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gegend zwischen Süd u. Ost; der Wind dorther. Im 15. Jh. Ahd. sundöstrni. Südpol, m., 1678 bei Kramer Sadpol. Südsee, f., bei Goethe Br. 15. 9. 79. südwärts, adv., im 16. Jh.(ZfdW. 7, 123). Südwést, m., im 15. Jh., ahd. Sunda- westan m. n.; davon Südwéster, m.: See- mannshut mit breiter Krempe(Beleg von 1851 in Zfd W. 7, 124).
Sudel, m.: Pfütze, Lache(mundartl.); Ge- sudeltes, schlecht Gekochtes(bei R. Wagner 6, 165). Von sudeln wie auch Sudeléi, f.(Pl.-n): unreinliche, schlechte, nachlässige Arbeit. Beleg von 1595 bei Gombert 5, 22.— Sud(e)ler, öst.-bayr. nur Sudler, m.(-s, Pl. wie Sg.): schlechter Arbeiter; im 16. Jh.«Garkoch»(in den Fastnachtssp. des 15. Jhs. 212, 2 als Eigen- name Sudler), noch bayr.«einer, der Kaldaunen, Würste u. dgl. auskocht»; davon Sudleréi, f., 1534 bei Th. Platter 89. Von Ssudeln. koch, m.: Koch für geringe Speisen(1691 bei Stieler), unreinlicher, schlechter Koch(1575 im Garg. 66); bei Grillparzer 7, 4. Bayr. wie Sudler; davon Sudelköcherei, f., bei Goethe Faust
234.— sudeln, v.: in seinem Tun schmierig,
unreinlich sein; unreinlich, schlecht, nachlässig arbeiten. In den Fastn. des 15. Jhs. 3, 1219, 1494 bei Brant Narr. 48, 19. Bayr. auch ckochen», auch bei Seb. Bürster 163, 186. Von md. im 13. Jh. sudel(Martina 281, 72)«Schmutzkoch, von mhd. Sul, s. Saad.
Süden usw., s. Süd.
Sudler, s. Sudeler.
Suff, m.:(vulgär) das gewohnheitsmäßige Trinken;(früher) Schluck(1575 im Garg. 25). Daneben Soff(s. d.). 4 L. süffig, adj.: gut trinkbar. Urspr. obd., jetzt aber allgemein.
süffisänt, öst. suffisänt, adj.: dünkelhaft, selbstgefällig, in der 2. H. d. 19. Jhs.(2ZfdW. 7, 252; 8, 96), aber 1703 bei Wächtler u. im 18. Jh. neben sufficient«genugsam gewachsen, tüchtigy. Von frz. sufſisant in beiden Bedd., zu lat. Suffi. cere«genügen, ausreichen.
Suffix, n.(-es, Pl.-e): am Schluß des Wortes
befindlicher Teil, der einen bes. Sinn hervorruft.
Das subst. lat. Part. suffixus«angefügt». 1801 bei Campe noch Suffixæum.
Suggestiön, f.(Pl.-en): Einflüstrung, Be- einflussung, bes. während der Hypnose, das Ein- blasen. 1703 bei Wächtler. Das lat. suggestio f. von suggerere eig. cuntenhiny(sub) bringen(ge- rere), wovon suggerieren, v.: einflüstern, einblasen. A. a. O. Beides Schlagwörter im 19. Jh. Vgl. Ladendorf.
Suhle, f.(Pl.-n): Lache, Sumpf, in dem sich
Sudel-
Rot- u. Schwarzwild abkühlt. Weidm., z. B. 1763 bei Heppe; bei Brockes 6, 227 Sihle. Von suhlen, sühlen, v.:(refl.) sich in einer Lache wälzen. Früher auch siehlen. Mhd.-md. süln, ahd. bisuljan, asächs. sulwian«besudeln», ags. sylian, engl. sully, norw.⸗-dial. sé-la(·beflecken), got. bisauljan«pefleckeny; daneben mhd. soln, ahd. bisolõn«sich in einer Kotlache wälzeny, von ahd. sol n., mhd. 5 ¹, sl n. m., ags. S¹ n., Solas f., s/lu f.«Kot, Schlamm». Viell. verw. mit lit. sald f.«Baum-, Birkensafty, lett. sulät«be- schmutzen»(Grienberger 49).
Sühne, f.(Pl.-n): Beilegung strittiger Hän- del(1780 bei Adelung, bei G. Keller Nachl. 90); Ausgleichung durch Buße. Nach Adelung ver- altet. Spätmhd. süen(e) f. statt suone(s. u.) nach sühnen, v.: durch Genugtuung ausgleichen, durch Genugtuung zufriedenstellen. Von Ade- lung als veraltet bezeichnet, aber bei Luther in der Bibel öfter u. daher dichterisch wieder auf- genommen. Mhd. süenen ur Sühnung bringen, versöhnen, ausgleichen», ahd. suonnan; dazu asächs. gisönian«aussöhnen», ndl. z0enen, afrs. sénan, norw.-dial. söna einen Streit beilegen, vertuschen, dän. sone«sühnen». Von ahd. suona f. Urteil, Gericht, Ausgleichung, Versöhnung, Frieden, mhd. suone f.«Ausgleichung, Versöh- nungo; dazu mnd. νοοε f., mndl. 2(10) ene f. Versöhnungy, anord. 60/- f.«Sühney». Wohl verw. mit lat. Sdnus«gesund, heib, sdndre chei- len, zur Vernunft bringeny. Vgl. Walde. Anders Falk-Torp.
Suite, f.(Pl.-n): Gefolge;(ZLimmer-) Reihe; lustiger Streich(Zfd W. 1, 49 Beleg von 1749). In den 2 ersten Bedd. im 17. Jh., aus glbd. frz.
Suite f. zu lat. sequi«folgen. 45L. Suitiér
(Spr. S5*οτε⁶), m.(—s, Pl.-s), vielfach Schwitiér geschrieben(Sit*ε): Iustiger Bruder, leicht- sinniger Mensch. Stud. Bildung, Anfang des 19. Jhs. belegt.
Sujét(spr. siε⁶), n.: Gegenstand, Thema (Zfd W. 8, 97 Beleg von 1762); verächtliches Sub- jekt, 1834 bei Petri. Das glbd. frz. sujet von lat. subjectunmn, s. Sabjekt.
Sukkürs, m.(-ses, Pl.-se): Hilfe, Verstär- kung. 1703 bei Wächtler. Zu lat. succurrere (Part. succursus)«zu Hilfe kommeny.
sukzedieren, v.: nachfolgen. 1572 bei Rot saccedirn. Das glbd. lat. succédere. Sukzes- siön, f.(Pl.-en): Rechtsnachfolge, Nach-, Thronfolge. 1572 bei Rot u. bei Hedio Joseph. (Gombert 3, 7). Das glbd. lat. successio f. Beides juristische Ausdrücke.— sukzessiv, adj.: allmählich eintretend. 1703 bei Wächtler das


