Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1017-1018
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1017 Tabatiere

Tag 1018

Castelli), nochim bayr. Gebirge 2 Pfeiffol krinlchn Reff. 1691 bei Stieler Tablet; md.(Anfang des

(Schmeller 1,668), bei Schupp u. Moscherosch Toback sauffen; T. kauen(schon um 1650); T. schnupfen. Letztres beides kam auf, weil man dem Kraut eine heilsame Wirkung über alle Kräuter zuschrieb. RA. das ist starker T', 8. V. w. estarby. ZUS. Tabakskollégium, n.: Vereinigung zum Zweck des Tabakrauchens, im 17. Jh. aufgekommen, Zfd W. 3, 333 Nachweis von 1685. Vgl. Ladendorf.

Tabatiére, öst. Tabatière, f.(Pl.-n): Schnupftabakdose. 1727 bei Sperander faba- quière. Aus frz. tabatière f., älter tabaguiere f., von tabac.

Tabélle, f.(Pl.-/): Übersichtstafel, über- sichtlich geordnetes Verzeichnis. 1663 b. Schupp 423 aus lat. tabella f. ckleine Tafel, von lat. tabula f.«Tafely. Schon einmal ahd. bei Notker als kabella f. entl. tabellärisch, adj., nach lat. kabelläãrius. 1801 bei Campe.

Tabernäkel, n., auch m.(-S, Pl. wie Sg.): Stiftsnütte der Juden; das Sakramentshäus- chen; Heiligennische. Mhd. tabernakel n. chei- liges Zelto aus lat. fabernãculum n.«elt, Schau- hütte des Augurs», von taberna f.(S. Taberne).

Tabérne, f.(Pl.-n): Schenke, Trink-, Zech- haus; Meßbude. Mhd. tabern(e) f., gew. ta- vern(e), taferne f., ahd. taverna, tavirna, and. tauerna«Schenkey. Aus lat. tabernaf.«Bretter- hütte, Bude, Laden, Schenke». Aus lat. ad tres Tabernas der Stadtname Zabern.

Tableäu(spr.-blö), n.(I4, Pl.-,[öst. auch] -bleauæ): Gemälde; Ubersicht; volkstümlich sagt man T', namentlich bei eintretender plötz- licher Uberraschung, bei deralles starr ist. 1791 bei Roth.

Table d'höte(spr. tabeldöt), f.: die gemein- schaftliche Gasthaustafel. Im 18. Jh. aus glbd. frz. table d'hõte«Tafel des Gastes».

Tablétt, n.(-Lels, Pl.-e): kleines Brett, zum Draufstellen von Geschirr usw. 1727 bei Sperander und noch 1834 bei Petri nur in der Bed. Schreibtafel». 1794 bei Jacobsson Ta- blette«Brett an der Wand, um etwas darauf zu stellen?. Aus frz. tablette f.«Wachstafel zum Schreibem zu lat. labula f.«Tafely. Eben daraus in jüngrer Zeit Tablétte, f.(Pl.-n): kleines flaches Arzneitäfelchen. Tabulatür, f.(Pl. -en): Inbegriff der technischen Regeln des Mei- stergesanges; Stimmenübersicht, Partiturtafel; strengste Ordnung u. Regelmäßigkeit. Im 16. Jh. in 1. Bed. aus einem nlat. fabulatãra f., von lat. kabula f.«Tafel». Tabulétt, n.(-Lels, Pl. -e): leichter Bretterkasten mit Schubfächern,

14. Jhs.) fabuléte f. Bezeichnung des Planeten- laufes auf einer Tafel»; dazu mnd. tafelitte f. Aus ital. favolettaf.«Tischchem(von lat. tabula f.«Tafely. ZUS. Tabuléttkrümer, m.: wan- dernder, die Warenin einem T tragender Klein- händler, 1703 bei Wächtler Tabletkrämer.

Taburétt, n.(-Lels, Pl.-e): niedriger Sessel ohne Lehne. 1727 b. Sperander Tabouret. Das glbd. frz. tabouret m. von tabour, der ältern Form von tambour, s. Tambar.

Tadel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Verweis, Rüge. Bei Luther Ta(d)del«Makel», mhd. fadel m. n. (zuerst im Parzival). Nicht echt obd., u. daher wohl ndd. Form für hochd.-mhd. zadel, ahd. za- dal m.«Mangel, Hungerleiden»; dazu ags. 70² f. Tadel, Verleumdung, Spott»(Btr. 30, 75). 4L. tadelig, s. untadelig. tadeln, v., bei Luther, 1427 im Sinne vonceinen Makel zufügen. ZU0S. tadelfrei, adj., erst im 19. Jh. tadelhaft, adj., spätmhd. tadelhaft. tadellos, adj., 1646 bei Weckerlin 2, 179 F. Tadelsucht, f., 1678 b. Butschky Pathmos 67(41). Tadler, m., b. Luther. Von tadeln. Ebenso tadelnswert, adj., im 18. Jh.

Tafel, f.(Pl.-n): Platte, Scheibe; größrer Tisch mit Speisen. Mhd. favel e), tabel(e) f., ahd. tavala, tabala f.; dazu and. ehsitafla f. Wachstafel», mnd. fafl f)el f. Aus lat. tabula f. Brett, Schreibtafel nach der Lautverschie- bung. Früher ist zabel entl., s. Schachzabel. RA. die T. gafheben, früher den Tisch aufheben. Früher wurden die Tische nach beendeter Mahl- zeit wirklich herausgetragen. 4BL. tafeln, v.: speisen, mhd. favelen(Iüdel 133, 20), viell. aus mlat. fabulare. täfeln, v., mhd. tavelen, ahd. tavelön; davon Täfelung, f., 1691 bei Stieler; bei Weckherlin 1, 351 F. taflung. ZUS. Tafel- brot, n.: feines Weißbrot. 1678 bei Kramer. Tafelland, n.: tafelförmiges Hochland. Im 19. Jh. Tafelrunde, f., erst im 18. Jh. wieder aufgenommen aus mhd. favelrunde, eine Nach- bildung des frz. table ronde f. Tafelservis, n.: das zu einer Tafel gehörige Geschirr eines Haus- halts. 1784 bei Jacobsson. Täfelwerk, n., bei H. Sachs 7, 194, 34 f‿*felzwerch. Zu käfeln.

Taf(fe)t, m.(-Lels, Pl.-e): leichtes glattes Seidenzeug. Im 16. Jh. favet, kafet, taffat, daffet, kaffent aus glbd. ital. faffeta u. dies aus pers. tãfteh von tãften«gläãnzem. 4L. taf(fe)ten, adj., im 16. Jh.

Tag, m.(-Lels, Pl.-e): Gegensatz zur Nacht; Zeitraum von 24 Stunden. Mhd. tac(Gen.-ges), ahd. tag m.; dazu asächs.-ndl.-nd. schwed.-dän.