Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
975-976
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975 stöbern

stöhnen 976

2stöbern, v.: staub-, flockenartig umherflie- gen. 1780 bei Adelung. Iterativbildung zu nd. stõven, Stõben«stieben». ZUS. Stöberwetter, n., 1780 bei Adelung.

Stocher, m.(*s, Pl. wie Sg.): Werkzeug, wo- mit wiederholt gestochen wird. Bes. in Zahn- stocher. 1691 b. Stieler(noch nicht sehr üblich). Zu veraltetem stochen, nd.-ndl. stoken. Davon stochern, v.: anhaltend u. leicht stechen. Bei Luther 6, 327 J., auch stockern 8, 120 J. u. 1664 bei Schottel in der Bed. Händelsuchen», 1662 bei Duez das Feuer stockeren. Zu Stock.

1 Stock, m.(-Lels, Pl. Stöcke): Baumstumpf (daher äber St. u. Stein, auch Bienenstock»); Pfahl; Holzschoß zum Gebrauch; Grundschoß eines Gewächses(Blumenst., Rosenst. usw.); hohler Behälter in der Kirche für Geldabgaben (Opferst.); Block, in den die Füße Gefangner befestigt werden»(mhd.) u. dann Gefängnis» (S. Stockhaus,-meister); Stockwerk(s. 2Stock); Grundvorrat. In Zss. mit Adj. bekommt stock verstärkende Bed. Mhd. stoc(k) m.(Gen.-kes), auch stoch«Baumstumpf, Stab, Grundschoß eines Gewächses, Almosen-, Opferstock, Fuß- fessel, Gefängnis, Grundmauer, Bau?(z. B. bön- stoc Bienenstock», urspr. ein hohler Baum- stamm),«Stockwerks», ahd. stoc(h) m. Baum- stumpf, Holzstengel, Grundschoß eines Gewäch- ses, Pfahl, Fesselblock; dazu and. stox m.«Stock», ndl.-afrs. Stox«Stengel, Mörser, mndl. stoc, ags. stoccm., engl. stock, anord. stoker m.«Pfahl, Bal- ken», schwed. stock, dän. Stolt. Aus dem Germ. entl. ital. stocco m.«Stoßdegenv. Ein entspre- chendes Wort in den verw. Sprachen fehlt. Am ehesten gehört es zu lit. stigti«steif in die Höhe stehen». 4L. stockig, adj.: dumm eigen- sinnig schweigend. 1691 bei Stieler stockicht. ZS. Stockaar,-adler, m.: Steinadler, aquila fulva. 1642 b. Duez stockadler,-arn, mhd. stocar, spätahd. stocaro«gradipes, alietus», vgl. Suo- lahti 348. stockblind, adj.: ganz blind. Bei Luther 3, 248 2. Mit der erst nhd. entwickelten verstärkenden Bed. von stock. Vgl. Wilmanns* 2,559. Dafür ndl. stekeblind. Stockdegen, m.: Degen in einem Spazierstock. 1678 bei Kramer Steckendegen. stockdumm, adj.: sehr dumm. 1780 bei Adelung. stockdunkel, adj., 1780 bei Adelung in einigen Gegenden stichdankel. stockfinster, adj., im 16. Jh. b. Schaidenreißer Par., b. Luther Hiob 10, 22 stock dicke finster. Stockfisch, m.: gedörrter Kabeljau. Benannt von dem Trocknen des Fisches auf einer Stange (Stock). Mhd. stoc(k)visch. UÜbertr. b. Wickram Rollw. 153-Dummkopf», 1642 b. Duez plum-

per, unverständiger Mensch». Stockfranzose, russe usw.: der keine andre Sprache als seine Muttersprache spricht. Stockhaus, n.: Ge- füngnis, eig. Haus, in dem die Gefangnen in den Stock«Block gespannt werden. Mhd. stochus n. Stockmeister, m.: Kerkermeister(Luk. 12, 58), im 15. Jh. stocmeister«der Meister, der die Gefangnen in den Block(Stock) legty. Stock- prügel, Pl., 1810 b. Campe, dafür 1691 b. Stieler Stockschilling, vgl. Schilling. Stockrose, f.: die Pflanze alcea rosea. 1780 b. Adelung. stock- steif, adj.: steif wie ein Stock. 1780 b. Adelung im gemeinen Leben. stockstill, adj., 1588 bei H. Sachs Fastn. 8, 27. Mhd. sus lag er stille alsam ein stoc. Sstocktaub, adj.: ganz taub. 1810 bei Campe. Stockwerk, n.: Gebäudestock, siehe 2Stock. Stockzahn, m.: Backenzahn, eig.«Zahn wie ein Stock» im Gegensatz zu den Schneide- zähnen. Spätmhd. stoczan(d) m.

2Stock, m., auch n.(-Lels, Pl. wie Sg. nach Zahlen): Stockwerk. 1642 b. Duez u. schon mhd. Eins mit ¹Stock, entwickelt aus d. Bed.«Masses, das neutrale Geschlecht wohl nach Stockaerk. 4BL. stöckig, adj., in Zss. 2wei-, dreistöckig.

stocken, v.: in der Bewegung aufhören; im Reden usw. innehalten, ohne gleich fortfahren zu können; durch Feuchtigkeit, die nicht ver- dunsten kann, verderbende Flecken bekommen. Mhd. stocken aus flüssigem Zustand starr und steif werden», eig.«wohl wie ein Stocko, also zu 1Stock. Wie sich die 2. Bed. zur l.verhält, ist un- klar. 4L. stockig, adj.: fleckig. 1780 bei Adelung. Stockung, f., 1691 bei Stieler.

Stoff, m.(-Lels, Pl.-e): Zeug; Grundbestand- teil, Inhalt, Anlaß;(stud. 1831) Bier, Getränk. 1663 b. Schottel Stoy m., 1691 b. Stieler Stofyn., zunächst wohl aus dem nd. sto*, ndl. stofl fe) f. von afrz. estoffef., frz. 6toffe f., ital. stoffa f., stoffo m. Gewirk, Zeug, Materiey. Dunkler Herkunft. Viell. zu lat. stuppa f.«Wergy. 4BL. stoffen, adj., 1741 bei Frisch. stofflich, adj.: auf den Stoff(Materie) bezüglich. 1787 b. Kramer, 1811 bei Campe als neu. Z0S. Stoffwechsel, m.: Wandel der Stoffe im Körper. Um 1850. Vgl. ZfdW. 7, 194.

Stoffel, m.(-s, Pl. wie Sg.), b. Goethe 2, 250 Stöffel«dummer Tölpely. Eig. Koseform des Namens Christoffel, Christoph aus gr. Jat. Chri- stophoros. Schon bei Fischart Garg.(Wacker- nagel Kl. Schr. 3, 160, Meisinger die Appellativ- namen, Programm Lörrach 1904 S. 7). Auch Toffel u. zgs. Fappstoffel, sowie Stoffel Rundhut, ꝓpfãlz., auch nordd.

stöhnen, v.: schwer beengt und mühsam