Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
959-960
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959 stehlen

steigern 960

stän(Präs. ich stéln], wir stén u. stäſn], mfrk. 2., 3. Sg. Steist, Steit, Prät. stuont,[md. stänt], selt. stuot, stuonden, Konj. stüſe]lnde, Part. ge- standen, zuw. gestän, Imp. stant, stã, sté), ahd. standan, stũn, stén(nur bayr. frk.)(Präs. stäm, stän u. stém, stén, Konj. stante, sehr selt. sté, Prät. stuont, alt, aber selt. stuot, Konj. stuonti, Part.(gi)stantan; dazu asächs. standan, stän (2. Sg. Präs. stés, 3. Sg. stéd, stãd, steid, Pl. stãd, Prät. Stõd, Part. gistandan), ndl. staan, afrs. stonda, stãn, ags. stondan(Prät. stõd, Pl. stödon, Part. stonden), anord. standan, schwed. st, dän. staa, got. standan(Prät. stôp, Pl. stõpum). Verw. mit lat. Stäre«stehen», gr. icrdvci«sich stellens, ir. tãu cbin, lit. stãjuos«stelle mich, tretes, abg. stajdh«stelle michy, aw. apers. stäãja-«stellen), aw. histaiti, aind. tisthati«steht», die auf eine idg. Wz.*sthã führen, daneben Formen von sthi in Staude, stutzen, Stock, vgl. Idg. Forsch. 12, 195. Das germ. Verb läßt sich aber nur auf eine Form sthé, sthaizurückführen, während das-nd- eine sonst nichtvorhandene Präsenserweitrung darstellt. Das Prät. mhd. stuont, nhd. stund findet sich noch im 18. Jh. bei Lichtwer, Klinger, Schiller(Räuber 1, 1) usw., stunden noch bei Goethe 8, 147(Götz), 19, 165(Werther), Konj. stände(bei Schiller). Die urspr. Bed. ist«sich stellen?, u. es wird urspr. im Mhd. u. noch im ältern Nhd. regelmäßig mit sein verbunden, während dies jetzt nur noch südd. ist; auch er- forderte diese Bed. den Akk.(mhd. dõôstuonden in diu venster die minneclichen kint Nibel. 366, 1), die auch nochnhd. vorkommt(er muß vor seinen Richter stehen(Schiller Tell 4, 3], sie soll an den Pranger stehen[Kabale u. L. 2, 7), Goethe Zauberlehrl. 80, u. noch bei G. Keller). ZUS. Stehauf, m.: kleine Spielfigur, auch Trinkglas, das sich immer wieder aufrichtet. Imp. Bildung zu aufstehen. 1810 bei Campe. Stehkragen, m., ebd. Stehplatz, m.: Platz im Theaterusw., auf dem man nur stehen kann. Stehpult, n., 1810 bei Campe.

stehlen, v.(Präs. stehle, stiehlst, Praät. stahl, Konj. stählest, stöhlest, Part. gestohlen, Imp. stiehl): durch heimliche u. unrechtmäßige Weg- nahme sich aneignen. 1664 bei Duez stehlen, 1537 bei Dasypodius stelen. Mhd. stel(e)n, ahd. stelan(Präs. stilu, Pl. stelamés, Prät. stal, Pl. stälum, Konj. stäli, Part. gistolan). Dazu asächs.-ags. stelan, ndl. Stelen, engl. steal, afrs.- anord. stela, schwed. stjäla, dän. stjäle, got. stilan(Prät. stal, stélum, Part. stulans). Nach Btr. 13, 460 zu gr. crepicketv, crépeiv«berauben⸗ (das l durch Beeinflussung von hehlen) od. zu

lat. stellio m.«ränkevolle Person», ir. Slat«rau- ben), vgl. Walde. Unsicher ist lat. stlãta f.«Art Raubschiff. 4L. Stehler, m., mhd. steler.

steif, adj.: durch Unbeweglichsein der Teile unbiegsam; ungeschmeidig, ungelenkig. Mhd., bes. md. stif, aus dem Ndd. vorgedrungen, mnd.- mndl.-ags. sti¹†, ndl. stijf, engl. stiff, entl. dän. stiv, schwed. stgf; dazu ablautend afrs. stef, vgl. Stift. Urverw. mit lat. stipes m.«Stamm, Stock, Pfahl», stipdre«dicht zusammendrängen, lit. stiptizerstarren», stipris«stark, kräftige. 4 L. Steife, f. Steifsein(1537 b. Dasypodius); Holz- stütze. steifen, v., 1678 bei Kramer«Kragen stärken?; sich worauf st., 1651 bei Fleming 546. Steifheit, f., steifes, verlegnes Wesen. Im 18.Jh. ZUS. steifleinen, adj.:(eig.) aus stei- fem Leinen;(übertr.) unzugänglich. Im 19. Jh.

Steig, m.(Lels, Pl.-e): Fußweg, Pfad, meist ein in die Höhe führender. Mhd.-spätahd. stic (Gen.-ges); daneben ahd. stiga f., ags. stig f. Vgl. Steg u. Stieg. Dazu auch Steige, f.(Pl.-n/): steile Fahrstraße(Schiller Räub. 5, 1). Nochobd. Mhd. steige, ahd. steiga, got. staiga f.«zur Höhe gehender Weg». Beide von steigen, v.(Präs. steige, Prät. stieg, Konj. stiege, Part. gestiegen, Imp. steigle]): auf- od. abwärts schreiten; sich in die Höhe heben. Mhd. stigen, ahd. stigan (Prãs. stigu, Prät. steig, Pl. stigum, Konj. stige, Part. gistigan, Imp. stig); dazu asächs.-ags. stigan, ndl. stijgen, anord. stiga(treten), schwed. stiga, dän. stige, got. steigan. Urverw. mit gr. creixeiv«steigen, treten, ir. tiagaim gehes, alb. Stel«Durch-, Eingangy, abg. stignqli ckommen, erreichenꝰ, lit. staiga«eilend, plötzlich,, lett. steigt«eilen, staigãt«wandeln; dazu auch viell. lat. ve-Sstigium n.«Fußspury, s. Walde. 4 B L. Steiger, m.: der Steigende(mhd. stéger);(im Bergbau) Grubenaufseher. Im 16. Jh.(bei Agri- cola 706 b, Mathesius Sar. 40²). Steigung, f. (Pl.-en), mhd.(im Pass.) steigunge«Erhöhungo, (von mhd. steigen, s. steigern), stigunge b. Diefen- bach gl. 515. ZUS. Steigbügel, m., 1664 bei Duez; dafür das einfache Bügel 1639 b. Comenius Spr. Nr. 451. Steigeisen, n.: Eisen unter dem Fuß zum Bergsteigen.

Steige(20 Stück), s. Stiege. Ssteigern, v.: durch Mehrgebot in die Höhe treiben; im Geldeswert in die Höhe treiben; durch Mehrgebot erkaufen; zunehmen machen. Spätmd.(15. Jh.) steigern den Preis erhöhen». Von steiger, der stäãts auf ein Ding mehr bietet (Henisch 376, 15 f.), 1537 bei Dasypodius 434 ² cunderkäuffer» von mhd. steigen«in Zahl, Wert, Preis steigen machen»(Mon. boica 7, 171; 10,