951 Stapfe
Station 952
1510 im Liber vagatorum(Kluge Rotwelsch 38 u. 55) stabäler m. Vgl. Hochstapler.
Stapfe, m.(-/, Pl.-n): Abdruck des Fußes im Boden. Mhd. stapfe m. u. f.«Auftreten des Fußes, Fußspur, Stufes, ahd. stapho, staffo m. neben starkem staph m. Schritt, Stufe, mhd. (selten) stapfm.; dazu mnd. stappe, ndl. stap m., ags. stœνpe, stepe m., engl. step«Schritt, Tritt. Gleichen Stammes wie Staffel, Stufe, stampfen. Aus dem Germ. entl. ital. staffa f.«Stegreif»(s. Stafette). stapfen, v. fest auftretendschreiten (Wieland Oberon 6, 42), mhd. stapfen, stepfen, md. stappen, ahd. stapfön(in nãh stapfön nach- treteno); dazu mnd.-ndl. stappen, engl. step, aber ags. stark stœppan(Prät. stõp)«schreiten».
1Star, m.(-els, bayr. nur-en, Pl.-e,-en, Goethe 16,3): der Vogel sturnus. Bei Dasypo- dius 1537 Staar, mhd. stär m.(Gen. u. Pl. sfärn), aber ahd. stärd f.; dazu mnd. stdr m., ags. stœær m. und stearn m., engl. stare u. starling, anord. stari m. Urverw. mit glbd. lat. starnus m.
2 Star, m.(Tels, Pl.-e): krankhafte Verdunke- lung des Auges. Bei Luther Star, b. Duez 1664 Staar m., mhd.- ahd. nur im Adj. starblind(s. d.), dazu mnd. star n., ndl. staur f. ZUS. starblind, adj., mhd. u. mnd. starblint, ahd. staraplint, dazu afrs. starublind, mndl. staerblent, nndl. staar- blind, ags. stœrblind. Engverw. mit ahd. starén, mhd. starn«die Augen unbeweglich aufetw. rich- ten»(s. Starren), demnach Staar urspr.(krank- hafte) Starrheit der Augen»(vgl. Ahd. Gl. 1, 170, 19— 22 und 171).
3Star, m.(-els, Pl.-e): Berühmtheit, bes. des Theaters. In neurer Zeit aus engl. stare«Sterny.
Stär, m.(—S, Pl.-e): Schafbock, s. Sterke.
stark, adj.(Komp. stärker, Sup. stärlcst): starr und fest standhaltend, zum Standhalten tüchtig; kraftvoll; an mfang groß. Mhd. starc, ahd. star(a)ch, stark(Komp. starchiro, Sup. starchist); dazu asächs. starc(auch«feindlich, böse»), mnd. stayrlc, sterk, afrs.-ndl. sterk, ags. steurc fest, hart, kraftvollo), engl. stark, anord. sterkxr, styrler, schwed. stark, dän. sterkk. Verw. mit ahd. storchanén«starr und hart werden», anord. storkna gerinnen?, got. gastaurknan cvertrocknen» und npers. suturg«stark». Vgl. Idg. Forsch. 18, 518. Anders KZ. 40, 502. 4 BL. Stärke, f.(Pl.-n), mhd. sterke, ahd. starch?, sterch f. stärken, v., mhd. sterken, ahd. ster- chan(Praät. starhta); dazu mit Ablaut anord. styrkja«stark machen, kräftig unterstützen?. Stärkung, f., im 15. Jh., auch schon ahd. star- chunga. ZUS. Starkgeisteréi, f., Schlagwort für Freidenker im 18. Jh. 1773 b. Gotter. Schon
im 17. Jh. starker Geist als Entsprechung des frz. esprit fort. Vgl. Ladendorf.
1Stärke, f.: Kraft, s. stark. 2Stärke, f. (Pl.-n): mit Wasser angemachtes Weizen- oder Reismehl zum Steifmachen der Wäsche. 1605 bei Hulsius stärck. Von stark in dessen ältrer Bedeutung, vgl. auch engl. starch«Mehl zum Steifen der Wäsche». 4 BL. Stärken, v., 1605 bei Hulsius. ZUS. Stärkemehl, n., 1517 bei Trochus K 4 starckmel oder krafftmel.
Staröst, m.(0en, Pl.-en): Landeshauptmann, Statthalter in Polen; Bauernältester, vogt in Schlesien, Polen, Rußland. Md. im 14. Jh. staroste m., aus glbd. poln. starosta m. eig. der Altey, von abg. start altn.
starr, adj.: unbeweglich und unbiegsam. Erst nhd. Dafür 1482 im voc. theut. ff 1 u. i 4 b sterr, mhd. sterre, stärr(e), noch bayr. sterr, tirol. stäãr. Ahd. nur in starablint(s. 2Star). Urverw. mit gr. crepeòc, creppöc«starr, hart, festy, lit. stirõti«steif dastehen». starren, v.: starr sein, werden. Mhd. starren, sterren. Dazu got. andstaurran«gegen oder über jemand un- willig sein». Vgl. Störrig. In der Bed.«unver- wandt in eine Richtung sehen» entspricht mhd. starn, ahd. starén. Dazu ags. starian, engl. stare, anord. stara, was näher zu ²2Star gehört. 4B L. Starrheit, f., 1691 bei Stieler. ZVUS. Starrkopf, m., im 17. Jh. Vgl. Gombert 3, 2. starrköpfig, erst bei Adelung; dafür 1678 bei Kramer starrkõpfisch. Starrkrampf, m., erst im 19. Jh. Starrsinn, m., im 18. Jh. starr- sinnig, adj., 1691 bei Stieler rigidus».
Start, m.(Jels, Pl.-e u.-s): Ablaufsstelle. In neurer Zeit aus glbd. engl. start zu engl. o start«sich plötzlich erheben», wohl verw. mit stiirzen(s. d.). 4B L. starten, v.: ablaufen, ausgehen. Neubildung nach engl. to start.
Stät usw., s. stet.
Statik, f.: Lehre vom Gleichgewicht. 1716 bei Wolff. Aus glbd. lat. statica u. dies aus gr. crarixn f., ergäünze réexvvn«Kunsty, vom Stamme cro-&stellen.
Statiön, f.(Pl.-en): Standort, Aufenthalt, Aufenthaltsort;(freie St.) freie Wohnung und Unterhalt(im 18. Jh.). 1703 bei Wächtler Lage, Stelle?, 1572 bei Rot«Stellung zu Land, Meerhafen», 1482 im voc. theut. ee 7² stacion dõ man salb verkaufft. Aus lat. statio f.(Gen.-onis) «Stehen, Stillstehen, Aufenthalt, Standort eines Beamten. Von stäre«stehen. Schon mhd. entl. als statze, mnd. stacie(n), ndl. staatsie «Pomp, Pracht, Aufwand), vgl. Staat.— sta- tionär, adj.: auf einer Stelle bleibend. Nach


