Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1015-1016
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1015 Synode

Tabagie 1016

Wächtler. Syndikus, m.(Gen. wie Sg., Pl. diken u.-dizi): ständiger Rechtsbeistand(einer Stadt usw.), Stadtanwalt. 1572 b. Rot, 1486/92 bei Liliencron 2, 207. Aus gr.-lat. syndicus m. Rechtbevollmächtigter einer Stadt», gr. cuv- dixoc m.«Sachwaltery(cõv«mity, ducoc zu gr. dirn f.«Rechty.

Synöde, f.(Pl.-n): Kirchenversammlung. Im 18. Jh.(noch 1748 Synodus) aus glbd. gr. Jat. synodus f., gr. cbvodoc f.«Lusammenkunft» (cov«zusammen?, odôc f.«Weg, Gangy. Dazu synodäl, adj., im 18. Jh. aus lat. Sodälis. synõdisch, adj., ein snodischer Monat: Um- laufszeit des Mondes von Neumond zu Neu- mond(29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten). 1716 bei Wolff. Aus gr. lat. synödicus, gr. cuvodixòc cdie Zusammenkunft betreffend, nämlich von Sonne und Mond.

synonym, synonymisch, adj.: sinnver- wandt. Letzteres im letzten Viertel d. 18. Jhs. nach glbd. frz. synonymique, ersteres erst im 19. Jh. Im 18. Jh. anfänglich verdeutscht mit gleichgültig(auch 1758 bei Gottsched Beobach- tungen a6), b. Stosch 1778 gleichbedeutend(aber schon 1527 nd. snonima oder gelich bedidende würder, Gombert 5, 23), b. Felner 1783 dhnlich bedeutend u. schließlich b. W. Petersen in seiner 1791 gekrönten Preisschrift sinnverwandt. Synonym, n.(Aels, Pl.-e,[bayr. auch]-a, bei Goethe 37, 156-en): sinnverwandtes Wort. Noch im 18. Jh. meist Synonymaum, aus glbd. gr. lat. synöngmum, n., gr. cuvibvuov n., zu gr. cuvchvuuoc«gleichnamig»(coöv«mit» u. Bil- dung von évoua n.«Name»). Uber die Plural- bildung vgl. Gombert 3,7. Synonymik, f.: Lehre von den sinnverwandten Wörtern. Ende des 18. Jhs.

Syntax, f.(Pl.-en): Satzlehre; Wort- und Satzfügung. 1791 bei Roth; 1588 bei Ringwald Laut. Wahrh. 217 S. m., noch 1773 im orth. Wb. Syntaæxis, das gr. covrokic f. zusammenord-

nungy(cbv«zusammenꝰ, rdec f.«Ordnung»), dann«Wortfügung, Satzlehre». Dazu syntãk- tisch: die Satzlehre betreffend. 1719 b. Kramer Vorr. a 2 b nach gr. cuvraxrixoòc.

Syphilis, f.: Lustseuche. 1530 von dem Veroneser Arzt Fracostoro erfunden. Vgl. Boll Jahrb. f. d. klass. Altertum 13, 72 ff. S. ist das Gedicht von SyOphilas, u. der Name umgestaltet nach Sipylus, einem Sohne der Niobe. Dazu syphilitisch, adj., nach frz. syꝓẽtilitigue.

Syringe, f.(Pl.-n): spanischer Flieder, Pfeifenstrauch, syringa vulgaris. Erstim 18. Jh. aus mlat. siringa(= Sprulz, 1482 im voc. theut. ee 6, d. h.«Spritze), ital. siringa f.«Spritze, Heber» von gr. cõöprfẽ f. Röhre, Pfeifes, woraus auch b. Voß Ovid 1, 384 b, Virgil Landbau 4, 753 S. Hirtenpfeifey.

Syrte, f.(Pl.-n): Sandbank. Apostelg. 27, 17, aus gr. cUpric f.«Sandbank», bes. die an der nord- afrikanischen Küste.

Systém, n.(Lels, Pl.-e): das Zusammen- gestellte; Zusammenhang gleichartiger Dinge; Lehrgebäude, geordnete Lehrform;(geolog.) SammelnamefürzusammengehörigeSchichten- folgen. 1703 b. Wächtler u. 1727 b. Sperander Systema, das gr. cücrnuo n.«aus mehreren Stük- ken zusammengesetztes Ganze» von gr. cuv- icrdvo usammen-(cov) stellen». systemä- tisch, adj.: wissenschaftlich geordnet, plan- mäßig. 1768 bei Kramer-Moerbeek. Nach glbd. gr. cuctnuoruc.

Szene, f.(Pl.-n): Schaubühne(Lessing?, 47); Schauplatz der Handlung(Lessing 7, 200); Abschnitt eines Schauspielaktes, Auftritt(Les- sing 7, 201); überhaupt Vorgang im Leben(. Goethe 3, 143). 1703 b. Wüchtler Scena f. Aus frz. scêne, lat. scéna f., von gr. cvnvn f.«Hütte, Laube, bedecktes Schauspielgerüst, Schau- bühne». Dazu Szenerie, f., b. Goethe 42, 2, 71, Lesa. Scenerey, aus frz. scenerie f.

Szepter, s. Zepter.

T

Tabagie(spr.-Z?), f.(Pl.-n): Kneipe niedrer Art. 1791 b. Roth, aber schon unter dem preuß. König Friedrich Wilhelm I. pekannt. Aus glbd. frz. tabagie f. von frz. fabac m.(s. u.). Eig.«ZLim- mer, wo man Tabak rauchty). Tabak, m. (JTels, Pl.(für Tabaksorten]-e): die bekannte Pflanze herba Nicotiâna u. ihre bereiteten Blät- ter. Oberfrz. fabacm. u. span. fabaco m. aus dem

Amerikan. Bei Hulsius Schiff. 2, 95. 7, 8 Tabac. Daneben Tobak im 17. Jh., wohl nach engl. kobacco; noch volkstümlich u. stud. Eig. bedeu- tete b. den Indianern T. die durch Wickeln eines Maisblattes hergestellte Rolle, die sie mit dem trocknen Kraute der Pflanze anfüllten, um zu rauchen. Vgl. Tiedemann Gesch. des Tabaksl ff. Man sagt: T. rauchen, früher krinken(1700 bei