Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1027-1028
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1027 Taste

Tau 1028

bei Stieler tatse), und dies von arab. fäsa «Napf, Trinkschaley.

Taste, f.(Pl.-n): Griffsteg zum Anschlagen der Saite, bes. beim Klavier. 1784 b. Jacobsson. Früher dafür Klavis«Schlüssel». Aus glbd. ital. fasto m., meist Pl. tasti, von ital. tfastäre ctasten». tasten, v.: unsicher berührend fühlen, prüfend zu-, pefühlen. Nichtobd. Mhd. tasten, md. fasten, dasten, aus glbd. afrz. taster (ufrz. fãter), ital. lastare. Die Herleitung von mlat.*taritäãre(zu lat. taæũre«befühlen, scharf anrühren») ist unsicher. 4 L. Taster, m.: Werkzeug zum Tasten, Messen, Greifeirkel (1757 bei Egger).

Tat, f.(Pl.-en): das Tun; das Getane. Früher Thal. Mhd. tät f.(Pl. tœte), ahd. tãt f.(Pl. tãti); dazu as. dãd, ndl. daad, afrs. dédde f., ags. dο⁴ f., engl. deed«Tato, anord. dãdf.(gute Eigenschaft), schwed. dad, dän. daad, got. déds f.(in gadéds f. Taty usw.) Idg. Verbalabstraktum zur Wa. *dhé, s. fun. Verw. abg.-deti in blagodeti f.«Wol- taty. Im Ablaut dazu gr. Gécic f.«das Setzen, Stellenv, aind.-Ahitig f. 4L. taten, v., nur in raten und faten, 1523 bei Diefenb.-Wülcker. Täter, m., im 15. Jh., mhd. in Zss.; davon Täterschaft, f., erst 1846 belegt. tätig, adj.: arbeitsam, fleißig. 1561 b. Maaler. Mhd. œic, ahd.-tälig nur in Zss.; davon Tätigkeit, f., 1691 bei Stieler; im Sinne von Tätlichkeit Nachweis von 1618 bei Gomberts, 10. tätlich, adj.: durch Taten sich vollziehend; handgreif- lich. 1523 bei Diefenb.-Wülcker. Mnd. ddtlih; davon Tätlichkeit, f., 1691 bei Stieler; bei Logau, Schottel u. noch 1711 b. Rädlein«Tätig- keit». ZUS. Tathandlung, f.: eine verwirk- lichte Handlung; Gewalttat. Im 17. Jh. Tat- kraft, f., im 18. Jh. als Verdeutschung von Energie aufgekommen, vgl. Heynatz 2, 467; da- von tatkräftig, adj.: energisch. Tatsache, f., Verdeutschung von lat. res facti, nach Heynatz 2, 467 zuerst von J. J. Spalding 1756 gebraucht (vgl. auch Lessing 11, 645) u. sehr bald einge- pürgert; davon tatsächlich, b. Heynatz 2, 467.

Tatär, m.(-en, Pl.-en): Name eines den Türken verwandten Volksstammes. Spätmhd. Tat(t)er, That(t)er m., 1472 auch Tarter, bei Luther 2. Makk. 4, 47 Tatter, vom türk.-pers. tãtaͤr, tatãr, tatar. Die Form mitr soll auf einen Witz Ludwigs d. Heiligen zurückgehen, der sie mit den bösen Geistern des Tartarus ver- glich. Die Form täter hält sich nd. als fäter m. Zigeuners, mnd.(1417) kater, karter, dän. fader, schwed. fattare. 1499 in Städtechron. 11, 603

tatter. 4BL. Tataréi, f.: Land der Tataren,

1482 im voc. theut. gg 3° Tadtereg. tatärisch, adj., 1488 in Städtechron. 11, 545, 9. ZUS. Ta- tärennachricht, f. unverbürgte u. unglaub- liche Nachricht. Angeblich die von einem Ta- taren überbrachte Nachricht vom Fall Sebasto-

Tate, s. Tatte.[pols(1855).

tätowieren, v.: den Körper mit Punkten u. Bildern bedecken. 1791 b. Roth tatto(w)iren, aus glbd. frz. fatouer über engl. tattou von tahi- tisch tatau«zeichen, Schrift, Malereiv.

Tatsche, f.(Pl.-n): Hand. 1540 b. Alberus diet. r Tatsch«Hand), Il 32 tattsch«Vorder- fuß des Büreny. Aus Tatze.

tätscheln, v.: mit wiederholtem leisen Schlag berühren. 1541 b. Frisius 624 2 fütschlen, 1499 im Terent. Deutsch 47 b kdschtlen. Von tatschen, bayr. tätschen, v.:(leicht) mit einem Klatschlaut aufschlagen. Mhd. fetschen «mit klatschendem Aufschlagen von Händen u. Füßen im Wasser sich bewegeny. Wohl laut- nachahmend wie klatschen, patschen, plätscheln.

Tat(t)e, m.(-n, Pl.-/): Vater(in der Kin- dersprache). In den Ma. weit verbreitet. Laut- nachahmend. Ebenso lat. fata m., gr. räãrα, vérro usw. Vgl. Walde.

Tatterich, m.(-els: Zitterkrankheit. Preuf., hess., schwäb. und sonst. Neuerdings viell. durch die Studentensprache allgemein ge- worden. Eig. wohl das subst. tatterig«zitterndy, von tattern, v., auch dattern: schnell u. albern schwatzen(bei H. Sachs 17, 379, 12 Lesa., bei Diefenb. gl. 320 b lateren«latine loqui?); stot- tern, zittern. Wohl lautnachahmend, vęl. fat- tern von dem Gänsegeschrei 1595 bei Rollen- hagen Froschm. A 5.

Tattersall, öst. auch Tattesall, m.(-s, Pl.-S): Pferdebörse. Der Name nach dem engl. Trainer Tattersall, der 1777 den ersten T. in London gründete.

Tatze, f.(Pl.-n): Fuß des Bären u. andrer Raubtiere; breite, grobe Hand. In beiden Bedd. mhd. fatze f. Dunkler Herkunft.

Tau, m.(els): in Wassertropfen nieder- schlagender Dunst. Früher Thau. Bei Luther K(h)avο, mhd. toun., md. auch m., ahd. fou n.(Gen. wes); dazu and. milidou n. Meltau», ndl. dauu m., afrs. daννο m., ags. déι m., engl. deab, anord. dõgg f., schwed. dagg f., din. dug. Wohl zu aind. dhãvaté crennt, fließt, gr. 8éeiv laufem. 4 B. tauen, v.:(als) T. ansetzen. Bei Luther fhawwen, mhd. fouben, ahd. foαιαοπ dazu afrs. dauwa, ags. déẽawwian, engl. deuv, anord. dõãggva. Taupunkt, m.: Temperatur, bei der es zu tauen beginnt. Bei Humboldt Kosmos.