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tandem, von lat. tandem«endlich», das im mit- telalterlichen Universitätslatein die Bed.«in der Länge» annahm.
Tang, m.(-Lels, Pl.-e): Art Seegras. 1780 b. Adelung. Aus dem Skand., dän. ftang, schwed. tang; dazu anord. Hang n., mnd. dankt.
Tangel, f.(Pl.-n): Tannennadel. 1741 bei Frisch. Wohl aus dem Nd., viell. zu mnd. fanger «beibend, bissig», das zu Zange gehört.
Tangénte, f.(Pl.-n): Linie, die den Kreis an einem Punkt berührt. Aus glbd. frz. tan- gente f., von lat. tangens«berührend?, Part. Präs. zu tangere-berührem. 1755 bei Egger 7', aber 1716 bei Wolff Tangens m., u. noch 1768 Tangent m.
Tank, m.(-Lels, Pl.-e): großer Behälter für Plüssigkeiten. 1784 bei Jacobsson. Aus glbd. engl. tankc, das aus port. tanque(von lat. stag- mam n.«Sumpfy, s. stagnieren) stammt.
Tann, m.(Lels, Pl.-e): Forst, Wald. Mhd. kan m. n.(Gen.-Anes), ahd. nur in fanesil m. Wald-, wilder Esel»; dazu mnd. dan m. Dazu Tanne, f.(Pl.-n): der Baum abies. Mhd. tanne, ahd. fanna f. Tanne⸗; dazu andl. dennia f. Tanne?, ndl. denne f., den m. Tanne. Ins Frz. entl. fan m.«Lohe»(wovon tanner«ger- ben) u. daraus bret. taun«Eiche, Lohe». Viell. zu aind. dhänva n.«Bogen». Vgl. Hoops Wald- bäume 115. Dazu wohl auch Tenne, s. d., nach Lidén Stud. 33 zu air. dinn, dind«Hügel, Höhe». 4 BL. tannen, adj., 1716 bei Ludwig tannen, tännin, bei Luther tennen, mhd. fenn'n, tennen. Tannicht(bayr. auch Tannich), n., 1429 bei Diefenb. nov. gl. 2922 tannach. ZUS. (mit kannen): Tannenbaum, m., älternhd. tannebaum, noch volkstümlich, md. danneböm, mhd. aber fanboum. Tannzapfen, 1482 im voc. theut. gg 3² tanntzapff.
Tannin, n.(-Lels): Gerbstoff. Von frz. tan- ner«gerben»(S. Tanne) in der Sprache der Chemie gebildet.
Tante, f.(Pl.-n): Mutter- od. Vatersschwe- ster; vielfach Anrede an ältere Frauen von seiten der Kinder. Meine I., deine T', ein Ha- zardspiel, früher Landsknecht genannt, weil bei den Landsknechten beliebt. Im 17. Jh.(1703 bei Wächtler) aus glbd. frz. fante f. In der Kin- dersprache für ante aus lat. amita f.«Vaters- schwestery.
Tantes, Dantes, Pl., bayr. auch Tantus, m.: Spiel-, Rechenpfennig. 1710 bei Nehring Tantes. Noch bayr.-öst. Aus span. fantos«Spiel- marken», dem Pl. von tanto m.«eine bestimmte Zahl, Menge», von lat. fantus«so groß, so vielꝰ.
Tantiéme, öst. Tantième, f.(Pl.-n): Ge- winnanteil. 1813 bei Campe. Aus glbd. frz. kantiéme f. von tant«so vieb(lat. tantus«so viel), also der sovielte Teily.
Tanz, m.(-es, Pl. Tünze): nach Kunst und Zeitmaß geordnete Fortbewegung des Körpers; Krieg, Kampf, Streit(schon 1386 bei Liliencron 1, 138, 62). Mhd.(seit dem 12. Jh.) lanz m., mnd. dans, danz m., anord. dans. Aus glbd. fr. danse f., ital. danza f.—tanzen, v., mhd. fanzen, mnd. dansen, tanzen, aus frz. danser, ital. danzãre, das aus ahd. dansön«ziehen» stammt(zu ahd. dinsan, s. aufgedunsen). Urspr. galten für tan- zen andre Ausdrücke: ahd. salzön, ags. sealtian, aus lat. saltãre, got. laikan, s. unter Laich, plins- pan(von abg. plęsati ctanzen»?) u. a. Das t unsrer Sippe statt d erklärt Kluge durch Ver- hochdeutschung eines ndl. dansen. 4BL. tän- zeln, v., im 16. Jh. Tänzer, m., mhd. fenzer, lanzer m. ZUS. Tanzboden, m., 1575 im Garg. 110 Dantzboden. Tanzmeister, m., 1537 bei Dasypodius Danæmeyster«choragus». Tanz- stunde, f., 1691 bei Stieler.
tapern, v.: sich ungeschickt benehmen. Nordd. Zu tappen(s. d.). 4.3L. tap(e)rig, adj., bei Holtey Lammf. 3, 20.
Tapét, n.(Jels, Pl.-e):(veralt.) Teppich, Decke;(dann nach der Decke) Tisch eines Be- ratungszimmers, daher die RA. etwas aufs T. bringen«auftischen, zur Sprache bringen», 1703 im Zeit.-Lex.; T. n. 1574 b. Olinger Gramm. 55. Aus lat. tapstem n.«Teppich»(s. d.). Schon mhd. fep(p)it, tep(p)et m. n. usw.— Tapéte, f.:(aufgeklebte) Wandbekleidung, meist aus Papier. 1469 im mrhein. voc ex quo; 1477 clev. kapijte, aus mlat. tapéta, dem Pl. d. vorigen.— Tapezier,(öst. nur) Tapezierer, m.(-o, Pl. wie Sg.), erstres 1779 bei Goethe Br. 2, 148, letztres 1678 b. Kramer. Von tapezieren, v.: mit Tapeten bekleiden, b. F. Platter 309 B. vom J. 1557 kapeßiert, aus glbd. ital. tappezzdre, frz. kapisser(zu lat. tapétum, s. Tapet). S. Tapisserie.
Tapfe, s. Tappe.
tapfer, adj.: furchtlos u. fest ausdauernd. Bis ins 18. Jh. auch dapfer. Mhd. tapfer, dapfer «gewichtig, fest, gedrungen», ahd. tapfar«ge- wichtig». Dazu mnd. dapper«schwer, gewich- tig, furchtlos, ausdauerndy, ndl. dapper«tapfers, engl. dapper æflink, gewandt, sauber», anord. dappr«traurigꝰ, eig.«beschwert». Verw. mit abg. dobri«schön, guts, lat. faber«Handwerkery, vgl. Walde. 4BL. Tapferkeit, f., im 15. Jh.
Tapiöka, f.: feines Mehl aus der Maniok- wurzel, westindischer Sago. Aus dem Brasil.


