Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
979-980
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979 Stör

Stoß 980

wohl mit Ablaut zu glbd. russ. osétrt m., serb. jèsetra f., apreuß. esketres, lit. erskétras m.

Fab. 259, 8 auf der stör arbeiten. Bei Schmeller auch«Mühseligkeit». Kaum zu stören, aber auch

die Verbindung mit steuern, also Stör«Hilfe?

geht lautlich kaum. Viell. mit storgen c-herum- ziehen» verw. 4 BL. Störer, m.: wer auf die

St. geht(Ost. Weist. 1, 237, 5), Pfuscher, unbe-

fugt ein Handwerk Treibender(1361 schles.). stören, v.: auf die Stör gehen.

Storax, m.: der Strauch styrax officinalis L.; der Balsam aus seinem Harz. Schon ahd. als storn, storr(Ahd. Gl. 3, 44, 42). Entl. aus

lat. storax m. von gr. crõpaẽ m. f. Storaxbaum»,

n.«sein Harzy, das wohl auf hebr. Srt«Harz des Mastixbaums» zurückgeht(Lewy 41). Storch, m.(-els, Pl. Störche, südd. auch Gen., Pl.-en): der Vogel ciconia. Mhd. storch, storc m.(daher bei Luther u. Alberus dict. z

storck, u. noch obd.-obhess.) u. storke, storche m.

(daher noch obd. schwach), ahd. storah, storc;

dazu mnd.-ndl.-engl.- schwed.-dän. stork, ags.

storc m., anord. storler m. Aus dem Germ. entl. korn. storc, abg. sträkä m., lit. starkus, lett. stärles. Wohl verw. mit gr. réploc m.«Geier, Schwan». Vgl. Adebar. ZUS. Storchschna- bel, m.: die Pflanze geranium; Art Krahn; Werkzeug zum Vergrößern von Zeichnungen. 1664 bei Duez Storckenschnahel od. Ruprechts-

kraut. Schon ahd. storkessnabul, storchensnabel

u. a.«Name mehrerer Pflanzen»(Zfd W. 3, 300).

Storcher, s. Storger.

Store,(spr. stor), m.(-S, Pl.-S), bayr. f.: Fenstervorhang. Bayr.-basl.-els. volkstümlich. 1836 bei Schmeller. Aus frz. store f. von ital. stora, lat. storea f.«Matte?.

stören, v.: auf. u. fort-, auseinanderstreuen od. treiben; in Unordnung bringen; stochern;

auf die Stör(s. d.) gehen(obd.). Mhd. stœren Prät. stiez, Part. gistõzan, Imp. sto⁵); dazu and. «zerstreuen, aufscheuchen, in Verwirrung brin-

gen, zerstören», ahd. störan; dazu mnd.-mndl.-

ndl. storen, nordfrs. stiaren, ablaut. ags. styrian, engl. stir, urspr. Bedeutung wohl«in Bewegung setzen». Dazu stären. Formell entspr. lat. stau- rãre in restaurãre«wiederherstellen», instau- räre æinstandsetzen», doch macht die Bedeu- tungsvermittlung Schwierigkeiten. Eine andre

mhd. stœyrcœre, stœrer m.«Störer, Zerstörery. Störung, f., mhd.- md. stœrunge f.«Lerstörung,

2Stör, f.: Arbeit von Handwerkern im Haus der Kunden, bes. in der RA. auf die St. gehen. Noch in Obdtschld., aber auch pomm.(Korrbl. d. Ver. f. nd. Sprachf. 10,45) und jetzt als volks. wirtschaftlich. Ausdruck wiederaufgenommen, 1561 b. Maaler auff die Stör gon, 1559 b. H. Sachs

Vertreibung». ZUS. Störenfried, m.(Je]s, Pl.-e), Beleg von 1654 bei Gombert 3, 4 u. aus dem 16. Jh. 5, 22. Aus störe den Frieden mit der starken Beugung von Frieden. Von Stieler Lehrschrift 113 bekämpft.

storgen, v., auch storchen, v.: im Lande herumstreichen. 1780 b. Adelung. Noch mund- artl. Wohl zu stören. 4BL. Storger, m.: Landfahrer, Quacksalber, sich umhertreibender Zabnarzt. Im Urfaust(39, 241) Storcher, 1664 b. Duez landlaufyer, 1669 im Simpl. 312; Störger 1639 b. Gombert 5, 22. Dazu Storgerbühne,

f., 1738 bei Hagedorn Fab. 128.

stornieren, v.:(kaufm.) Fehler berich- tigen; rückgängig machen. 1834 b. Petri. Aus glbd. ital. stornare. Aus einem vulgürlat.*ex- tornare«ausdrehen». Alter ist Storno, 1733 in Der in allen Fällen vorsichtige Banquier 216. Aus ital. storno m.

Storr, m.(-en, Pl.-en), bayr. nur Storren,

m.(-s, Pl. wie Sg.): Baumstumpf. Noch mund-

artl. mhd. storre m., spätahd. storro m.«Baum- stumpf, Klotz»y. Dazu storren, v.: unbeweg- lich ragen, hervorstehen», mhd. storren, ahd. storrén, zu starr, starren; dazu got. andstaurran cbedrohen». 4. störrig, adj.: unlenksam widerstrebend. Bei Luther W. 6, 292 storrig. störrisch, adj., bei H. Sachs Fab. 344, 35. Storze, f.(Pl.-n), Storzen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kohlstrunk, Baumstumpf. In Süddtschld.

Bayr. Starz. Wohl zu Sterz.

Stoß, m.(-es, Pl. Stö6e): Handlung des Sto- Bens; aufgeschichteter Haufen(im 15. Jh.). Mhd.-ahd. stõz m.; dazu mnd. stõöt, ndl. stoot, afrs. stét, anord. steytr m., schwed. stöt, dän. stõöd; dazu aind. tõdäãs m.«Stich, Stachler, Len- ker». Von stoßen, v.(du stößest, du, er stößt, Prät. Stießß, Part. gestoßen, Imp. stoe]): rasch in gerader Linie auf einen Fleck bewegen, daß dieser getroffen oder stark berührt wird. Mhd. stõzen, auch«sich ruckweise, sich widertreffend bewegen, stampfen», ahd. stõzan(Präs. stõzu,

stõtan, ndl. stooten, afrs. stéta, anord. steyta, stauta(stoßen, zermalmen), schwed. stöta, dän. stöde, got. stautan(Prät. staistaut)«stoßeny. Verw. mit lat. tundere«stoßen», alb. Stün«stoßen (aus*Studub), aind. tundaté, tudläti«stößty, tusta- m.«Staub, Atom. 4 BL. Stößel, m.: Werkzeug zum Stoßen, mhd. stœεzel, spätahd. stõzil m.«Keule zum Stoßen». Stößer, m.:

Auffassung Btr. 20, 46. 481. Störer, m., Mensch, der etw. im Mörser zerstößt, Apotheker-