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* Tau, n.(Lels, Pl.-e): Schiffsseil. 1517 bei Trochus Q4 teus, bei Fleming 103 Thaup. Aus dem Nd., mnd. fouve, toꝛον, tau n. jegliches Ge- rät od. Werkzeug; Schiffsgerät, Tau, Seil⸗; dazu ndl. foναυ) n.-Taup, afrs. lauνο, toοο.«Gerät, Tauy, ags. geateve, f. pl. neben getãwe n.«Rü- stung, Gewand, Zierrat», anord. tõ n.«ungerei- nigte Wolle od. Lein, Zwirnstoff u. a., die zu got. taujan«machen, tun⸗ gehören. Daneben steht dän. foug, tob, schwed. fg, anord. tog n. Tauo, die zur Wz. ziehen zu stellen sind.
taub, adj.: empfindungslos(vgl. betãuben); gehaltlos(faubes Ei); gehörlos. Mhd. toεα⁵ρ☚̈), ahd. toub«stumpfsinnig, unempfindlich, un- sinnig); dazu andfrk. douf, mnd. dõPf, ags. déaf, anord. daufr, got. daufs(«taub, verstockt»). Dazu toben u. mit Nasal damm. Verw. mit gr. ruαᷓ́c blind. 43L. täuben, v.: taub machen(1792 bei Kloppstock Od. 2, 77 M., Uhland), sonst nur in betäuchen. Mhd. fouben, tõiben«empfindungslos, kraftlos machen, ver- nichten». Taubheit, f., mhd. toupheit. ZU8. Taubnessel, f., die Pflanze lamium album, bei Diefenb. gl. 3502 marrubium. taubstumm, adj., 1810 bei Campe, früher taub und stumm.
Taube, f. Pl.-n): der Vogel columba. Mhd. kübe, ahd. tba, duba f.; dazu asächs. dãba, nd. dãve, ndl. duif, engl. dove, anord. dãfa f., schwed. dus fua, dän. due«raubes, got. hraiwadio f., eig. Leichentaubey. Herkunft dunkel. Vgl. Suo- lahti 208. Dafür got. ahales, ags. culufre(aus mlat. columbula entl.). 4 L. Tauber, öst. nur so, Täuber, m.(*s, Pl. wie Sg.): Tauben- männchen. Mhd.(im 14. Jh.) ber(mnd. dõver) u. kiuber. Das Suffix ist noch dunkel, vgl. Suo- lahti 210. Das Wort ist eig. nd.-md. Davon Täuberich, m., wie Gänserich, Enterich ge- bildet, im 17. Jh. entlehnt aus mnd. dwerich. 2ZUS. Taubenhaus, n., im 15. Jh. fauhenhaaws.
Taubenschlag, m.: Taubenhaus, eig.«das
mit einer Klappe versehene Loch des Eingangs dazu». Bei H. Sachs 9, 537, 10.
tauchen, v.:(tr.) unter die Oberfläche einer Flüssigkeit bringen;(intr.) unter diese gehen. Mhd. md. Mchen, schwach, stark in betochen cmit Flüssigkeit bedeckto, ahd. intähhan(stark 3. Pl. Prät. intahhaun, Part. fertochen, und schwach); dazu mnd. diükcen(Prät. 7dok), ndl. duilen, engl. duck; dazu ducken. Obd. dafür kunken. Herkunft dunkel. 4B L. Taucher, m.: Wasservogel. Mhd. fächœre, tächer m., ahd. tähhäri; dazu and. ducari(Ahd. Gl. 1, 355, 11), ndl. duizer, frs. dölcer(ags. dice f., engl. duck Ente»). Im Sinne von«tauchender Mensch»
1571 b. Frischlin nomencl. 463 teucher, nd. düker im Brem. Wb. Dazu Taucherglocke, f.: glockenförmiger Apparat, in dem sich die Tau- cher ins Meer lassen. Die älteste Nachricht dar- über ist vom Jahre 1538(Jacobsson 7, 520).
¹tauen, v., s. 1Tau.
2tauen, v.: schmelzen(vom Eis od. Schnee). Früher thauen, 1691 bei Stieler t., im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 332 do*eνen, dauhen, mhd. fouwen, ahd. douwan, dõôan; dazu mnd. douzen, dauen, dõjen, ndl. dooijen, ags. Hazwian, engl. thars, anord. Hegja, schwed. töa, dän. töõ. Dazu ver- dauen. Verw. mit oss. thajun ctauen, abg. fajati schmelzen, sich auflöseny, gr. rükeiv«schmel- zen, sich verzehren.
Taufe, f.(Pl.-n): die heilige Handlung des Untertauchens od. der Begießung, Besprengung mit Wasser. Mhd.-md. tou*(e) f., ahd. touf †)a f., daneben fou* †)i(n) n. f., dazu asächs. dõpi f., got. daupeins f. Von taufen, v.: das Sakra- ment der Taufe vollziehen; einen Namen geben (mhd.); wässern(Wein, Bier), im 16. Jh. Mhd. toufen, teufen, ahd. foufan, doufan; dazu asächs. dönjan, nd. döpen, ndl. doopen, got. daupjan ctaufen», aber ags. dppan nur ceintauchen. Eig. Bewirkungswort zu tief, wie blenden zu blind, eig.«untertauchen⸗, im Got. die Uber- setzung des gr. ßamrigerv taufen» zu Bürnrerv ctauchen, u. viell. von den Goten zuden übrigen Germanen gekommen, wofür spricht, daß die Angelsachsen ficlzwian«taufens, fulwiht«Taufe, sagen. Vgl. Btr. 35, 124. Vgl. Teufe, teufen. 4B. Täufer, m., bei Luther teuffer, mhd. touſœre, toufer, ahd. toufl f)ari, asächs. dõperi m. Täufling, m., bei Luther keufpling m., ndl. doopeling m. f. ZUS. mit Taufe: Taufname, m., mnd. foufname. Taufpate, m., 1664 bei Duez Taufpath. Taufstein, m., spätmhd.
taugen, v.: wozu geeignet sein. Urspr. ein Präteritopräsens, mhd. fugen, tügen(Präs. touc, kagen, tügen, Konj. füge, Prät. föhle, Konj. fhte, selt. fohte), ahd. Präs. fouc, tugum, Prät. tohta nur unpers.; dazu asächs. Präs. dôg, dugun, Konj. dugi, ndd. dögen, ndl. deugen, afrs. dugan (Präs. dach), ags. dugan(Präs. déag, dugon, Konj. dyge, duge), anord.-schwed. schwach duga, dän. dae, got. daaug«es taugte. Verw. mit lit. daãg Viely, russ. daν) stark», gr. rö;n f.«Lufall». Dazu tüchtig, Tugend, s. d. Die urspr. Flexion hält sich in einzelnen Formen bis ins 18. Jh., 3. Sg. taug noch bei Luther, Opitz, Fleming, Gryphius, Lohenstein, der Pl. tugen bei Luther, Logau, Fleming, Gryphius, das Prät. fochte bei Stieler(neben taugete), bei Schottel(Konj.
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