per- sonen auflösem. In den Fastnachtssp. d. 15. Jhs. 309, 16. Ein rechtssymbolischer Brauch, vgl. Grimm Rechtsaltert. 454.
Titän(e), m.(-en, Pl.-en): Himmelsstürmer. Zurückgehend auf die Sage von den gr. Titanen, die den Himmel stürmen wollten. Im 18. Jh. 4B2. titänisch, adj.: riesenhaft. Bei Goethe Br. 14. 11. 1782.
Titel, m.(—s, Pl. wie Sg.): Auf., Oberschrift; Dienstbezeichnung(bei Beamten) 1414; Ehren- bezeichnung; Rechtsgrund(im 16. Jh.). Mhd. tit t)el m., ahd. fitul) m., kitula, titala f. nur in d. 1. Bed. Aus lat. fitulus m.«Uberschrift, Ehrennamey. 43L. Titelehen, n.: kleiner Titel, b. Schiller 2, 19. Gew. aber für Tüttelchen, s. d. titeln, v., Voß Horaz' Sat. 1, 5, 67, jetzt nur noch in betiteln, spätmhd. Dafür jetzttitu- lieren, v., mhd. 1349 aus glbd. lat. fituldre.
titschen, v.: eintauchen, eintunken. Omd. u. nd. 1697 im Schelmuffsky 10. 1716 bei Lud- wig t. u. tütschen. Dazu 1664 bei Duez Titsche oder Tunke, 1675 b. Weise kl. Leute 280 Tütsche.
Tituskopf, m.: ein(besonders weiblicher) Kopf mit kurzem wirrem Lockenhaar. Die Haartracht kam 1791 in Frankreich nach dem Muster antiker Büsten auf, vgl. Zfd W. 7, 260.
Toast(spr. fοs⁴⁷¼), m.(es, Pl.-e): Trinkspruch. Bei Haller 319 Hirzel. Aus engl. toust«geröstete Brot- od. Semmelschnitte zu Teey, dann«Trink- spruch?, weil dem, der einen Trinkspruch aus- bringen sollte, ein Glas mit einer gerösteten Brotschnitte übergeben wurde. 4L. toasten, v., bei Goethe Faust 5292, 1797 bei Jean Paul Jubelsenior 211, 393.
Tobäk, volkstümlich Tõbak, früher häufig für Tabak, auch bei Goethe Faust 830. RA. Von anno Tobalc«aus alter Zeity. Schweiz.- schwäb.-els., auch preuß. u. sonst weit verbreitet. Herkunft dunkel, viell. scherzhaft für anno domini«im Jahre des Herrn.
Tobel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Waldschlucht. Mhd. fobel, ahd. fobel, tobil. Noch bayr.- öst.- schwäb.-schweiz. In neurer Zeit auch schrift- sprachlich. Wohl zu kief. Verw. lit. daubdâ f. «Bergschlucht», dauburis m.«von Bergen ein- geschloßne tiefe Stelley.


