1005 Substanz
Süd 1006
(1748), Adelung durch Hauptwort verdeutscht. 4B E. substantivisch, adj., spät im 18. Jh.
Substänz, f.(Pl.-en): Wesen, körperliche Masse, Stoff. Schon mhd.(md.) bei den Mysti- kern substancie. 1572 bei Rot Substantz. Aus lat. substantia f. Bestand, Wesen, Beschaffen- heits, einer Bildung von lat. substäre darunter sein,[sub«unterꝰ, stäre«stehen»] standhalten, aushalteny, im Mlat. bestehen.
Substitüt, m.(-en, Pl.-en): Stellvertreter. 1703 bei Wächtler. Von lat. substitätus, dem Part. Perf. Pass. von substituere«an die Stelle von einem setzeny, wovon substituieren, v., 1703 bei Wächtler.
subtil, adj.: fein; scharf, genau; schlau, ver- steckt. Schon spätmhd.-md. subtil«fein, geistig fein», u. daher nhd. zunächst subteil bei Dasy- podius, Alberus dict. Ce 1b, aber Qq 15 subtil. Aus lat. subtilis cfein, dünn, zart, genau, gründ- lich, einfachy». Dazu Subtilität, f., 1525 bei Luther, daneben im 16. u. 17. Jh. Subtilheit, Sub- tiligkeit(Gombert 3, 6).
subtrahieren, v.: abziehen(im Rechnen). 1514 bei Böschenstein B 1². Das lat. subtrahere cunter etwas hervorziehens(subunters, trahere cziehen»). Subtraktiön, f., 1572 b. Rot. Das lat. subtractio f.«Abweichen».
Subventiön, f.(Pl.-en): Unterstützung. 1727 b. Sperander. Das glbd. lat. subventio von subvenfre«dazu kommeny.
Suche, f., nur in festen Verb. auf der S. sein, aufp die S. schicken. Als Jägerwort auch allein cdas Sucheny. Mhd. suoche f. Suchen, Unter- suchung, ahd. hüssuocha f. Haussuchung. Von suchen, v.: zu finden tätig sein. Mhd. suochen suchen, besuchen», selt. mit dem zu er- wartenden Umlaut, sœchen, versüechen, ahd. suohhen; dazu asächs. sökian«aufsuchen, suchen, fordern, untersuchens, ndl. zocken, afrs. Séka, séza, ags. sécan«suchen, ver-, unter-, besuchen, angreifen», engl. seexc, beseech, anord. Sölja csuchen, auf., besuchen, angreifen, gerichtlich belangen», schwed. Söka, dän. söge, got. sôjan suchen, begehren, untersuchen, sich streitenn. Urspr. wohl ein Jagd- u. Kriegsausdruck wie spiren, verw. mit lat. sãgtre«nachspüren, wit- tern, wahrnehmen wie ein Spürhund, Sãgzas ascharfsinnigy, sagaæ«scharf witternd», ir. sai- gim csuche», viell. auch mit gr. eouoi«führe, meinen. Sachekönnte verw. sein, wenn es urspr. «das Suchen, das gerichtliche Aufsuchen» bed. hätte, doch ist es viell. ein andrer Stamm, der auch teilweise in suchen stecken könnte, vgl. die anord. Bed.«gerichtlich belangen». Das Part.
gesucht nimmt die Bed.«gekünstelte an. 4L. Sucher, m.: Sonde(1780 bei Adelung), astro- nomisches Instrument.
Sucht, f.: krankhaftes, unwiderstehliches Verlangen, Hang;(eig. aber) Krankheit(noch in fallende S. u. in Zss. Schwind-, Bleich-, Gelb-, Wassersucht). Mhd. suht, einmal suhte, md. suht(e) f., ahd.-asächs.-ags. suht f., afrs. sehte f., anord. SOtt, dän. sot, got. saühts f.«Krankheit). Die jetzige Bed. zuerst in mhd. sensunht cin tie- fem Seelenschmerze krankhaftes, unwidersteh- liches Verlangew. Jetzt auf suchen bezogen, es gehört aber zu siech. 4L. süchtig, adj., bei Adelung noch angeführt, jetzt nur noch mund- artl. czu Krankheiten geneigt» u. in Zss. Mhd. sühtec, ahd. Suhtig«kranky.
suckeln, v.: in kleinen Zügen saugen. Bei Goethe(Urfaust) 39, 243 einsuckeln. Bayr.- wetterau.-kurhess.-thür.-götting.-brem.-ost- preuß. usw. Spätmhd. bei Wolkenstein 112, 31 auss gesuggelt. Zu saugen.
Sud, m.(-Lels, Pl.-e): das Sieden, das wal- lende Kochen(Goethe 15, 1, 49); das auf einmal in Menge durch Sieden Bereitete; Gesottnes. Mhd. sut m.«das auf einmal von Kräutern usw. Abgekochten. Zu sieden.
Süd, m.(JLels): die auch Mittag genannte Himmelsgegend;(Pl.-e): Wind daher. Das Wort mufß seiner Form nach aus dem Ndl. stam- men, wo d zu i wurde. Vgl. Zfd W. 7, 128. Die echt ndd. Form ist Sad, noch erbalten in Sude- rode am Harz, Sudenburg bei Magdeburg, die hochd. dagegen Sund, die ebenfalls nur in Orts- namen vorliegt, wie Sundgau«Südelsaßy, Sund- hausen, ahd. Suud-, Sunthüsun bei densüdlichen Häusern⸗, Sundheim, ahd. Sund-, Suntheum, Sundhofen, ahlid. Santhoven, ahd. sund m.«Süd- wind; dazu asächs. Sück«Süden», ndl. zuid n., ags. Sũd csüdwärts», engl. south«Süden». Das Subst. ist überall jünger als die Ortsadverbien. DerStamm selbst gehört entweder zu Sonne od. besser zu gr. véroc m. cSüdwind, Süden»(Idg. Forsch. 4, 103). Die Form sud ist schon seit dem 12. Jh. obd. Regel, während suüd seit dem 15. Jh. ins Obd. eindringt. Vgl. Zfd W. 7, 129.— Sü- den, m.(-s): die auch Mittag genannte Him- melsgegend; nach dieser Richtung gelegnes Land. Mhd. säden m.(noch bei Hoffmanns- waldau u. Lohenstein Suden), ahd. sundan, aus dem Adverb ahd. sundana«von Süd hery ent- wickelt. Dies liegt auch noch in den Verbin- dungen aus, gegen, von Siden vor. 4B L. süd- lich, adj., 1691 bei Stieler neben südisch(vgl. Zfd W. 7, 120). ZUS. Südöst, m., Himmels-


