Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
957-958
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957 Steckbecken

stehen 958

chen; wegnehmen; turnieren»; auch gleich stecken; ahd. stehhan(Präs. stihhu, Prät. stah, Part. gistohhan, Imp. stih)«stechen; dazu asächs. stecan, nd.-ndl. Steken, afrs. steka. Got. nur in stils«Punkt-, s. Stich. Dazu stellt man gr. crigeiv«stechen⸗, criruo n.«Stich, Malp, lat. instigãre«anspornen, anstacheln», aind. féjaté gist scharf, schärfty, tigmäs«spitzig, scharfs, russ. stegãti, stegnuti«steppen, durchnähen», indem man Ablautsentgleisung annimmt. Bes- ser ist viell. von idg.*stejeg, germ.*st()eg aus- zugehen. 43L. Stecher, m.: Mensch, der sticht(mhd. stechœre m., auch«Mörder»), nhd. namentl. vom stechenden Künstler(Kupfer- stecher); Gerät zum Stechen; Augenglas(Feld- stecher); Tintenbehälter mit Stachel zum Fest- stecken. ZUS. Stechapfel, m.: die stachlichte apfelartige Fruchthülse von datura stramo- nium, die Pflanze selbst. 1565 b. Bock Kräuter- buch 330. Die Pflanze kam über Venedig nach Dtschld. Stechbahn, f.: Bahn für das Spiel des Stechens. 1716 b. Ludwig. Stechbecken, s. Steckbechen. Stechbeitel,-beutel, m., 1780 b. Adelung. S. ¹Beutel. Stechfliege, f., ebd. Stechpalme, f., 1587 bei Lonicerus 33°. Steckbecken, Steckbrief, s. stecken. Stecken, m.(-s, Pl. wie Sg.):(dünnrer) Stab. Bei Luther 4. Mos. 17, 3 noch stecke m., mhd. stecke m.(Pl.-n)«Stecken, Knüttel, Pfahl, Pflock», ahd. stecc(h)o, stehho m. Stachel(zum Antreiben), Pfahl, Pflock, Stock»; dazu and. stekko m., ags. sticca m., engl. stick Stock», anord. stjaki m.«Pfahl, Stange». Wohl eig. «der Stecher»(Stachel) von stechen. Anders Idg. Forsch. 18, 499, wo lat. tignum n.«(Balken, Baumstammꝰ, arm. thaln«Knüttel, Schlegel, Keule» verglichen wird. Vgl. auch Sticken. Entl. ital. stecco m.«Dorn. ZUS. Stecken- pferd, n.: ein Stecken als Reitpferd(1691 bei Stieler-buntbemaltes hölzernes Pferdchen»); ins Kindische spielende Neigung od. Eigenheit (Im 18. Jh. bei Bode Tristam 25). istecken, v. tr.(Präs. stecke, steckst, Prät. steckte, Part. gesteck): einstechend haften ma- chen. Mhd. stecken(Prät. stacte, stahte,[noch 1697 im Schelmuffsky 12 stackte], Part. gestacket, gestact, gestaht), ahd. ste(c)chan(Prät. stacta, Part. gistact, gistecchit)«stechend haften ma- chen,(stechend) befestigen», Bewirkungswort zu stechen. 4L. Steckling, m.: in die Erde gestecktes Reis zum Weiterwachsen. Im 18. Jh. ZUS. Steckbecken, gew. Stechbecken, n., wohl nd. mit der Verwechslung von stechen u. stecken. Steckbrief, m.: öffentliches Aus-

schreiben mit Beschreibung einer Person zu deren Verhaftung. Urspr. Ladebrief eines Fem- gerichts, der dem Beklagten in den Torriegel seines Hauses gesteckt wurde(Grimm Rechts- altert. 845). Anfang d. 17. Jhs.(vgl. Wehner pract. jur. observat. select. liber 623). Steck- fluß, m., 1711 b. Rädlein, jetzt meist Stickftauß, s. d. Steckkissen, n.: Taufkissen. 1810 bei Campe. Stecknadel, f., spätmd.(1422) steck- nolde f., 1420 stickenälde. Steckrübe, f. Rübe, die zuerst gesät und dann verpflanzt(gestecet) wird, Kohlrübe. Im 15. Jh.(Diefenb. gl. 375). Bei Maaler stickrübe. Steckzwiebel, f., 1678 bei Kramer.

2stecken, v.(Präs. stecke, stekcst u.(vulgär) stikst, sticht, Prät. steckte u. stak, Konj. steckete u. stälte, Part. gesteckt, nordd. volkstümlich ge- stochen):(intr.) eingestochen haften; worin fest haften; sich wo befinden, mit dem Nebensinn des Verborgenen(1691 b. Stieler). Mhd. stecken (Prãt. stelete, Part. gesteckcet), ahd. bei Notker stecchén«festhaftens. Zu stechen. Die starken Formen finden sich seit dem 16. Jh., stickestu (2. Sam. 16, 8), stickst, stickt bei Goethe 12, 95, 96, 97; stack b. Kaisersberg Postill. 2, 87 2, Pauli, Schupp 244, Wieland Abderiten 3, 3, Schiller, stalc bei Goethe 8, 95, 102. Das Part. gestocken ist ganz unüblich geworden, wohlaber hört man häufig wo hast da gestochen?

Steeplechase(spr. stiplsches), f.(Pl.-n): Kirchturmrennen, Rennen mit Hindernissen. Aus glbd. engl. steeple-chase, zgs. mit engl. steeple«Kirchturm» und chase«Jagdy, worin aber steeple verstärkende Bedeutung zu haben scheint. Zfd W. 3, 332 Nachweis von 1843.

Steffen, Mannsname, aus gr. récauvoc, eig. Kranzo.

Steg, m.(Jels, Pl.-e): schmale Brücke; Fußweg(Bürger Lenore 3). Mhd.- ahd. stec (Gen.-ges) Brückey. Zu steigen. Entl. finn. lilkas«Leitery.

Stegreif, m., nur noch in der RA. aus dem St.«ohne Vorbereitungo, im 17. Jh. bei Logau 1, 8, 12, eig. cohne vom Pferde abzusteigen», denn mhd. steg(e)reif, spätahd. stegareif m. ist«Steig- bügeb-. Dazu mnd.-mndl. stegerép m., ags. stig- rãp m., engl. stirrup, anord. stigreip n.«Steig- bügel», eig.«Reif zum Steigens(ahd. stegön «steigen»). 1540 b. Alberus dict. R 32 steigreijy.

steh(e)n, v.(Präs. stehe, stehst, Prät. Stand, Konj. stände, Part. gestanden): sich aufrecht befinden; sich wo als an seinem Orte befinden; worin beharren; sich in einem gewissen Ver- hältnis befinden. Bei Lutherstehen. Mhd. stén,