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and. Stanga f.; dazu mnd. sfange f.«Fahnen- stanges, ndl. stang f.,(aus dem Nord. entl.) engl. stang, anord. stöng f., schwed. stng, dän. stang. Von ags. stingan, engl. sting, anord. stinga«ste- cheny), got. usstiggan causstechen, also urspr. Baumschoß zum Stechen od. Stoßem. Viell. zu gr. crdxuc f.«Khre» od. nasalierte Form zu Sta- ken, Stecken. Aus dem Germ. entl. ital. stanga f. «Stangen. RA. 1. einem die St. halten«die Partei jmds. nehmen, durch Wort u. Tat für ihn sein⸗ (1734 bei Steinbach), von den mittelalterlichen Zweikämpfen und Turnieren herrührend, bei denen der Grieswart od. Aufseher seine Stange über den Niederfallenden u. Oberwundnen hält, damit ihm vom Gegner nichts weiter geschah, daher mhd. bis ins 16. Jh. der stangen(be)gern asich fürüberwunden erklären»; die Bed. ceinem gewachsen sein» ist aus Vermengung mit mden. die Wage halten hervorgegangen. 2. Bei der St. bleiben«standhaft ausharren(1780 b. Adelung), urspr. ein Fechterausdruck, entweder durch Parieren in Verbindung mit der Stange des Geg- ners bleiben u. nicht durch Seitensprünge aus- weichen, oder als gewerbsmäßiger Fechter den gewohnten Spieß(Hellebarte) nicht mit dem Schwert vertauschen, wie andrerseits bei der Klinge bleiben(Lessing 10, 239). 4 BL. stän- geln, v.: mit einer leichten Stange versehen, 1664 bei Duez, von Stängel n., dem südd. Dim. von Stange. Vgl. Stengel.
Stank, m.(-els): übler Geruch, mhd.-ahd. stanc m.«Geruch überhaupt, Wohlgeruch wie Ubelgeruch», asächs. stanc m.«Gestank», and. Wohlgeruch», ags. Stencm.«Duft, Wohlgeruch». Von stinken(s. d.). Stänker, m.(-s, Pl. wie Sg.): mit Gestank behaftetes Geschöpf, Stank von sich gebender Gegenstand(1691 b. Stieler); Stank, d. h. Händel verursachende und zu den- selben verhetzende Person, Intrigant(1678 bei Krämer); dem Stank nachspürende, d. h. alles kleinlich durchschnüffelnde Person(1780 bei Adelung). Davon Stänkeréi, f. Erregung von Zwietracht, 1602 b. Gombert 5,20. stänkern, v.: Stank von sich geben(1531 bei Luther Hans Worst 60 Ndr. bestenckern); auswittern, klein- lich durchschnüffeln(bei A. Gryphius 1, 214 stanckern): Händel verursachen(1691 b. Stieler).
Stanne, s. Stande.
Stanniöl, n.(*s): Blattzinn, Zinnfolie. 1712 b. Hübner Stanniol m., 1678 b. Krämer Stagnol n., nach einer nlat. dim. Bildung(stanniolum n.) von lat. stannum n.«Zinny.
1Stanze, f.(Pl.-n): eine italienische Strophe, aus 8 fünffüßigen jambischen Verszeilen gebaut,
von denen 1, 3 u. 5, dann 2, 4 u. 6, endlich 7 u. 8 reimen. 1768 bei Wieland Idris S. 4, aus ital. stanza f.«Strophe», von mlat. stantia f.«Auf- enthalt, Wohnung, Zimmer’ꝰ, zu lat. stans(Gen. -tis), dem Part. Präs. von stare sstehens; denn ital. stanza f. bed. zuerst«Aufenthalt, Wohnunge u. dann die aus Sizilien stammende achtzeilige in nur zwei wechselnden Reimen aufgebaute Strophe als ein Reimgebäude, ein Zimmer, wie denn auch in mhd. Dichtungen eine dichterisch in Gedanken u. Form abgeschloßne Rede unter dem Bilde eines zimbers Gebäudes, Hauses» dargestellt wird. So erklärt auch der ital. Dich- ter Dante(f 1321) stanza als die aufnehmende Wohnung oder das Behältnis der ganzen Kunst eines Liedes.
2Stanze, f.(Pl.-n): vertiefter Prägestempel. Bei Adelung. Dunkler Herkunft. 4 BL. istan- zen, v: hohl prägen.— 2stanzen, s. stenzen.
Stapel, m.(-s, Pl. wie Sg.): aus Blöcken be-
stehendes Gerüst zur Erbauung eines Schiffes (1617 b. Hulsius Schiff. 14, 10); Ort der Berech- tigung zu einer Warenniederlage(1664 bei Duez), Haufe, Schicht(1741 b. Frisch, nordd.); bei den Tuchmachern die Wollschicht auf der Oberfläche des gerauhten Tuches vor dem Sche- ren, im Wollhandel die Länge u. Beschaffenheit der Wollhaare(beides 1784 b. Jacobsson). Aus dem Ndd.(im Hochd. entspricht die Form Staf- fel, s. d.): mnd. stapel m.«Säule, Pfahl, Wachs- kerze, Block, Unterlage, der Staffelstein(eig. dem Reiter zum Besteigen des Pferdes u. zum Absteigen dienend), auf dem der Gerichtsherr oder sein Beamter sitzend Recht spricht, dann die erste richterliche Instanz», ferner«aufge- schichteter Haufe von Holz od. Waren, Ballen, sowie Verkaufsstelle, wo die Waren aufgestapelt werden, Stapelplatzy; dazu afrs. stapul m.«Richt- block, die Krone eines Zahnsy, ndl. stapel m. Haufe, Stapelplatz», ags. stapol m. Stütze, Säule», engl. staple«Warenniederlage, Handels- platz⸗, anord. stöpull m.«Turm, Säuley. Die urspr. Bed. ist«Stütze, Grundlage, Haufe». 4BL.stapeln, v.: in geordnete Haufen legen, 1741 bei Frisch aufstapeln.
2stapeln, v. intr.: mit hochgehobnen Beinen schreiten; umhergehend sich Gaben fordern. In 1. Bed. md., bei Seume Spaz. 351, zu stapfen (s. d.). In 2. Bed. bayr. von ärmren lat. Schülern, die bei Ferienreisen um eine Wegzehrung ein- sprechen, dazu 1736 bei Hedrich Stapel m. cein Student, so betteln gehet, d. h. Spenden einsam- melt, aber rotwelsch schon 1494 b. Brant Narr. 63, 41 stabyl m.«landstreichender Bettler und 60*


