Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
977-978
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977 stoisch

Stör 978

atmen, ächzen. Aus dem Ndd. schon md. stenen, 1691 b. Stieler stänen, 1611 b. Helvig 274 stönen, sax. stenen. Mnd. stenen(schwach), mndl. stenen (Prät. stan), undl. stenen, auch steunen, wieauch gött. stänen. Dazu ags. stunian, anord. stynja. Verw. mit gr. créveiv«eng machen, stöhnen, seufzen», kymr. seinio«töneny, lit. stenéti, abg. stenati estöhnem, aind. stänati donnert, dröhnt, brüllt, braust».

stoisch, adj.: unerschütterlich, gleichmütig. 1716 bei Ludwig. Nach lat. stõicus, gr. crwixo «zur stoischen Philosophie gehörigs, von gr. crod f.«Säulenhalle». In der Stoa Athens lehrte u. begründete Zeno um 308 seine Philosophie, deren Moral einen unerschütterlichen Gleich- mut forderte.

Stola, öst. nur so, Stole, f.(Pl.-en): Ge- wand des Priesters für den Gottesdienst. Mhd. s16(e), ahd. stöla f. auch als Sinnbild des geist- lichen Amtes, aus gr. Jat. stola f.«langes Kleid, Talar, Priesterkleido, gr. croxy f.«Rüstung, Be⸗ kleidung, Kleidy, von gr. creMeiv æbestellen, ausrüsten.

Stolle, f.(Pl.-na): Kuchen in Gestalt eines länglichen Brotes, vor allem die in Sachsen hei- mische Christstolle, urspr. das Christkind dar- stellend, 1739 bei Amaranthes, 1691 bei Stieler Brotstolle; übertr. auf ausgelaßnes Fett(Nieren- stolle). Eins mit dem folg.

Stollen, m.(-s, Pl. wie Sg.):(eig.) kurze dicke Stütze(Bettstollen);(bergm.) ein in den Berg getriebner wagerechter Gang;(bei den Meistersingern) ein Absatz in einem sog. Gesetz, vgl. R. Wagner Meistersing. W. 7, 242, 1571 bei Puschmann 39 Sloll. Mhd. stolle m. in allen Bedd., ahd. stollo m.«Stütze, stützende Grund- lage»; dazu and. Stollo m.«Fußgestell». Viell. teils aus*stolna- zu aind. sthänüg«stehend, un- beweglich, Stumpf, Stock», oder sthänd cPfo- sten(KZ. 17, 168), gr. cryn f. ⸗Säules, teils aus *todla- zu anord. studilt m. Stützen, auch Ne- benstäbe in der Allitteration?, s. stützen, vgl. Idg. Forsch. 4, 338 ff.

stolpern, v.: anstoßend straucheln. 1540 bei Alberus dict. aa, 1534 bei Franck Welt- buch 52 b. Bei H. Sachs 21, 40 stölperlein«An- stoß». Herkunft dunkel. Vgl. aber Idg. Forsch. 18, 513. Viell. nach holpern gebildet. 4L. Stolprian, m.: wer viel stolpert. Bei H. Sachs 21, 40; 21, 46.

stolz, adj.: stattlich; seiner Vorzüge sich be- wußt. Mhd. stolz«stattlich, prächtig, herrlich, hochgemut, übermütig, töricht», spätahd. stol⸗ chochfahrend, sich überhebend; dazu mnd.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

stolt, Bed. wie mhd., ndl. stout«dreist, keckꝰ, afrs. stult; entl. anord. stoltr, schwed.-dän. stolt. Mit Ablaut zu Stelze(s. d.), dän. stylte«Stelzes, nicht aus lat. stultus törichtv. Entl. afrz. estout ckeck, stolz, woraus engl. Stout adick, stark, mutig, stolz». Vgl. Idg. Forsch. 18, 514. 4L. Stolz, m.(es), von stolz in 2. Bed., b. Diefenb. gl. 566 c. Mhd. dafür stolzheit f. stolzieren, v., mhd.-md. stolzieren«im Gang, Ritt sich hoch- fahrend gebärden.

Stöpfel, m.(-s, Pl. wie Sg.), Stopfen, m (, Pl. wie Sg.), von stopfen. Beide obd. für Stõpsel(s. d.).

stopfen, v. durch Hineinstecken zumachen. Mhd. stopfen«ver-, wegstopfen», ahd. stopfön «pungere», meist in Zss. bistopfen, far-, furi- stopfon; dazu andfrk. stuppon, mnd.-ndl. Stop- pen, aus mlat. stuppare«durch Einstecken von Werg zumachen, stopfen» von lat. stup(pa) f. «Werg, grober Flachss. Vgl. Btr. 18,220. 4BL. Stopfer, m., 1691 bei Stieler.

stopp!: halt, 8. Stoppen.

Stoppel, f.(bl.-n): Stumpf des abgeschnitt- nen Halms;(übertr.) die jungen Kiele des Feder- viehs, kurze Barthaare. Bei Luther 2. Mos. 5, 12 St., die md.-nd. Form für obd. stupfel, 1561 bei Maaler Stupfel, mhd. stupfel f., spätahd. stupftla, wohl entl. aus mlat. stupacla für lat. stipula f. Halm, Stroh, Stoppel. Od. echtgerm. zu Stab- ben(8. d.). 4B L. stoppeln, v.: Khren in den Stoppeln nachlesen(1663 bei Schottel);(bildl.) æusammenstoppeln«kompilieren». Mhd. stup- feln, stüupfeln Khren, Trauben nachlesen», noch bayr. frk. Stapfeln. Z Vs. Stoppelfeld, n., 1810 bei Campe.

stoppen, v.:(seem.) aufhalten(ein Schiff, das Tau). 1780 b. Adelung. Aus dem ndd.-ndl. stoppen, eins mit stopfen, mit bes. Bedeutungs- entwicklung. Dazu der Imp. stopp als Interj.

Stöpsel, m.(5s, Pl. wie Sg.): Körper, zum Verstopfen einer Offnung; kleiner dicker Mensch (bei Adelung als landschaftl.). Aus dem Ndd., ndl. Stopsel. 1691 bei Stieler Stöpfel, Stuüpfel et Stiüpsel, 1711 b. Rädlein Stõppel, Stöpffel, Stöp- sel, Stopffer. Zu stopfen. 4L. stöpseln, v.

1Stör, m.(-Lels, Pl.-e): der Fisch accipenser sturio. 1642 b. Duez, 1561 b. Maaler, b. Luther Stõr, mhd. stör(e), stüre) m., ahd. stur(i)o; dazu mnd. Stor(e), ndl. steur m., ags. styria m., anord. stur ja f., schwed.-dän. stör. Aus dem Germ. entl. mlat. Sturio, ital. storione m., afrz. esturgeon (ufrz. étourgeon) m., woraus engl. Sturgeon. Schon von Adelung als cgroßer Fischy gedeutet, zu ahd. stiuri«stark, großo, s. Stier. Besser aber

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