Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1019-1020
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1019 Tagner

Talent 1020

dag, afrs. d(c)i, dach, ags. däg, engl. day, anord. dagr, got. dags m. Dazu mit Abl. got. ahtau- dõgs cachttũgigy, ags. döõgor m. n., anord. doægr n. Verw. mit lit. dägas m., dagâ f.«Ernte», apreuß. dagis Sommer;, aind. nidãghäs m.«Hitze, Som- mer» zu aind. dãhati cbrennty. Daneben aind. ãhar, ãhan-, ãhasn.«Tagsohned. 4BL.tagen, v.: Tag werden. Mhd. tagen, ahd. fagén; dazu mnd.-ndl. dagen, ags. dagian, anord. daga, dän. dages rag werdem. Die Bed.«verhandelmwvon Tag«Verhandlungs(noch in Reichstag usw.) ist erst wieder durch Schiller Tell 2, 2 verbreitet worden. Eig. schweiz.(im 14. Jh.). Davon Tagung, f., bei Diefenb. gl. 439c. tägig, adj., nur in Zss. wie ein-, 2w⁰eitägig, mhd.-tegec,-tegie, ahd. tagig. tüglich, mhd. tegelich, früher auch

tagelich, ahd. taga-, tago-, tagelich. ZUS. 1. mit

Tag: Tag(e)bau, m.:(bergm. 1859) Abbau von der Oberfläche der Erde. Tageblatt, n., von Campe 1813 für Journal vorgeschlagen. Tage- buch, n., 1642 bei Duez Tagbuch für Journal. Tag(e)dieb, m.: der dem lieben Gott die Tage stiehlt. 1691 bei Stieler. Tagfahrt, f.: be- stimmter Tag, an dem man vor Gericht zu er-

scheinen hat, anberaumte Gerichtsverhandlung,

also eig.«Fahrt zu einem(Gerichts)tages, s. o. kagen. Noch schweiz.-bayr. Im 17. Jh., mhd. tagevart f.«Tagereises. Tagegelder, Pl., von Wieland(Don Sylvio 2, 6, 1) für Diäten ge- braucht. tagelang, adv., 1691 b. Stieler; mhd.

kage-, tülanc«von jetzt an den Tag über».

Tage-,(öst. nur) Taglohn m. n., mhd. fag(e)- lön, ahd. taga-, kagelön m. n.; davon Tage- löhner, m., im 15. Jh. Tagereise, f., mhd.

bis 1848 die oberste Behörde. 1487 in Städte- chron. 11, 492, 134. Tagewerk, n.:(bayr.-öst. auch) ein Flächenmaß(0,3407 Hektar), Morgen; mhd. tag(e)ewerc, ahd. tagewerch; dazu asächs. dagꝛwerlt, ags. däãgeore n. 2. mit Tages: Tages- ordnung, f., nach frz. ordre du jour, Ende des 18. Jhs. Tageszeit, f.: Zeit des Tages(Goethe Faust 2741); gewisse Zeit des Tages. Im 18. Jh. Dafür mhd. fag(e)ait f.

Tagner, m.: Tagelöhner. 1810 bei Campe als veraltet. Wohl aus Tagwaner, s. Tauner.

Taifün, m.(Gen. wie Nom. u.-els, Pl.-e): heftiger Wirbelwindim chines. Meer. Im 19. Jh. aus chines. Tai-fung.

Taille(spr. tälje), f.(Pl.-): Wuchs, der Einschnitt im Körper über den Hüften; Klei- dungsstück für den Oberkörper der Frauen; Gewinn od. Verlust im Pharo zeigendes Ab-

ziehen der Karten. Im 17. Jh. aus glbd. frz. taille f. von tailler«nach einer Form schneiden (zu lat. fälea f. abgeschnittnes Stück»).

Takel, n.(, Pl. wie Sg.): Hißtau am Schiffs- mast, Flaschenzug. 1590 b. Ringwalt Eck. k 6 ³ Tackel. Aus der nd. Seemannssprache. Mnd. kakel n.«jede Ausrüstung, bes. Schiffsausrü- stungs; daher noch nordd. Takelm.«Gerümpelo, s. u. Takelzeug. Dazu ndl. fakel m., engl. fackle, entl. dän.-schwed. falckcel. Herkunft dunkel. 4BL. Takelâge(spr.-laze), f. Tau- u. Segel- werk. 1794 b. Jacobsson Tackela(h)sche. Ebenso ndl. takelasje, talelage f., schwed. takeelage, dän. kakelas. takeln, v., 1594 bei Chyträus Kap. 34. Namentl. in der Zss. auftakeln, hier auch refl. übertr.«sich unfein putzen». 1807 bei Campe. ZUS. Takelzeug, n.: minderwertiger Zierat u. dgl., 1683 bei Wiederhold Tagoleeug.

Takt, m.: feines Gefühl für das Schickliche (im 18. Jh.); Zeit-, Tonmaß(1572 b. Rot). Aus glbd. frz. fact m., von lat. tactus m.«Berührunge, 80 1572 b. Rot u. noch b. Goethe 42,2, 197. ZU08. taktfest, adj.: im Takt fest(bei Jacobsson); (dann) sicher in einer Sache(Goethe natw. Sch. 4, 83);(negiert) nicht recht gesund(nordd.). taktlos, adj.: unfein; taktvoll, adj.; beide erst im 19. Jh.

Taktik, f.(Pl.-en): Wissenschaft von der Führung u. Verwendung der Truppen. 1727 b. Sperander Tactica, Tactigue, aus glbd. frz. tac- kigue, mlat. factica f., von gr. raxriwin(nämlich rexvn) f.«Kunst d. Aufstellens»(rärvterv). 4 L. Taktiker, m., 1768 b. Lessing 8, 48. taktisch,

adj., 1794 bei Jacobsson 7,508. tagereise, mnd. dachreise f. Tagsatzung, f.: ständische Versammlung, bes. in der Schweiz

Tal, n.(-els, Pl. Täler, dichterisch auch Tale): Einsenkung zwischen Höhen. Früher Thal, b. Luther Tal. Mhd. tal n.(Pl. teler), md. auch m. und so noch bis ins 17. Jh.), ahd. fal n., selt. m.(Pl. fal, telir); dazu asächs.-ndl.-schwed.- dän.-got. dal n., afrs. del, ags. n., anord. dalr m.; dazu noch Telle(s. d.). Verw. mit abg. dold m. Grube, Vertiefung», gr. 66Xoc m.«Kuppel- pauv». ZUS. Talsperre, f.: Versperrung eines Tales zur Aufstauung des Wassers. Aus der neusten Zeit. Talvogt, m.: ein über ein Tal gesetzter Vogt(schweiz.);(bildl.) ins Talziehen- der Nebel, bei Schiller Tell 1, 1.

Talär, m.(ſels, Pl.-e): bis zu den Knöcheln reichendes weites Feier-, Amtskleid. Im 16. Jh. (1572 b. Rot) aus ital. talare von lat. fãlãris cbis zu den Knöcheln gehendv.

Talént, n.(-Lels, Pl.-e): bestimmtes Ge- wicht, Geldsumme(ein attisches T.= 4320 M.) (im 16. Jh.);(dann im 17. Jh.) Naturgabe, Kunst-