Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1039-1040
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1039 Terrain

teuer 1040

Terräin(Spr.-), n.(s, Pl.-s): Gebiet, Gegend, Gelände. 1617 bei Wallhausen corp. milit. 210, aus glbd. frz. terrain m.(zu lat. terra f.«Land). Terrakötte, f.(Pl.-n), Terra- kötta, f.(Pl. s): Bildwerk aus gebranntem Ton. 1818 bei Campe terra cotta aus dem glbd. ital. ferra(Erde) cotta(lat. cocta«gekocht). Terrärium, n.(-s, Pl.-rien): Gläserner Be- hälter zum Halten von kleinen Landtieren. Von lat. terra«Land» gebildet als Gegenstück zu Agçuãrium n.«Behälter für Wassertieren(seit etwa 1852 kamen Wort u. Sache aus England herüber. Abgeleit. von lat. aqua f.«Wasser»). Terrässe, f.(Pl.-n): wagerecht abgeplattete Erderhöhungu. demähnliches. 1710 b. Nehring. Aus glbd. frz. terrasse f. von frz. terre f.(lat. terra f.)«Erde?. Schon mhd. ferraz, tarr)az m. n.«Wall, Bastei, Bollwerk, erhöhter freier Platz, Altan, Erker». Terrier, m.(-s, Pl. wie Sg.): engl. Hunderasse. Aus glbd. engl. kerrier, gekürzt aus terrier dog, 2gs. mit engl. terrier«Erd-y(aus vulgat. terrarium n.) u. dog Hund. Terrine, f.(Pl.-/):(urspr. irdene) Suppenschüssel. 1780 bei Göcking 2, 239. Aus glbd. frz. terrine f. von volkslat. terrina«aus Erde» zu lat. ferra f.«Erde». Territörium, n.(*s, Pl.-rien): Staatsgebiet. 1703 im Zeit.- Lex. Das glhd. lat. ferritôrium n. zu lat. terra f.«Land).

terrorisieren, v.: durch Schrecken verge- waltigen. 1813 bei Campe, von glbd. frz. terro- riser. Terrorismus, m.(Gen. wie Nom.): Schreckensherrschaft. 1799 b. Wieland 33, 381 Terrorism, 1801 bei Campe T. Nach frz. ferro- risme m., das zur Bezeichnung der Gewaltherr- schaft Robespierres(1793 1794) aufkam. Vgl. Ladendorf. Terrorist, m.(-en, Pl.-en): Schreckensmann. 1801 bei Campe nach frz. terroriste m. Alle abgel. von lat. terror m. Schrecken.

Tertia, f.(Pl.-tien): die dritte Klasse der höhern Schulen. Das glbd. lat. fertia«die dritte (nämlich) Klasse». 4L. Tertiäner, m. tertiär, adj.: die dritte Stelle in einer Reihe einnehmend, bes. im Erdaufbau. Im 19. Jh. aus glbd. frz. tertiaire von lat. tertiãrius zu tertius cdritter). Tertie, f.(Pl.-): ¶⅛0 Sekunde. Eig.«dritte Teilung». Aus lat. fertia, s. o. Terz, f.(Pl.-en): der dritte Ton vom Grund- ton(viell. schon mhd. ferz, vgl. Burdach Rein- mar 177); die dritte Stoß- u. Hiebart beim Fech- ten(1781 b. Jacobsson). Aus lat. fertia f., s. o. Terzerõl, n.(-Lels, Pl.-e): Taschenpistole. 1644 bei Harsdörffer Gespr. 4, 415. Aus glbd.

ital. terzeruõlo m. von ital. feræuölo m.«Männ- chen einer Falkenart» aus mlat. tertiolus«der Dritte». Erklärung unsicher, vgl. Suolahti 332. Uber Vögelnamen als Waffen vgl. Muskete. Terzétt, n.(-Lels, Pl.-e): dreistimmiges Mu- sikstück. 1780 b. Adelung. Aus glbd. ital. ter- 26tto m.(zu lat. tertius«dritter»). Terzine, f.(Pl.-n): aus 3 fünffüßigen jambischen Versen gebaute Strophe, die durch die Reimstellung mit andern gleichen Strophen verkettet ist. 1572 durch Paul Melissus bei uns eingeführt. Aus ital. ferzina f.Strophe von 3 Versens(zu lat. tertins«dritter»).

Tesching(spr.-schg), n.(Tels, Pl.-e u.-s): kleines Gewehr. 1834 bei Petri T'eschinen, ge- zogene Büchsenröhre von Teschen(in öskr. Schlesien).

Test, m.(-es, Pl.-e): Probiertiegel(mhd%.); Geschirr(öst. Testef.); Marmelade(bayr. öst.); dicker züher Schmutz(öst.). Spätmhd. test m. Topf, Tiegel, Kopf, Metallschlackey. Aus lat. kesla f. Geschirr, woraus frz. téte«Kopfy.

Testamént, n.(-Tels, Pl.-e): urkundlicher letzter Wille; Buch des alten, des neuen Bundes; Bund. Bei Luther«Vermächtnis, Bundy, 1482 im voc. theut. gg 4°«letzter Willey, spätmhd.- md. festament(e) n. aus lat. testãmentum n. cletz- ter Willey, dann kirchl.jeder der beiden Bibel- teiley. 4L. testamentärisch, adj.: letzt- willig. 1818 bei Campe. Testätor, m.(Pl. -en): Erblasser(diese Verdeutschung wird 1801 von Campe verteidigt). 1703 bei Wächtler. Von glbd. lat. festdtor m., abgel. von lat. festari chezeugen, dartun, seinen letzten Willen kund- tun»; daraus testieren, v.: bezeugen, seinen letzten Willen kundtun(beides 1571 pei Rot). Nachweis von 1515 Germ. 28, 404.

Tete, f.(Pl.-n): Spitze des Truppenkörpers. 1728 bei Apinus. Aus frz. téte f. Kopfꝰ von lat. testa, s. Test. Tete-a-tete(spr. fät-atãt): Zu- sammenkunft unter vier Augen. 1728 bei Api- nus. Das glbd. frz. téte-d-téte f.

Teuchel, m., auch f.: Wasserleitungsröhre. Obd. sehr verbreitet. Mhd. fiuchelm. f. Röhrey. Dunkler Herkunft. Vgl. Schwäb. WB.

teuer, adj.(Komp. feulelrer, Sup. teuerste): hohen Werthabend, hochgeschätzt; vielgeltend. Früher theuer, bei Luther keior, mhd. fiurle), md. fãr), ahd. tiuri, diuri; dazu asächs. diuri, ndl. daur, dier, afrs. diore, ags. dyre, déore, engl. dear, anord. dyrr, schwed.-dän. dyr. Das Adv. lautet mhd. tiur(e), ahd. fiuro, ags. déore. Her- kunft dunkel. Viell. zu der Wz.*dheghw deuch- ten(s. Tag), formell entsprechend gr. réopa f.