Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
955-956
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955 stauben

stechen 956

Reinigen von Staub(in diesen 2 Bed. 1780 bei Adelung); aufstöbernder Jagdhund, jetzt gew. Stõber, mhd. stõuber m. staubig, adj.: Staub an sich habend; Staub von sich gebend. Mhd. stoubec, stoubic, auch md. 1420 steubig u. daher noch 1678 bei Kramer stäubig. ZUS. Staub- faden, m.: fadenförmiger Teil der Blüte, der den Blütenstaub trägt. 1780 b. Adelung. Staub- mantel, m., 1810 bei Campe. stauben, v.: Staub von sich geben; Staub erregen; Staub entfernen(in abstauben). Eins mit stäuhen, aber zu Staub gezogen. stäuben, v.:(eig.) stieben machen, Staub erregen; aber auch in denselben Bedd. wie stauben. Mhd. stouben, stõuben, auch s. v. a.«aufscheuchen, Jagen», ahd. stouben«fliehen machen?. Bewir- kungswort zu stieben. 1Stauche, m.(-ns, Pl.-n), f.(Pl.-n): enger Muff, Pulswärmer u. a. Noch obd.-hess.-wester- wäld. Mhd. stüche m. f. cherabhängender, weiter, offner Armelam Frauengewand, Kopftuch», ahd. stũcha f.; dazu ags. stocu f. danger Armel», anord. stüa f.«Armel»(entl.2). Wohl zu stauchen. *2Stauche, f.(Pl.-n), m.(-as, Pl.-n): zum Trocknen hohl und spitz aufgestellter Büschel Flachs oder Hanf. Aus nd. stuke f. Von nd. stulcen, s. 1Stauchen. 1Stauchen, v.: steif in Höhe stehen machen (Mathesius Syr. 287 2); aufstoßen, fest eindrük- ken; in Büscheln(Stauchen) aufstellen. Inletzter Bed. entl. aus ndd. stuken«in Haufen stelleny. Schon and.-frk. stäkan«stoßen, stoßend ver- letzen». Dazu 1598 ndl. stuychen cerschüttern, stoßeny und nndl. stüken«stoßen, in Haufen setzen». Urverw. mit lit. stäkti«in die Höhe steheny und zu der Wz.*sthã steheny. 2stauchen, v.: Wasser zurückdämmen. Neure Nebenform von stauen. 1741 b. Frisch. Staude, f.(Pl.-n): Pflanze aus stengelarti- gem Wurzeltrieb od.-triebeny. Mhd. stãde f., ahd. Stãda f.«Stauden. Nur hochd. Zu gr. cruetv cstarren, steif seiny u. weiter zu stehen, s. stau- chen. 4B.L. staudig, adj., ahd. stadac. stauen, v.: stehen machen; hemmend still- stehen machen,(bes. von Flüssigkeit) durch Stehenmachen schwellen; fest schichten. Als Wort des Wasserbaus im 17. Jh. aus dem Nd. vorgedrungen, mnd. stouaen, nd. stauen«hem- mend stillstehen machen, durchsStehenmachen stellen, fest schichteny, auch md. sich stouwen «im Fließen gehemmt werden». Das mhd. anders entwickelte stõöuwe)n, md. stou(we)n«ankla- gen, klagen über, schelten; Einhalt tun gebie- ten», ahd. stouzoan hält sich noch obd. Dazu

ags. stôwian«zurückhalten», got. stöjan crich- ten», eig.«festsetzen», urverw. mit abg. staviti astellen zur idg. Wz.*thã- astehen, stellen».

Stauf, m.(-els, Pl.-e): Becher; Humpen; Gemäß. Noch thür. u. weit verbreitet in Orts- namen. Mhd. sfouf m., ahd. stoupf, stouf m.; dazu(and. stoupa?), ags. stéap m., anord. staup n. und ags. stéap esteil, hochy, wohl urverw. mit lett. Stubaris, staubens Baumstumpf,, lit. stau- bunas m.«Stiel, Stengel».

staunen, v. in großer Verwundrungstehen. Ein schweiz. Wort, 1730 von Haller 97 in die Schriftsprache eingeführt, eig.«starr seinn, wie noch b. G. Keller 7,31. Alter ist erstaunen, 1541 bei Frisius 600 à erstunen, 1537 bei Dasypodius erstunnen. Mhd. nicht nachweisbar. Viell. entl. aus glbd. frz. 6onner, afrz. estoner von lat. rex- tonãre, klass. attonãre, eig. angedonnert sein. Falls es alt sein sollte, könnte es zu gr. crꝰetv «steif dastehen), lat. stupére«betäubt sein, star- ren» gehören. ZU0S. staunenswert, adj., bei Schubart 5, 26(Scheible).

1Staupe, f.(Pl.-n): Krampfanfall mit Glieder- zucken; Krankheitsanfall. Md.; obhess. staupe, ndhess. stuppe, wetterau. stäupe, nd. stupe, ndl. 1598 bei Kilian stuype f., auch«Fieber», schles. bei Scherffer( 1674). Viell. eins mit dem folg. 2 Staupe, f.(Pl.-): große Rute zur öffent-

lichen Züchtigung; Schläge damit. 1482 im voc. theut. ee 8 b staupp oder pranger, md. stüpe f. «Schandpfahl»(Passional). Eig. ndd. Rechts- wort, mnd. Stũõpe f.«Rute, Schläge damit», afrs. stũpa f. cöffentliche Züchtigung mit der Rute». Wohl zu stupfen, s. d. Vgl. Btr. 18, 218. ZUS. Staupbesen, m.: Besen zum Staupenschlag. Bei Luther 16, 511 W. stäupen, v.: mit Ruten streichen. Bei Luther steupen. Davon Stäupung, f., 1691 bei Stieler.

Stearin, n.(-e]s): gereinigter Talg. 1834 bei Petri. Von gr. créop n. Talgy.

Stechapfel usw., s. stechen.

stechen, v.(Präs. steche, stichst, Prät. stach, Konj. stäche, Part. gestochen, Imp. stich): durch eindringende Spitze verletzen; übertr. auf ähn- liches wie das Stechen der Sonne; schmerzen wie von einem Stich; auf Stoß fechten(daher die RA. nicht gehauen u. nicht gestochen, 1716 b. Ludwig); in Kupfer stechen(daher schreiben wie gestochen); in die See gehen(stechen), 1741 bei Frisch; beim Kartenspiel einen Stich durch Trumpf nehmen(1711 bei Frisch); nordd. und md. vulgär für stechen(1741 b. Frisch), namentl. auch«eine Ohrfeige gebeny. Mhd. stechen«ste- chen; versuchen, auf die Probe stellen; erste-