963 Steiper
Stentorstimme 964
Steiper, m.(-, Pl. wie Sg.): untergestellte Stütze. Noch mundartl. weit verbreitet. Basl. stüpper, els. stipper, hess. stipper, steiper, frk. steuper, stüpper m., luxemb.-siebenb. Steip f. Stütze, Strebes, auch nd. stiper(Richey, Däh- nert) u. stipel. 1400 in Frankfurt a. M. stiper. Daazu afrs. stipe f.«Pfahl, ags. stipere m. Stütze, Pfahly. Zu ags. stipan«errichten, erheben. Das Wort stammt also aus dem Ndd. 48L. steipern, v.: stützen;(refl.) sich stemmen, widersetzen. 1419 in Frankfurt a. M. stipern mit aufrechtstehendem Stützbalken als Wider- lage stützen», 1477 clev. stijpren. Obhess. stei- pern, ndhess. stippern, els. stipperen, basl. stp- pere, bayr. steupern, stüppern, pfälz. steibere.
Steiß, m.(-es, Pl.-e): der Hintre. 1716 bei Ludwig St. od. Bürzel eines Huhns, 1735 bei Günther u. 1678 b. Kramer(neben Stε) Steu, 1722 bei Freyer 334 Steus. Ahd. stiuz m.; dazu mnd. stãt m. der dicke Teil des Schenkels, Ober- schenkel, Steißy, nd. stlt n., ndl. stuit f. Nach Weigand zu stoßen(vgl. Zfd A. 42, 169 ff.). Vgl. Stoßß«Schwanzfedern des Vogels» in der Jäger- sprache. Z0S. Steißbein, n., 1780 b. Adelung, 2gs. mit Bein in der Bed.«Knochenꝰ.
Stelläge(spr.-ãz²e), f.(Pl.-n): Gestell. Bei H. L. Wagner Kindesmõörd. 7 Stellagie n., 1741 bei Frisch mit Beleg aus Chytraeus, 1711 bei Rädlein St.«Positury. Nach Kluge zuerst in einer«zeitung aus Brüsseb Basel 1568 Bl. 2, aus ndl. stellagie, mit frz. Endung von stellen.
Stelldichein, n.(*, Pl. wie Sg.), von Campe 1791 für Rendezvous(s. d.) gebildeter, anfangs bekämpfter, jetzt völlig geläufiger Ausdruck.
Stelle, f.(Pl.-n): Stehpunkt, Ort, den ein Ding einnimmt; Dienst, Amt eines Menschen, Stellung(erst seit dem 18. Jh.). 1541 b. Frisius 617 b stel!«Ordnungy, 672 b positts m. Stelle, Gelegenheit, 1537 bei Dasypodius statio f. Eyn stelle, eyn ort, da die schiff, od. Kriegßleüt stehen, 1437 Stelle f.«Schrank», mhd. nur in himelstelle f.«Himmelsthron. Von stellen. ZUS. Stellen- jäger, m.: zudringlicher Bewerber. Erst im 19. Jh. Stellmacher, m.: Wagner, der die Ge- stelle für den Wagen macht. Nordd. Spätmd. stellemacher(aus Schlesien). Zgs. mit Stell n. Gestell». Stellvertreter, m., 1780 bei Ade- lung; 1678 b. Kramer Stellzcalter. Stellwagen, m.: Omnibus, 2gs. mit Stell«Gtestell». Von Oster- reich im 19. Jh. vorgedrungen.
stellen, v.: stehen machen; an einem be- stimmten Ort stehen machen;(refl.) persönlich erscheinen. Mhd. stellen(Präs. stelle, Prät. stalte, Part. gestalt, selt. gestellet), ahd. stellan(Prät.
stalta, Part. gistalllilt, gestellit, Imp. stelle); da- zu asãchs. stellian(auch«gründen), ags. stellan. Grundform*Sstaljan, Bewirkungswort zu dem in gr. cre MNetv«stellen» vorliegenden Wort. Vgl. Stall. 4L. Stellung, f., spätmhd. stellungf., für ältres stallunge f.«Stellung, das Sicheinfin- den an einem Ortv.
Stelze, f.(Pl.-n): hölzernes Bein statt des natürlichen; Stange zumDaraufstehenu. Geben. Mhd. stelze, ahd. Stelza f.«Holzbein zum Geher; dazu mnd. stelte f., ndl. stelt f. u. mit Ablaut schwed. stylta, dün. stylte, engl. stilte. Vgl. auch Bachstelze. RA. auf Stelzen gehen«sich nicht natürlich benehmen». 1678 bei Kramer. Nicht sicher erklärt, vgl. KZ. 36,16, Idg. Forsch. 18,513, Btr. 18, 226. Viell. zu stolz(s. d.). ZUS. Stelz- fuß, m.,(auch Pers. mit einem St.), 1691b. Stieler.
stemmen, v.: widerhalten, unbeweglich machen, Bewegung hindern. Mhd. stemmen cstehen, steif macheny, im 15. Jh. auch intrans. «sich staueny. Von einem Stamme stam-, der auch in ungestüm steckt und eine Ableitung der Wa.*sthã«stehen» ist.
Stempel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Werkzeug zum Stampfen, Prägen; das damit geprägte Zeichen; Pistill der Pflanzen. Md. u. nd. Form von hd. Itempfel, b. Luther Spr. 27, 22 stempffel, 1618 bei Schönsleder Stempfl, 1678 bei Kramer Stempffel, bei Ludwig u. Rädlein mit p u. pf, bei Stieler 1691 mit p. Mhd. stempfel m.«Stößer, Stampfkeule, Grabstichel, Prägewerkzeug, ein-, aufgeprägtes Bild, andfrk. stempel, mnd.-ndl. stempel m. Von stampfen. 4BL. stempeln, v., bereits im 15. Jh. ZUS. Stempelpapier, n., 1711 bei Rädlein.
Stenge, f.(Pl.-n): oberer beweglicher Teil der Masten, Mastbaumstange, Topmast. 1716 b. Ludwig. Aus dem Nd. Ndl. steng f.«Stanges. Von Stauge.
Stengel, m.(‧J, Pl. wie Sg.): Pflanzenschoß zum Tragen des Blattes, der Blüte, der Frucht. Mhd. stengel, md. stengil, auch stingil, ahd.-and. stengil m. Von Stange.
Stenogrämm, n.(-els, Pl.-e): Nieder- schrift eines Stenographen. Zgs. aus steno-, gr. crevôcseng, schmal, dünmu.-gramm, gr. Tpãνν n.«Schrifty zu Tpdoeiv«schreibens. Steno- gräph, m.(en, Pl.-en): Kurzschreiber. 1813 b. Campe. Uber-graph s. Lerilcograph. Steno- graphie, f. Kuræschrift, Schnellschreibekunst. 1728 bei Sperander Stenographia. stenogrä- phisch, adj. Uber-graphie u. graphisch, s. Orthographie.
Stentorstimme, f.: sehr laute Stimme.


