Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1031-1032
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1031 Taumel

tausend 1032

töchte), tuchte pei Luther 4. Mos. 1, 26, das Part. getocht bei Schottel u. Stieler(bei diesem neben getauchet), der Inf. tügen bei Luther Ps. 141, 2, b. Schottel(neben taugen), b. Stieler im Sprach- schatz(neben fögen, taugen), aber in der Sprach- kunst nur taugen, 1716 b. Ludwig tügen, taugen u. noch 1748 vereinzelt tügen bei Brockes 9,598. Die heutigen Formen dagegen zeigen sich schon im Mhd., im 13. Jh. ich touge, im 12. Jh. ez kagt, im 13. Jh. ez fouget, Prät. zu Anfang des 14. Jhs. tougete. 4BL. tauglich, adj., im 16. Jh., dafür im 15.17. Jh. faugenlich, tüglich. ZUS. Taugenichts, m.(Gen. wie Nom., öst.-Ses, Pl.-Se), 1691 b. Stieler; früher dafür Taugenicht, noch 1722 bei Freyer, 1741 bei Frisch u. bei Klamer Schmidt, 1663 bei Schupp 341 Tüge- nichts. Wohl Zss. aus kaug xer taugt» u. nichts.

Taumel, m.(-s): das Taumeln; Zustand desselben, Erregtheit. Erst 1678 bei Kramer; 1711 bei Rädlein Taummtel«Schwindely. Von taumeln, v.: im Schwindelm wanken. Bei Luther Jes. 28, 1, 7 daumeln. Md. tämelin, mhd. tumeln ctaumelny, ahd. 7᷑ιlön«sich im Kreise drehen, aufbrausen, aufwallen»(ahd. gl. 2, 644), von ahd. füůmön, mhd. fümen«kreisen, sich im Kreise bewegeny. Ital. fomare, afrz. tumer«fal- lem sollen aus dem Germ. stammen. Falls echt, germ. viell. zu lat. fümus m.«Rauch, Dampf u. dessen Sippe, vgl. Walde. Dazu tummeln. 4 BL. taumſe)lig, adj., 1678 bei Kramer faumelich. ZUS. Taumellolch, m.: der betäubende Lolch, lolium temulentum, 1796 bei Nemnich.

Tauner, m.(-s, Pl. wie Sg.): Tagelöhner. Noch schweiz. Aus glbd. spätmhd. fagezbaner, wener,-Woner m. zu tagewan m. CPagwerk, Ar- beit um Taglohn», in dem wan zu(ge)zwinnen gehört.

Taunus, m.(Gen. wie Nom.): ein Gebirge nordwestlich von Frankfurt a. M. Im Volks- mund die Höhe(daher Homharg, Rodheim, Fauerbach vor der Höhe, letztres schon 1295 Furbach vor den khoin, Baur Arnsb. Urk. 189, 359). T. geht durchgelehrte Vermittlung auf die rõmische Uberlieferung zurück(Tacitus Annal. 1, 56; 12,28; Mela 3, 3, 3) u. entspricht dem kelt. dünum in Lugdänum, s. Zaun.

Tausch, m.(6es, Pl.-e): Hingebung gegen andres. 1541 bei Frisius 650²2; 1512 b. Murner Narrenb. 8, 53 kusch, 1454 im Elsaß tauschbrief m. Tauschurkunde»(Weist. 4, 164). Mhd.-mnd. küsch m. nur«Spaß, Gespött, Schelmereiy. Die Bedeutungsentwicklung ist viell. dadurch be- dingt, daß T. von Taschenspielerkunststücken gebraucht wurde. Viell. verw. mit Tusch, tuschen

(8. d.). tauschen, v., 1540 bei Alberus dict. r 3a ich tausch, 1541 bei Frisius 650 tauschen, 1454 in Weist. 4, 164 vertauschen, 1477 clev. tuxg- schen, ndl. tuischen. Mhd. tüschen bed. tüsch (E. o.) ctreibeny». Das Wort ist wohl nd., fehlt jedenfalls dem Obd. 4B. Tauscher, m., 1561 bei Maaler. ZUS. Tauschhandel, m.: Handel durch Tausch. 1716 bei Ludwig.

täuschen, v.: machen, daß man Schein für Wahres nimmt. Bei Luther teuschen, mhd. tiu- schen, tüschen, mnd. tüschen Gespött mit jem., Schelmerei, heimliches Wesen, heimlichen Trug treiben», also eins mit tauschen(s. d.), in der heutigen Bed. erst im 15. Jh. 4 L. Täuscher, m., mhd. kiuschœre, tiuscher m.«(heimlicher) Betrüger», 1477 clev. tuescher, 1469 mrhein. im voc. ex quo tisser«(durchtriebner) Gauklerꝰ, Iinnd. fãscher m. Betrüger». Täuschung, f., bei Diefenbach gl. 599 tuschange.

tauschieren, v.: Metall in Metall einlegen. Erst in neurer Zeit von ital. fausia f.«Tauschier- arbeity gebildet u. dies aus arab. fausija«ver- zieren?.

tausend, Zahlwort, mbd. tüsunt, tüsent, kasint, md. auch désent, ahd. dusant, thüsunt, düsint, tüsent(f. n.); dazu asächs. thüsundig, ndl. duizend, afrs. Uhãsend, däsent, ags. Püsend (n.), engl. thousand, anord. Fĩsund(f.) l2002, schwed. tusen(de), dän. tusen, tusinde, got. Pu- sundi f. Dazu glbd. abg. tεst f., lit. füstantis f., lett. tãcstõts, von denen unsicher ist, ob sie entl. od. urverw. sind. Jedenfalls gehört t. zu aind. favãs«stark», fννια f.«Krafty u. bedeutet Mengey. Anord. Füshund, Püshundrap beruht aufvolkstümlicher Anlehnung an hundert. Vgl. Idg. Forsch. 18, 121. Subst. Tausend, m., nur in(ei) der I.,(seit dem 18. Jh.), steht wohl für Tuusendünstler(anders Zfd W. 10, 154) und meint den Teufel. Tausend, n.(*, Pl.-e), wie schon ahd. fhüsunt n. 4BL. Tausender, m., 1780 bei Adelung. tausenderlei, adv., 1615 bei Albertinus Gusm. 378, nach handerterlei, im 14. Jh. md. fäsintleige. tausendste, m., mhd. kusentste. ZUS. tausendfach, adj., 1691 bei Stieler. tausendfältig, adj., von älterm tausendfalt, mhd. fãsendvalt. Tausendfuß, m.: Assel, millepeda, 1796 bei Nemnich. Tau- sendgüldenkraut, n.: die Pflanze centaurea. Im 15. Jh. Wohl so benannt wegen der ihm beigelegten Heilkraft. Vgl. noch ZfdU. 13, 60. Tausendkünstler, m.: Gankler, Zaubrer, eig. wer tausend Künste kann, urspr. der Teufel, im 16. Jh.(Gombert 3, 9). Dafür bei Luther 3, 384 tausentkünstner u. 1482 in Frankfurt a. M.