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Tapir, m.(Jels, Pl.-e): brasilianisches Wasserschwein. Aus dem Brasil.
Tapisserie, f.(Pl.-n): Stickerei, Stickerei- geschäft. Aus fr. fapisserie f.«Stickereiy(zu tapisser«sticken?, tapis«Teppich), s. d.). Im 19. Jh. Schon im 15. Jh. dapisserey«Tapete?, wofür dann meist tapezerei, 1543 bei H. Sachs 1, 438 dapetzerey.
Tappe, f.(Pl.-n): breiter, weicher Tierfuß; Spur eines solchen. Bei Goethe 39, 347 verhoch- deutscht Tapfe. Bei Luther und Dietenberger 3. Mos. 11, 27 T., 1538 Herr Colum. 842 Dope, noch els. 1ρñ Mhd. füpe f.«Pfote, Tatze?, m. «Tapsy. Dunkler Herkunft. 4L. tappen, v.: plump auftreten, tasten. Bei Luther W. 8, 357. Im 15. Jh. betappen betappem davon tappeln, v., das Wiederholungswort, beim j. Goethe 3, 508; b. Keisersberg bilg. 35 d dappeln u. so noch mundartl. Ins Prz. entl. faper. täppisch, adj.: plump, mhd. tœpisch.
Taps, m.(-Ses, Pl.-se): täppischer Mensch. 1810 bei Campe; Anfang d. 18. Jhs. b. Neukirch 6, 242, 243 Hans Taps. Von tapsen, v.: unge- schickt, plump auftreten. Bei Burmann Fab. 3. Im 17. Jh. bei Gryphius Horr. 53 thapsen«fas- sen». Davon täpsig, adj., beim j. Goethe 3, 190.
Tara, f.: Abgang, Gewicht der Verpackung, Hülle. Zschr. f. d. ges. Staatswissenschaft 37, 836 Beleg von 1489. Aus ital. fara f.«Abzugs- rechnungy, von arab. farha«Wegwurf».
Taräntel, f.(Pl.-n): giftige Erdspinne in Unteritalien bei Tarent. 1676 bei Butschky Path. 576(413) Tarantul, im Register Tarantel. Aus glbd. ital. tarantola f.(nach der Stadt Tarent benannt).— Tarantélla, f.(Pl.[bayr.]-tellen, u. s): ital. Volkstanz. Gleichsam Tarantel- tanz»(vgl. die RA. wie von der Tarantel ge- stochen). 1700 bei Castelli Turantell.
Tarif, m.(Lels, Pl.-e): Warenverzeichnis mit Taxe, Preisverzeichnis. 1703 im Zeit.-Lex.; b. Wächtler Tarriff, 1527 Inventur der Fugger (Strieder) 98 ein tarifa taffel. UÜber glbd. frz. karif m. von ital. tariſfa f. von arab. tarif Kundmachungy.
Tarlatan, m.(-s, Pl.-e): leichter dünner Stoff. Aus glbd. frz. tarlatane f. Dunkler Her- kunft. 1784 bei Jacobsson Tarletent.
Tarnkappe, f., aus mhd. tarnxappe f. un- sichtbar machender Mantels(vgl. Kappe). Zgs. mit ahd. tarni«heimlich», asächs. derni, afrs. dern, ags. dyrne cheimlichy.
Tarõck, bayr. Tarök, n.(Lels): das Sieben- königsspiel mit 78 Karten. 1780 bei Adelung. Aus glbd. ital. farocco m.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Tarrasmauer, f.: Teichmauer. Zgs. mit Tarras, s. Traß.
Tartäne, f.(Pl.-n): Kleines einmastiges Schiff. 1678 bei Kramer, aus glbd. ital. span. kartäna f.(frz. tartane f.), wohl von arab. farida &Schnellschiffy.
Tartär, s. Tatar. Tartüffel, s. Kartoffel.
Tartsche, f.(Pl.-n): kleiner lünglicher lederner Schild. Mhd. fartsche f., md. farsche f. aus afrz. tare, span. farja f., ital. fargaf., mlat. karg(i)a f., urspr.«großer den ganzen Körper deckender Schild», entl. aus anord. farga f. «kurzer Schild», s. Zarge.
Tartüff, m.(Jels, Pl.-e,[bayr. nur] s): Heuchler. Nach der Titelrolle des gleichnami- gen Stücks von Molière.
Tasche, f.(Pl.-/): breiter, beutelartiger Tragbehälter im od. am Kleid, zum An- u. Um- hängen, namentlich auch Geldbehälter. Mund- artl. auch Täsche. Mhd. fasche, fesche f., ahd. kasca, dasca. Ebenso ital. fasca. Herkunft dun- kel. Kaum richtig AfdA. 23, 157.— 2 Tasche, f.:(verächtlich für) Weibsperson, namentl. in Klapper-, Plapper-, Plaudertasche. Schon bei Wolkenstein 46, 3 kasch, eins mit dem vorigen. Die Bedenutungsvermittlung liegt in der im 15. Jh. auftretenden Bed.«weibliche Scham. ZUS. Täschelkraut, n.: die Pflanze thlapsi bursa pastoris. Bei Diefenb. gl. 85 ², 1556 bei Bock 79aff. Der Name von der Ahnlichkeit der Samenhülse mit dem Täschlein eines Hirten. Taschenausgabe, f.: Ausgabe eines Buches in Taschenformat. Bei Hauff 4, 403(Stuttg. 1884). Taschenbuch, n.: Almanach. Bei Schiller(Räuber) 2, 41. Taschendieb, m., 1810 b. Campe. Taschenformat, n.: kleines Buchformat(für die Tasche). Bei Gottsched. Taschengeld, n.: Wochen-, Monatsgeld. Bei Gellert 3, 234. Taschenkrebs, m., 1727 bei Hübner. Benannt nach der taschenförmigen Gestalt. Taschenmesser, n., im 14. Jh. Ta- schenspieler, m., 1643 bei Harsdörffer 3, 141. Nach aus der Tasche spielen, weil der Künstler aus der Tasche Gegenstände hervorbringt und darin verschwinden läßt. Taschentuch, n.: Schnupf., Sacktuch. Erst im 19. Jh. Taschen- uhr, f., im 18. Jh.
Täschner, öst. nur Taschner, m.(-e, Pl. wie Sg.): Taschenmacher. Im 14./15. Jh. tasch(e)ner.
Tasse, f.(Pl.-/): kleines Trinkgefäß für Kaffee, Tee usw. 1561 bei Maaler tassen, 1663 b. Schottel 1429 Taßen m.«Trinkbechers. Aus frz. tasse f.,(ital. tazza, woher bayr. fatze, 1691
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