Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
961-962
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961 steil

Stein 962

177; 22, 595). 4BL. Steigerer, m., 1716 bei Ludwig. Steigerung, f., md. im 15. Jh. steige- runge f., 1537 bei Dasypodius Steygerung«Ver- gantungy, 1538 b. Serranus dict. bSb ein mehrung oder steigerung im kau.

steil, adj.: schroff ansteigend od. abfallend. Zuerst früh im 15. Jh. am Niederrhein(Mone Quellen 302 b), 1477 clev., auch sonst ndd.(Die- fenbach gl. 8²³) u. noch heute steil. Entstanden aus nd. stegil, hochd. steigel(von Frisch 2, 328° aus der Handwerkersprache angeführt), mhd. steigel?, ahd. steigal«steil, abschüssig», and. stégili«abschüssige Stelley; dazu ags. stνρgel asteil, abschüssigy. Von steigen. Aus dem Ndd. vorgedrungen. Nach Adelungnurim gemeinen Leber». Obd. dafür stickel(s.d.) 4L. Steile, f., im 18. Jh. Steilheit, f., 1810 bei Campe. 20S. steilrecht, adj.: senkrecht.

Stein, m.(els, Pl.-e): Fels; fester, harter, unorganischer Körper;(gedrechseltes) Scheib- chen im Damespiel; steinharte Kernschale von Früchten; Zentner. Mhd. stein«Fels, Felsen- schloß, Blasenstein, Figur im Schachspiele, steinharte Kernschale, etwa Zentnerꝰ, ahd. stein m.; dazu asächs.-afrs. stén, ndl. Steen, ags. stän m., engl. stone, anord. steinn, schwed.-dän. sten, got. stains m. in den beiden ersten Bed. Urverw. mit abg. sténa f. Mauers, serb. stijena f. Felsenwand», Pl. Stijene«Felsen»; entfernter steht gr. criaf., criocm.«Steinchen». RA. einen St. auf jem. werfen, nach der altjüdischen Strafe der Steinigung, vgl. 3. Mos. 20, 27 u. Joh. 8, 7. Das mõchte einen St. erbarmen, mhd. eg erbarmet einem steine, ir klage.. mohte erbarmen einen stein, schon lat. adamanta movere lacrimis Ovid art. am. 1, 659, vgl. Grimm Myth. 611. St. u. Bein frieren, schzwõören, s. Bein. 4BL. steinen, v., mit Steinen versehen, s. rainen. steinern, adj., oft bei Luther, älter steinen, 1482 im voc. theut. ee 7 5b stagnein, mhd. steinin, ahd. sfeinin, afrs. stẽõnen, ags. stnen, got. staineins. Entspre- chend abg. steninä«steinigs. steinicht, adj., 1414 steynecht, mhd. steinot, steineht, ahd. stei- naht, ags. stcniht. steinig, adj., mhd. steinec, steinic, ahd. steinag, ags. stõnig, got. stainahs. steinigen, v., oft bei Luther, im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 318 b, auch 1477 clev. steynigen, für ältres steinen, 1482 im voc. theut. ff 22 Steynen, mhd. steinen, ahd. steinön, ags. stnan(aus stainjan), got. stainjan. Davon Steinigung, f., 1561 bei Maaler. ZUS. Steinadler, m.: der Raubvogel aquila fulva, 1687 bei Hohberg Adel. Landleben 2,777 für ältres Stockaar,s. d. stein- ält, adj.: sehr alt. Im 16. Jh. stein hat hier ver-

weigand, Deutsches Wörterbuch.

5. Aufl. II. Bd.

stärkende Bed. angenommen, vgl. Wilmanns D. Gr. 2, 553. Steinbeißer, m.: Vogelname (1555 bei Gesner Hist. avium 264 steinbysser, 1557 bei Heußlin 230 steinbeysser); Fischname (Spätmhd. steinbize m.). Steinbock, m.: das Gebirgstier lat. ibex, mhd. steinboc, benannt, weil er in den Felsen der Gebirge lebt. Das Weibchen heißt Steingeiß f., mhd. steingei; f. Steinbrech, m.(-s): die Pflanze saxifraga, be- nannt weil sie gegen den Blasen- u. Nierenstein angewandt wird, den sie zerbröckelt(Plinius hist. nat. 22, 30, Bock 195 ff., Lonicerus 248). Mhd. steinbreche, ahd. steinbreha f.(auch bei Duez u. Kramer F., bei Maaler M.). Stein- bruch, m., im 15. Jh.; andre Ausdrücke sind Steingrube, md. 1372 steyngrühe u. Steincaute. Steinbutt, m., auch-butte, f.: Butt(s. d.) mit Steinen in der Haut. 1780 b. Adelung. Stein- druck, m., Verdeutschung von Lithographie. Im 19. Jh. Steineiche, f., 1664 b. Duez. Stein- galle, s. 2 Galle. Steingeiß, s. Steinbock. Steingut, n. härtresirdenes auf der Oberfläche verglastes Geschirr. 1780 bei Adelung. stein- härt, adj.: hartwie Stein, sehr hart, mhd. stein- herte. Steinhauer, m., im 15. Jh. steinhouwer m. Steinkauz, m.: die Eulenartathenenoctua. Im 15. Jh. belegt. Vgl. Suolahti 319 ff. Stein- kohle, f.: wie Stein aussehende fette Kohle, schon 1429 von der Saargegend steyne kole (Weist. 2, 34). Steinmetz, m.(-en, Pl.-en): Steinhauer. Mhd.-md. steinmetze, ahd. stein- melz)zo m. Metz gehört zu dem unter Maiß u. Meißel besprochnen Verb got. maitan chaueny. Steinobst, n., mhd. steinobez n.-Obst, dessen Kern eine steinharte Schale hat», wie Kirsche, Pflaume. Steinöl, n., 1678 b. Kramer, eig. aus Rissen u. Spalten des Kalksteins fließendes Ol, vgl. Petroleum. Steinpilz, m.: der Edelpilz boletus edulis. 1780 bei Adelung cim gemeinen Lebem. steinréich, adj.: sehrreich, eig. ereich an Edelsteinewö. Mhd. steinriche reich an Stei- nem. Ubertragen 1568 bei Mathesius Sar. 161 b. Steinsalz, n.: das in Steinform gewonnene Salz. 1678 b. Kramer. Steinschmätzer, m.: der Vogel saxicola oenanthe. 1531 bei H. Sachs Regim. d. Vögel 174 stainschmatas f., vgl. Suo- lahti 49, benannt nach dem schmatzenden Laut, den der Vogel hören läßt, u. weil er in Stein- haufen lebt. Steinweg, m.: mit Steinen ge- pflasterter Weg, mhd. steinzwecm.«gepflasterter Wegy. Steinwein, m.: Wein vom Stein (Felsen) bei Würzburg. Bei Voß Luise 1, 623. Steinzeit, f.: Zeit, in der man steinerne Werk- zeuge u. Geräte gebrauchte. Im 19. Jh. 61