1041 Teufe
Theologe 1042
&Aschey, urspr. Gluty. 4. teuern, v.: (intr.) teuer werden(noch schweiz.); teuer machen(nur noch in Zss. über-, verteuern). Mhd. tiren, ahd. fiuran, asächs. diurian, ags. dyjran«verherrlicheny. Teu(e)rung, f.(Pl. -en), spätmhd. tiurunge f.(zunächst bestimm- ter Wert, Preis»).
Teufe, f.(Pl.-n):(bergm.) Richtung nach unten, Tiefe. Spätmhd. feufte, zu tief.
Teufel, m.(—s, Pl. wie Sg.): böser, verfüh- render Geist; Oberhaupt der bösen Geister; boshafter Mensch; Mensch überhaupt(inarmer, dummer T', erstres b. H. Sachs 5, 123, 6). Mhd. kiuvel, lievel, md. tüvel, dãvel, ahd. fiufal, diufal, türcbil, diubil, tiefal m.; dazu asächs. diubal, nd. düvel, ndl. duiuel, afrs. di(o)vel, ags. déofol, engl. devil, anord. diôfull, schwed. dj⅛σ /*νυο⁶, dän. dijdνel m., wohl durch got. Vermittlung, wo es in ge- lehrter Form diabaulus heißt, aus gr. didßokoc m. Verleumdery. Im Volksmunde in zahl- losen Ra. und mannigfach umgestaltet, so zu Deixel, Toiæl, Deitscher, Deuker u. a., auch ver- stärkt potz 100 tausend Teufel(1575 bei Fi- schart Garg. 381), vgl. Zfd W. 10, 154. Als Ver- neinung den T', schon mhd. den tiufel. 4B L. Teufeléi, f.(Pl.-en): Schändlichkeit. Bei Luther H. Worst 24, mnd. duvelie. Teufelin, f. (Pl.-en): bitterböses Weib. Mhd. tiuvelin(ne) f. teuflisch, adj., mhd. tiuvelisch, mnd. du- velsch. ZUS. Teufelsäbbiß, Pflanze, s. 45b 6. Teufelsdreck, m.: die Pflanze assa fetida. Bei Murner Luther. Narr 3079.
Text, m.(-es, Pl.-e): die Hauptworte einer Schrift im Gegensatz zu den Anmerkungen; Grundspruch einer Predigt, Rede. Spätmhd. kextm. Aus lat. fertus m.«Gewebe, Zusammen- hang, Zusammenhang der Rede, Worte eines Schriftstellerso, von lat. tegere«weben. RA. jem. den T lesen cihn mit Worten strafeny, von der letzten Bed. aus, schon b. H. Sachs 17, 176, 30.
Textil-, in Zss. wie Textilindustrie f., ist das lat. tetilis«gewebt, gewirkt» zu texere, s. Tect.
Theäter, n.(-s, Pl. wie Sg.): Schaubühne; Schauspielhaus. Noch 1773 im orth. Hand- buch theatrum aus glbd. lat. thedtrum, aber auch schon im 17. Jh. Th. nach frz. théätre m. Dazu theaträlisch, adj.:(eig.) zum Schau- spiel gehörig(1728 b. Sperander); schauspieler- mäßig(Ende des 18. Jhs.). Von lat. theãträlis adj. ctheatralisch». ZS. Theätercoup(spr. -kü) m.: überraschender Moment eines Schau- spiels, der ohne Zwangaus der Handlanghervor- geht, Theaterstreich. Seit dem 18. Jh. Schlag-
Weigand, Deutsches Wörterbuch.
5. Aufl. II. Bd.
wort, vgl. Ladendorf. Zgs. mit Coupm. Schlag, Streichy aus glbd. frz. coup m. von lat.-gr. cola- Phum n., gr. xõ*aqoc m.«Schlag, Ohrfeiges. Theäterprinzessin, f., 1775 bei Schubart (2fd W. 11, 129).
Thee, s. Tee.
Theismus, m.(Gen. wie Nom.): Gottes- glaube(ohne Glauben an die Offenbarung). Erst im 19. Jh. aus Atheismus gebildet. Theist, m. (ren, Pl.-en): Gottesgläubiger. 1801 b. Campe. Nach Athelst u. Deist gebildet.
Theke, f.: Ladentisch(westmd.); Schreib- heft(öst.). Aus gr. Jat. théca f., gr. 9uxn f. Be- hältnis, Kisten zu gr. rioevar(s. fun).
Thekla, Frauenname, ahd. T(h)ecla. Aus gr. OékxXd.
Thema, n.(-s, Pl.-men u.-ta): zur Aus- führung Gestelltes, Grundgedanke. 1521 bei Liliencron3, 369. Aus gr. lat. thema n., gr. 6cu n.«das Gesetzte, der Satzy zu ribévor(s. fun).
Theobald, Mannesname. Ahd. Diothald, 28s. mit ahd. diot«Volk»(s. deutsch) und bald «Kühn)y, S. Dald.
Theodolit, m.(els, Pl.-e): Meßwerkzeug für Ferne u. Höhe. Instrument u. Name zuerst in England bei Leonard Digges geometrical practise named Pantometria(London 1571, 21591). In Kap. 27 handelt er von the composition of the instrument called Theodelitus. Dagegen heißt dieses bei William Bourne treasure for travailers 1578 anfangs alydedag, dann athelida. Vgl. Poggendorf Annalen 133(1868), 349 f. Dieses aber ist entl. aus frz. alidade f. von glbd. arab. al-idãda«bewegliches Lineal zur Längen- messung». Wie jene Umformung zustande ge- kommen, ist unklar. Im Deutschen erst spät, weder bei Wolff im Math. Lex. ¹² noch 1777 bei Joh. Tobias Mayer Ausführlicher Unterricht zur praktischen Geometrie 1777, selbst nicht 1813 bei Campe.
Theodor, Mannesname. Aus gr. Oeödwpoc, 2zgs. aus Gec m.«Gotts u. dρο n. Geschenky.
Theokratie, f.(Pl.-/): Gottesherrschaft, Priesterreich. 1801 bei Campe. Aus gr. geo- xpœria f.«Gottesregierungs, zgs. aus Gec m. «Gott» u. einer Abl. von xpœreiv«herrschen».
Theolögſe), öst.-bayr. nur Theolög, m. (en, Pl.-en): Gottesgelehrter, Geistlicher(bei Luther S, 143 W. u. ö., Germ. 29, 396); Studieren- der der Theologie(b. Goethe 27, 49). Aus gr. lat. theologus m., gr. 9eoNdéToc«gottesgelehrt»(zgs. aus deòc m. Gotty u. XNorroc zu Aéreiv reden». Theologjie, f.(Pl.-n): Lehre von Gott. 1519 bei Liliencron 3, 323 Theologei. Aus gr.-lat.
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