Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1035-1036
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1035 Teiding

Tempel 1036

Fischteich». Eins mit Deich. Urgerm.*Kök, wohl ausdignä- u. daher zu Teig(s. d.) od. zu gr. ricoc n. stehendes Wasser, Sumpf, Teichy.

Teiding, n., im 17. Jh. veraltet, aber noch bei Luther(Hiob 35, 16; Jer. 23, 32; Hes. 22,28) «leeres Gerede». Mhd. teidinc n. m., ahd. taga- ding«Verhandlungy, eig.«Verhandlunganeinem Tage», asächs. dagething«Frists, s. Ding u. vgl. Narrenteiding u. verteidigen. ZUS. Teidings- leute, Pl.: Schiedsmänner, richter. Bei Luther 2. Mos. 21, 22, u. 1450 in Städtechron. 2, 235, 21.

Teifün, s. Taifun.

teig, adj.: überreif, mohl(vom Obst); un- ausgebacken. Eig.«weich wie Teigy u. daher zu diesem. Mhd.-ahd. teig, mnd. deech, anord. deigr«weich»(vom Metall), dän. deig«wund, schmerzend, empfindlich»(von den Zähnep). Noch md. u. obd. weit verbreitet.

Teig, m.(-Le]ls, Pl.-e): aus Mehl geknetete weiche Masse. Mhd. teic m., ahd. teig m.; dazu mnd. deech m., ndl. deeg n., ags. dah, däg(m.?), engl. dough, anord. deig n., schwed. deg, dän. dei(g), got. daigs m. Dazu got. deigan«kneten, in Lehm formeny. Verw. mit lat. fingere«bil- denꝰ?, figãra f.«Gestalt, osk. feshüss«Mauern', gr. reixocn., roixoc m.«Mauer»(= Teig), thrak. dioc, dica«Burgy, arm. déz«Haufe?, aruss. dé⁊ο f.«Teigmuldey, awest. daszajeiti chäuft», pairi-daëzd-«Umfriedigung», gr.-pers. nopd- deicoc m.(s. Paradies), aind. déhl f.«Aufwurf, Damm, Wall. Mit Umstellung dazu auch wohl abg. zidati«bauen⸗. Vgl. Walde.

Teil, öst.-bayr. nur m., n.(els, Pl.-e): Stück eines Ganzen. Früher Theil. Mhd.-ahd. teil n. m.; dazu asächs. dél m., nd.-ndl. deel, afrs. dél m., ags. doεâ², dãl m., engl. deal,(entl. dän. del), got. dails m., daila f. Dazu abg. läũ m. Teilp, viell. aus dem Germ. entl. Das Verhältnis zu aind. dd́¹jaté«zerteilty, gr. doiouo«teile, nehme An- teil, lit. dals m.«Teil⸗ u. a. ist unklar. 43L. teilen, v., mhd. feilen«zerstücken, ein-, aus- teileny, ahd. teilan; dazu asächs. délian zaustei- lem, ndl. deelen, afrs. déla, ags. dcœælan, engl. deal, anord. deila, schwed. dela, dän. dele, got. daian. Entspr. abg. déliti. Teiler, m., mhd. teiler «einer, der teilto, als Obersetzung von lat. divisor im 16. Jh. bei A. Riese Rechenb. B 3 b u. 1571 b. Rot. teils, adv., mhd. eines keiles, Gen. von Teil; die Doppelung teils keils im 17. Jh. In der ältern Sprache steht teils im Sinne von einiges. Teilung, f., mhd.-md. feilzenge f., ahd. teilunga f. ZUS.(mit teilen): teilbar, adj., 1691 bei Stieler; md. feilbére«zu teilend»;(mit Teil): Teilhaber, m.: Kompagnon. 1716 b. Ludwig.

teilhaft(ig), adj., mhd. teilhaft(ic), teilheftic. Teilnahme, f., erst Ende d. 18. Jhs., das ältre Teilnehmung verdrängend; davon teilnahm- los, adj., bei Campe 1810 aus Herder. teil- nehmen, v., mhd. teil nemen. teilweise, adv., auch adj., Ende des 18. Jhs.

Teint(spr. tg) m.(‧I, Pl.-s): Gesichts-, Haut- farbe. 1791 b. Roth. Bei Herder S. 1,37 Ntr. Aus glbd. frz. feint m.(zu lat. tingere«färben).

Telegrämm, n.(-ſels, Pl.-e): Drahtnach- richt. Nach Weigand im Herbst 1857 bei uns aufgenommen, aus fræ. félégramme m., von engl. kelegram(durch E. P. Smith von Rochester am 6.4. 1852 vorgeschlagen). Gebildet aus gr. sNe sfern? u. gr. lat. gramma n., s. Gramm. Tele- gräph, m.(-en, Pl.-en): Fernschreiber(1801 bei Campe verdeutscht). Aus glbd. frz. 1élé- graphe m., wie Miot 1792 den von den Brüdern Chappe erfundnen optischen Telegraphen be- nannte. Dazu Telegrâphenschlüssel, m.: System, um vermittelst gewisser Worte ganze Sätze auszudrücken. Telegraphie, f., 1801 b. Campe«Fernschreibekunsts. telegräphisch, adj., b. Matthison Schr. 6, 55. Zgs. mit Ableitun- gen von gr. Todceiv«schreiben». Telephön, n. (-Lels, Pl.-e): Fernsprecher. 1860 von Reis er- funden, aber erst in den 70 er Jahren verbreitet. Zgs. mit gr. riNe, s. o. u. wi f.«Stimmey. Telesköp, n.(Jels, Pl.-e): Fernrohr. 1779 b. Goethe Br. 4, 110. Aus dem von Galilei stam- menden nlat. felescopium n.(gr. rTüXe, s. o. u. einer Abl. von ckoseiv«sehen»). In lat. Form noch 1728 bei Sperander.

Telle, Delle, f.(Pl.-n): leichte Vertiefung, Beule. Früher auch Dälle. In md. u. nd. Ma. weit verbreitet. 1642 bei Duez dell(e), 1561 bei Maaler ftäle«kleines Talo, mhd. fellef.«Schluchto:; dazu ags. dell n. m.«Schlucht, Talꝰ, engl. dell. Eine Abl. von Tal, s. d. Mit anderm Abl. anord. dc f., schwed. däld«kleines Tal», dän. däl(e) «Vertiefung in der Hauts.

Teller, m.(*s, Pl. wie Sg.): scheibenartiges Speisegerät. Mhd. seit dem 14. Jh. fel(l)er, del- ler, tälir, taller, teiler, telle n., noch bayr. öst.- schwäb. Ntr. Aus ital. tagliere, tagliero m. Küchenhackbrett» von kaglidre«schneiden. ZUS. Tellereisen, n.: eiserne Raubtierfalle. 1763 b. Heppe. Tellerfleisch, n.: noch nicht gar gesottnes Rindfleisch als Gabelfrühstück. Bayr. öst. Tellerlecker, m.: Schmarotzer, Schmeichler. Bei Luther6, 109J. Tellertuch, n.: Serviette. 1691 bei Stieler.

Tempel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Gotteshaus; einem T. ähnliches Gebäude. Mhd. tempel n. m.,