Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1045-1046
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1045 Tiegel

Tinte 1046

n.«Fahrwasser, Flußy, auch ags. déop n.«Ab- grunds); barometrisches Minimum(in neurer Zeit). 4L. Tiefe, f.(Pl.-n), mhd. fiefe, tiufe f.(woraus Teufé, s. d.), auch fiefen(e), spätahd. tief f)i, tiufi n); dazu and. diupi f., got. diupei f. tiefen, v.: tief machen(noch bei Voß Luise 1, 315); in die Tiefe bringen, dafür jetzt teufen; sonst nur in Zss. Mhd. im 14. Jh. fiefen cteufenn, got. in gadiupjan«tief machen». ZUS. Tief- blick, m.: Scharfblick. Im 18. Jh. Tiefebene, f., erst im 19. Jh. Tiefsinn, m.: Gedanken- tiefe(1748 bei Klopstock Od. 1, 35 M.), mhd. der tiefe sin; Trübsinn(bei Lenz Ged. 59 Weinh.). Erst gebildet von tiefsinnig, schon im 16. Jh. in der Bed.«scharfsinnig, schlau», vgl. Gombert 3, 11. Davon Tiefsinnigkeit, f., 1678 bei Kramer.

Tiegel, m.(-*s, Pl. wieSg.): weites niedriges Gefäß zum Braten oder Schmelzen. Bei Luther ti(e)gel, mhd. tigel, tegel, ahd. fegel m. Dazu mnd. degel m.(woraus ndl. degel), anord. digull, schwed. degel, dän. digel. Ein echt germ. Wort, das wahrscheinl. zu Teig gehört, das aber durch lat. tégulaf.«Tiegeb(nach gr. rürfavovn.«Tiegel gebildet) in Form u. Bedeutung beeinflußt ist.

Tiek-, bayr. Tik-, auch Teakholz, n.: sehr festes Holz des ostindischen Tiekbaumes tec- tonia grandis. Über engl. tealc aus einer in- dischen Sprache.

Tiene, f.(Pl.-n): Holzgefäß, Zuber u. a. 1716 bei Ludwig Tine«eine offne Tonney. Aus glbd. nd.-mnd. fine f. Uber frz. tine f., ital. tina f., aus lat. ina«Weinkufe»(mlat. 1469 im voc. ex quo Zzuber»). Vgl. Walde.

Tier, n.(-els, Pl.-e): lebendes Geschöpf, bes. das unvernünftige. Früher Thier. Mhd. tier, ahd. fior n.«Tier»(bes. wildes); dazu and. meridior n. Meertier», ndl. dier n., afrs. diar n., ags. déõor n., engl. deer«Rotwildꝰ, anord. d;r n., schwed. djur, dän. dyr, got. dius n.(Dat. Pl. zam) Tiery. Wie lat. amimal n. cTiero zu einer Wa. an chauchen, leben», so stellt man T. zu abg. düchäi m. Atem)o, lit. dusti«aufkeuchen?, dvẽsti chauchenꝰ u. a. Dazu viell. noch lat. bestia f.-Tier?. Vgl. Walde. 4B10 tierisch, adj.: den Tieren eigen; unvernünftig, grobsinnlich, viehisch(1514 bei Keisersberg irr. Schaf 6b). ZUS. Tierarzt, m., 1801 bei Adelung(für Vieharzt aufgekommen). Tiergarten, m.: Park, Wildpark. Mhd. fiergarte m. T. hat in dieser Zss. noch die alte Bed.«wildes Tierꝰ. Tierkreis, m.: am Himmel, der Zodiakus. 1645 bei Zesen Ibr. 1, 386.

tifteln, s. tüfteln.

Tiger, m.(*, Pl. wiesg.): das Raubtier felis tigris. 1663 bei Schottel tiger. Mhd. nur tiger- tier, noch bei Schiller Handschuh, im 11./12. Jh. tigertier n.(Mone Anz. 7, 596, 638). Aus glbd. gr.Jat. tigris m. f., gr. xivpic m. f. u. dies aus dem Iran., awest. tigri-«Pfeily. Als Sinnbild des Grausamen vielfach übertragen in Zss. wie Tigerauge,-seele,-geist,-sinn. 4BL. tigern, v.: tigerartig bunt, fleckig machen. Bei Wie- land Am. 2,20. Davon Tigerpferd, n.: Zebra.

Tikholz, s. Tiekhole.[1716 bei Ludwig.

tilgen, v.: als Daseiendes aufhören machen. Mnd. filgen, tiligen, tiljen, tillen, ahd. filegõön; dazu andfrk. fardiligon, mnd. del(i)gen, delligen, diligen, ndl. delgen, ags. ã-dil(e)gian. Wahrsch. entl. aus glbd. lat. délére(trotz Idg. Forsch. 23,93). 4B L. Tilgung, f., ahd. filigunga, mnd. delginge, dann erst wieder 1691 bei Stieler.

Timber, m.(*J), auch(öst. nur, nicht bayr.) Timbre(spr. teber): Klang(farbe). Aus glbd. frz. timbre m. urspr.«Trommel'», von glbd. lat. ympanum n. Erst spät im 19. Jh.

Tingeltangel, m., auch n.(-S, Pl. wie Sg.): zweideutige Singspielballe. Seit Anfang d. 70 er Jahre d. 19. Jhs. wohl von Berlin ausgehend. Lautmalend von den Beckenschlägen. Vgl. Ladendorf

Tinktür, f.(Pl.-en): Furbung, farbig aus- gezogne Flüssigkeit(bei Paracelsus chir. Schr. 142² u. 1572 bei Rot); Auszug von Pflanzen- säften als Arznei(1703 bei Wächtler). Aus lat. tinctäãra f.«das Färben» zu tingere«färbenꝰ.

Tinte, f.(Pl.-/): Schreibflüssigkeit; Maler- farbe(erst im 18. Jh. aus ital. finta, s. u.). Mhd. in 1. Bed. im 12. Jh. kinte f. aus tincte, ahd. tincta, dincta f.«schwarze Schreibflüssigkeity. Aus mlat. fincta, eig. Fem. d. Part. Perf. Pass. tinctus zu tingere«frben», woraus ital. finta f.«Farbes. In dieser Bed. ist im 18. Jh. das t fest, während in der 1. Bed. bei Dasypodius, Alberus, Frisius, Maaler, Hulsius, Schönsleder, Kramer, Rädlein, Ludwig Dinte(n) steht. Bei Schottel findet sich Dinté u. Tinte, während Stieler T. bevorzugt u. Adelung dies allein will. Erst in der neuen Rechtschreibung durchgedrungen. DieBeugung ist urspr. schwach, Akk. Tinten, was im 16. bis 17. Jh. den Nom. Dinten, Tinten f. hervorruft; bei Aler ist Dinte(n) Mask. ZUS. Tinten- deutsch, n. schlechtes Deutsch. 1575im Garg. 126. Tintenfaß, n., spätmhd. kintenvag n.

gg 52 tynttenhorn n., mhd. finthopf 8 ältesten Tintenfässer von Horn wapfss