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Staub 954
glbd. mlat. stationarius, 1747 im Math. Lex. von Planeten.— statids, adj.: Staat machend, prunkend. Aus staatisch umgebildet. In den Ma. weit verbreitet, aber erst 1813 b. Campe gebucht.
stätisch, adj.: nicht von der Stelle zu brin- gen, widerspenstig. Erst 1810 b. Campe. 1741 b. Frisch aus dem Ndd., wo schon mnd. stedisch, stedes. Daneben das jetzt veraltete stätig, mhd. stetic, ahd. stetig feststehend»; dazu mudl. stedich, ndl. Steeg chalsstarrig, hartnäckig, anord. stõödugr«feststehend» u. wohl ags. stedig «sterilis», engl. steady«standhaft, beständig. Abg. von Statt.
Statist, m.(en, Pl.-en): stumme Person auf der Bühne(1767 bei Lessing 7, 52);(im 17. u. 18. Jh.) Staatsmann(noch 1801 bei Adelung «der Staatswissenschaft kundig»). In 2. Bed. neue Bildung von Staat, daher auch häufig Staatist geschrieben, in 1. Bed. wohl zu lat. sta- kus m. Stellung, Positur». Statistik, f.(Pl.-en): Lehre vom Staat und den menschlichen Ver- hältnissen, bes. soweit sie durch zahlenmäßige Nachweisungen zugänglich sind. Um die Mitte des 18. Jhs. in d. Bed.«Staatswissenschaft» entl. aus glbd. frz. statistique f., von lat. status m.«Zu- stand, Lages. Dazu statistisch, adj., im 17. Jh.
Stativ, n.(-Lels, Pl.-e): Gestell für den Meßtisch usw. 1747 im math. Lex. mit Beschrei- bung, aber schon 1640 nd. stastieff«Stellorgel». Aus lat. statzvum, dem Ntr. des lat. Adj. statlvus cfest-, stillstehend zu stäre«stehenn.
statt, Präp. mit Gen., aber auch(seit Les- sing u. Wieland) häufig mit Dativ(Lessing 8, 69, Goethe 3, 81). Eingetreten für anstatt(s. d.), zu- erst1652 b. Scheffler Cherub. Wandersmann6, 239.
Statt, f.(ohne Pl.): Standort, Ort des Seins, Stelle. Urspr. eins mit Stadt, s. d. Ebenso Stät- te, f.(Pl.-n), das sich aus dem Gen. Dat. mhd. stete zum Nom. entwickelt hat, viell. unter Ein- fluß des mnd. stedle. Bei Luther stete, im 15. Jh. stete«Schießstätte», welche Schreibung als Stãte noch häufig bei Goethe. 1statten, nur in vonstatten gehen, zustatten kommen ist Dat. Pl. von mhd. stat(e), md. auch stade, ahd. stata f. cdas, wodurch etwas ins Werk gesetzt werden kann, bedingendes Verhältnis, Standpunkt, be- quemer Ort oder Zeitpunkt, gute Gelegenheit, Hilfe?(s. gestatten), einer Nebenform zu Statt. Neben mhd. ze statten auch ze state, ahd. ai stato cbequem, zu gelegner Zeits).— 2statten in ausstatten(s. d.), gestatten(s. d.) kam früher allein vor, 1482 im voc. theut. ee 7 bu. 8b Statten. — stattfinden,-geben,-haben, zgs. mit Statt, mhd. state f.(s. 1statten). Mhd. state
vinden«günstige Gelegenheit wozu finden, in den Stand, d. Lage wozu kommen)y, state hän «günstige Gelegenheit wozu haben, in dem Stand, der Lage wozu sein, stattgeben 1541 bei Frisius 147 b, 187 2 czulassen, weichen', eim statt- geben(ebd. 520 ²), 1561 stattgäben b. Maaler.— statthaft, adj.: zulässig, gültig, mhd. statehaft cetwas zu tun imstande, begütert, wohlhabend, gerüstet wozu seiend, ahd. nur in unstatahaft cinstabilis, inconstans, incessanter», 2gs. mit ahd. stata, s. 1statten.— Statthalter, m.: Stellvertreter, bes. eines Fürsten, Regent eines Landes. Anfang des 15. Jhs. belegt, Nachbil- dung des mlat. lociservator oder locum tenens. Ebenso mnd. stedeholder, ndl. stadhouder, dän. statholder, schwed. Stäthallare. Zgs. mit Statt. Davon Statthalteréi, f., 1691 bei Stieler, und Statthalterschaft, f., 1741 bei Frisch; 1598 bei Kilian ndl. stadhouderschap.— stattlich, adj.: als ansehnlich in die Augen fallend. Im 16. Jh. in jetziger Bed. Wahrscheinlich abgel. von Staat«Prunk». Dazu mnd. statelik, ndl. statelijle«stattlich, großartig», ostfrs. statelk «stattlich, feierlich». Mhd. kommt das Adv. statelich e)«gehörigerweise, angemessen ruhig, gemach» vor, ahd.(zuerst bei Notker) statelicho cgehöriger-, bequemerweise»,(von stata, s. istatten), was aber wohl nicht die Vorstufe des nhd. Wortes ist.
Statue, f.(Pl.-n): Bildsäule. 1728 b. Sper- ander; im 17. Jh. statzaa. Aus glbd. lat. statua f. Daneben im 18./19. Jh. d. Aussprache Statä nach frz. statue f., vgl. Gomb. 3, 2.— statuieren, v.: feststellen. Im 15./16. Jh. entl. aus lat. sta- kuerechinstellen, festsetzen, bestimmem. RA. ein Exempel statuieren«streng bestrafen. 1669 im Simpl. 230. Nach lat. eremplum statuere.— Sta- tür, f.(Pl.-en): Leibesgestalt, größe. 1572 b. Rot. Das glbd. lat. statãraf.— Statüt, n.(els, Pl.-en): Grundgesetz, Satzung, Gesellschaftsbe- schluß. Mhd.(1340— 47) statut n.; b. Wyle 288, 1716 bei Ludwig Statute f. Aus lat. statätum, dem Ntr. d. Part. Perf. Pass. von statuere(s. o.).
Staub, m.(-Lels: das in kleinste Teile Auf. gelöste, Stiebende eines trocknen Körpers. Mhd. stoup(Gen.-bes) m., md. stõp, ahd. stoub. Daneben glbd. ahd. stuppi, mnd. stuhbe, got. stubjus m. Zu stieben. RA. sich aus dem Staube machen, Umbildung der biblischen Geschichte Matth. 10, 14(den Staub von seinen Füßen schütteln) oder aus dem Kriegsleben«sich aus dem Staub der Schlacht machen. Im 16. Jh. 4BL. Stäube, f.:Staubbach. Bei Uhland. Stäuber, m.: einer der stãubt(von Staub reinigt); Werkzeug zum


