Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1011-1012
Einzelbild herunterladen

1011 superb

suspendieren 1012

bracht, nach 3. Mos. 16,9. Übertragen erst 1810 bei Campe gebucht. Sündenfall, m., 1691 bei Stieler. Sündengeld, n.: mit Sünden ver- dientes Geld, 1810 b. Campe;(scherzhaft) große Summe. sünd(en)los, adj., mhd. sundelôs (noch bei Mörike), ahd. suntilös. Sündflut, f.: die allgemeine Uberschwemmung zu Noahs Zeiten. Umgedeutet aus sintflut, bei Luther Sindflut, b. Dietenberger sindfluot, mhd. sin(t)- vlaot, ahd. sinfluot, bei Notker auch sintfluot. Zgs. mit sin, s. Singrin. Wegen des Unver- ständlichwerdens von sin(?) und weil die noa- chische Flut wegen der Sändeüber die Menschen gekommen war, taucht schon im 13. Jh. die Zss. suùndenfluot auf, die aber erst in d. 2. HI. d. 15. Jh. häufiger wurde u. im 16. Jh. trotz des Sträubens Luthers durchdrang.

supérb, bayr. süpérb, adj.: vorzüglich, prächtig. Gegen Ende d. 17. Jhs. aus frz. superbe «stolz, prächtig, herrlich» und dies aus lat. Su- perbus&stolz, hochmütig, prächtigy.

superfein, adj.: überfein. Zgs. mit lat. super«über, überhinaus», 1562 b. Mathesius Sar. 157, 2013 u. ö. vom Silber. Super- intendént, m.(en, Pl.-en): oberster prote- stantischer Geistlicher eines Bezirks. Im 16. Jh. Aus kirch.-lat. saperintendens m., subst. bei Hieronymus( 420). Zgs. mit super(s. o.) und dem Part. Präs. von intendere«Acht worauf haben». Dazu Superintendentür, f.(Pl. -en): Wohnung u. Amt eines Superintendenten. Schon häufig im 17. Jh.(Gombert 5, 22).

Supérior, m.(, Pl.-en): geistlicher Oberer. Das lat. superior«der Obere», Komp. zu superus oben». Dazu Superiorität, f.: Uberlegen- heit. 1716 bei Ludwig.

superklug, adj.: überklug. Gebildet nach superfein(s. d).). 1671 im Simpl. 1, 430(Kz.). Superkargo, m.(-S, Pl.-s): Oberwarenauf- seher des Schiffes. 1727 bei Sperander. Zgs. mit super«über» u. span. cargo m. Last, Amt». Superlativ, m.(-Lels, Pl.-e): höchste(Steige- rungs)stufe. Im 18. Jh. bei Adelung, gekürzt aus glbd. lat. superlätiwus m., einer Abl. von superläãtus, dem Part. Perf. Pass. von superferre «darüber tragen(ferre). Supernumerär, m. (Aels, Pl.-e): Anwärter. 1694 bei Nehring Supernumerarius, eig.«der über(super) die Zahl(numerus) isty, lat. supernumerarius m.

Supinum, n.(*, Pl.-na), bayr. auch Supin: Verbalsubstantivform. Das glbd. lat. supinam n., von supinas adj.«sich zurücklehnend, weil die Form mit substantivischer Kasusendungans Verbum sich gleichsam zurücklehnt.

Suppe, f.(Pl.-n): warme gekochte Brühe, die mit dem Löffel gegessen wird. Im 15. Jh. bei Brant Narr. 110², 90 suppe, 1482 md. im voc. theut. z 7 b u. ff 7 b Supp, 1469 im mrhein. voc. ex quo sop(pe), sonst im 15. Jh. seppe(n) b. Diefenb. gl. 543 ²2; dazu nd. soppe, mndl.-ndl. sop f. 1516 in Nürnberg auch Mistjauche»(Chron. d. d. St. 11, 818). Eine echt germ. Bildung zu saufen, obd. supfen, mhd. grundsopfe, auf das aber das aus dem Germ. entlehnte afrz. souppe in der Be- deutung stark einwirkte. Z. T. mag es sich auch um neue Entlehnung handeln.

Supplemént, n.(-Lels, Pl.-e): Ergänzung (1575 im Garg. 42); Ergänzungswinkel. Aus lat. suppléõmentum«Ergänzung», von supplére cergänzen». ZUS. Suppleméntband, m. Supplént, m.(-en, Pl.-en): Hilfslehrer(öst.); auch Stellvertreter. Aus dem Part. Präs. von supplére(s. o.), wovon auch supplieren, v.: ergänzen. Im 16. Jh. bei Hedio Joseph Vor- rede 2 b(Gombert 3, 7).

Supplik, f.(Pl.-en): Bittschrift, Gesuch. 1703 bei Wächtler Supplic, im Zeit-Lex. Sup- plique. Aus glbd. frz. suppligue f.(zu lat. Ssup- plicãre«jem. flehentlich bitten»). Davon das Part. Pass. supplicans, wovon Supplikänt, m., 1572 bei Rot. supplizieren, v.: bitten. A. a. 0. u. bei Schwartzenbach Synonyma 21 b. Von lat. supplicãre(s. o.).

Supremät,(bayr. nur) m., n.(els), Su- prematie, f.: Obergewalt, bes. des Papstes. 1703 im Zeit.-Lex. Supremat.

Surfleisch, n.: Pökelfleisch. Bayr.-öst. Zgs. mit bayr. sur«Salzwasser» b. Aventin Gramm. Viell. mit lit. surasæsalzigo zusammenhängend.

surren, v.: zitternd hart und dumpf tönen. Erst spät im 18. Jh. bei Voß, Klinger, L. Ph. Hahn, Schiller(Räub. 3, 2), aber nicht bei Ade- lung. Obd., aber auch waldecksch, lothr. Laut- nachahmend oder zu schwirren.

Surrogdt, n.(Jels, Pl.-n): Ersatzmittel. 1801 b. Campe. 1728 b. Sperander surrogabum von den Münzen. Zu lat. sur-, subrogãre«an die Stelle eines andern wählen lassen.

Susanna, Susänne, Frauenname. Got. Susanna, aus gr. Toucdvva, hebr. Sasannãh Liliey. Gekürzt Suse, was auch«langsame, unpraktische, träumerische Person», auch vom Manne, preuß. u. nordd. Davon Sus-chen, Susel.

suspendieren, v.: anstehen lassen, aus- setzen; eine Zeitlang außer Amtstätigkeit set- zen. 1572 bei Rot u. in Ordn. 42. Von lat. Sus- pendere eig. saufhängens, dann aufheben, be-