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geschick, nach Matth. 25, 15— 28, 1616 b. Aber- tinus Landstörzer 176 ihr von Gott empfangenes T. verrechnen, 1598 b. Ringwaldt Laut. Wahrh. 212 sein T. mit Wucher mehren. Dieselbe Bedeutungsentwicklung auch in frz. talent m., das dann auf das deutsche Wort ein- wirkte. Aus lat. talentum n., gr. rAovrov n. cGewicht, Geldsumme». ZOS. taléntvoll, adj., Goethe 28, 139.
Taler, m.(—e, Pl. wie Sg.): Silbermünze ver- schiednen Wertes; preußischer Taler= 3 M. Eig. Joachimstaler«Gulden aus Joachimstal in Böhmeny, wo sie 1519 geprägt wurden. 1540 b. Alberus dict. JJ 42 kaler, Jochimstaler, ebenso b. H. Sachs. Vgl. Germ. 28, 405. Aus d. Deutsch. entl. ital. fallero m., ndl. daalder, engl. dollar.
Talg, m.(-Lels): Tierfett. 1542 bei Luther in seiner Hausrechnung Talck, noch im 18. Jh. Talk, Talch. Aus dem Ndd., mnd. tal(i)ch n.; dazu ndl. falk f., ags. fœlg, telg m.«Farbe», engl. tallouw, schwed.-dän. talg, dän. auch tälle; dazu ablaut. isl. fO*⁹ς, norw. dial. 10%«Talgy. Viell. zu got. fulgus«fest, standhaft⸗, wie gr. créap n.(s. Stearin), eig. Festgewordnes bed. 4 BL. tal- gicht, talgig, adj., 1691 bei Stieler talkicht. ZUS. Talgdrüse, f.: kleine Fett absondernde Hautdrüse. 1796 bei Nemnich.
Talisman, m.(-Lels, Pl.-e): geheimes Zau- bermittel. 1646 b. Harsdörffer Gespr. 6,3. Aus frz.-span. tfalisman m. Zauberspiegel, ring, Sild, zauberisches Schutzmittel», von arab. fil- samdun, gleich filsam Zauberbild», das auf byzant. é«EcHo, Pl. reécuoran.«Verrichtungen zauberischer Weihe» zurückgeht.
Talje, f.(Pl.-n): Schiffswinde, Flaschenzug. Seemänn. 1794 b. Jacobsson Taalie. Aus glbd. ndl. talje von ital. taglia f.«Flaschenzugy, des- selben Ursprungs wie Taille(s. d.).
¹ Talk, m.(Jels, Pl.-e): fettige Steinart. Im 16. Jh. b. Agricola Bergwerk, übers. von Bechius Talck. Aus glbd. frz. falc m. von arab. talg.
²2Talk, m.(-els, Pl.-e): ungeschickter dum- mer Mensch. Bayr. öst. Zu mhd. tallce m. ckleb- rige Masse», also eig. cunausgebacken». 4L. talkicht, adj.: unausgebacken, albern. Süd- ostd. schles., meist dalket geschrieben.
Talmi, eig. Talmigold n.: mit Gold plat- tierte Kupferlegierung, benannt nach dem Er- finder, dem Pariser Fabrikanten Tallois, seit den 90 er Jahren d. 19. Jhs. Schlagwort für alles Unechte. Vgl. Ladendorf.
Talmud, m.(Jels): Satzungsbuch der Ju- den. Mhd. dalmut, talmut, md. auch dalmot, aus rabbin. falmãd«mündliche Lehre, Unterricht
von hebr. lamad«erziehen, lehren». Talmu- dist, m., 1706 bei Ludwig Talmudiste.
Talön(spr.-), m.(*s, Pl.-s): Kartenrest (beim Geben, 1801 bei Campe); Zinsleiste an Wertpapieren, Erneuerungsschein. 1755 bei Egger Kehlleiste». Aus frz. talon m., eig. Fersey, dann«Stamm, Rest von Dinger, abgel. von lat. tãlus m.«Fersey.
Tamarinde, f.(Pl.-/n): ostindischer Sauer- dattelbaum und dessen Frucht. 1574 bei Ryff Spiegel d. Ges. 153 b. Aus ital.-span. tamarindo m. u. dies von arab. famr hindi«indische(hind?) Dattel(tamr).
Tamariske, f.(Pl.-/): der strauchartige Baum tamarix. 1521 tamarise f., 1538 b. Herr Columella 209 à hamarisce, schon mhd. fäãmris. Aus lat. tamariscus f., tamaris f.
Tambour,(spr.-bäür), m.(*J, Pl.-e): Trom- melschläger. Im 30 jährigen Krieg aus glbd. frz. tambour m. Vgl. Gombert 3, 8. Mhd. aber tambürer m. von mhd. tambur(e), tanbär, tübür, tamber m. f.«Handtrommelꝰ aus frz. tambour, afrz. fabour m., wohl entl. aus arab. fabl, vgl. Taburett. ZUS. Tambourmajor, m.: Führer der Tambourée.
Tamburin(bayr. auch mit ou), n.(-els, Pl.-e): Handtrommel; Stickrahmen. Schon mhd. fambarin n. aus frz. tambourin m., Dim. zu kambour(s. o.).
Tamtam, n.(-s, Pl.-s): die indische, tür- kische Blechpauke. Aus glbd. frz. kam-tam m. Lautnachahmend. Bei Immermann Münch- hausen 1, 91. Jetzt s. v. w.«Lärm, Reklamey».
Tand, m.(-Lels): gehalt-, wertloses Treiben; wertloser Gegenstand, Kinderspielzeug(schon mnd. fant von Näirenberch). Mhd. fant m.(Gen. -tes,-des)«leeres Geschwätz, Tand, Possen. Schon von Frisch zu lat. tantum so viebgestellt. Vgl. span. fanto«Kaufpreis, Spielgeld unter Tantes. Also ein Wort der Kaufmannssprache. Vgl. Gant. Davon tändeln, v. Zeitvergendend, spielend sich beschäftigen. 1605 bei Albertinus Lustg. 210 2 dentelen; clev. 1477 kantelen«mit Worten streiten» zu ahd. fantarön«faseln ist viell. ein andres Wort. Dazu Tändeléi, f., 1691 bei Stieler. Mhd. einmal tenterie f. 4BL. Tändler, m.(-s, Pl. wie Sg.), 1602 bei Kirch- hoff Wendunm. 1, 367, aber spätmhd. fendler Trödler». ZUS. Tändelmarkt, m.: Trödel- markt. Im 15. Jh. Tändelschürze, f.: Zier- schürze. 1700 bei Castelli Tändelschürzlein.
Tandem, n.(-s, Pl.-s): leichter Wagen mit 2 Pferden hintereinander bespannt; Fahrrad mit 2 Sitzen hintereinander. Aus glbd. engl.


