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mnd. stal m.«Stally, afrs. stal m.«Stand, Stelle, Bestand, Viehstall», ndl. stal m.«Stall, Kram- bude, der feste Stand, Zuversichts, ags. steall m, «Stehort, Stelle, Stand, Stall⸗, engl. stall«Stall, Krippe, Stand, Krambude, Chorstuhl», anord. stallr m.«Postament, Pferdestalb, schwed. stall, dän. stald. Wahrscheinlich teils aus stadla, Ne- benform zu stadel(s. d.), od. gleich lat. stabulum n.«Stally, teils zu stellen. Vgl. Idg. Forsch. 4, 337. Aus dem Germ. entl. ital. Stallo m.«Stelley, stalla f.«Stallꝰ, stallone m.«Zuchthengsty, afrz. estal«Aufenthalt, Bude», nfrz. 6tal m.«Laden- tisch, Fleischbank», étau m.«Fleischbude?(s. 1 Stahl), étalon m.«Zuchthengsts, aspan. estalo m., estala f.«Stall). 4L. stallen, v.:(tr.) Vieh in den Stall bringen od. stellen(mhd. stal- len, im Md. auch«Halt machen');(intr.) in einem Stalle, überhaupt in einem Raume beieinander sein(1647 b. Olearius pers. Reis. 5, 8, refl. ssich miteinander vertragen 3, 9);(von Pferden, Eseln usw. verhüllend für) harnen(weil die Pferde dazu stehen bleiben, während sie den festen Kot auch im Laufe auswerfen), erst nhd. im 16. Jh. nachweisbar b. H. Sachs, Sebiz Feldb. 151, Garg. 279, aber schon clev. 1477 stallen«in den Stall eingestellt sein, harnen?, mnd. stallen«in den Stall bringen, harnen⸗, mnd. stal m., thür. 1534 stalle f.«Pferdeharn»(Diefenb.-Wülker 862), entl. afrz. estaler charnen». Davon Stallung, f.: Einstellungsräumlichkeit für Vieh, Stallräum- lichkeito, mhd. stallunge f.(auch«Stellung, Ein- stellung von Feindseligkeitens⸗). ZU0S. Stall- baum, m.: in Pferdeställen zwei Pferde tren- nende starke Stange, 1741 bei Frisch, aber mhd. stalboum m.«starker Waldbaum, Standbaum). Stallfütterung, f., ein landwirtschaftliches Schlagwort d. 18. Jhs., seit dem 19. Jh. aufgeisti- ges Gebiet übertr. Vgl. Ladendorf. Stallmei- ster, m., 1482 im Voc. theut. ee 6 b stalmeister.
Stamm, m.(-Lels, Pl. Stämme): der Teil des Baumes zwischen Wurzel und Asten; ein Ge- schlecht, das mit andern denselben Ursprung hat; das einer sogenannten Wortfamilie, über- haupt Ableitungen zugrunde liegende Wort (1663 bei Schottel 159); auf Zinsen angelegtes Geld, Kapital(1780 bei Adelung, dafür 1741 bei Frisch Stamm-Geld); im Bergbau eine Einheit von 4 Kuxen, der 32. Teil einer ganzen Zeche(in der Homburger Bergordnung von 1570 b. Veith Bergwb.). Mhd. stam m.(Gen.-mmes, Pl. stemme 1378 b. Mone Ztschr. 5,57) u. schwach stamme m. (Gen.-men)«Baumstamm, Grund, Ursprung, Geschlechtsstamm, Grundgeschlecht, Sprößling darauss, ahd. stam m.(Pl.-mmnα) Baumstammy,
5. Aufl. II. Bd.
Weigand, Deutsches Wörterbuch.
aber Geschlechts nur in liutstam m.«das Volk, mit Angleichung von mm aus inn, denn asächs. stamn m.«Steven, Geschlecht»(in liudstanen «Volk'), ndl. stam m., ags. stefn, stemn m. Baum- stamm, Hinterteil des Schiffes, Volksstamm, engl. stem«Stammy, anord. stafh m.«Vorder- od. Hinterteil des Schiffes, Giebelseite des Hausess, schwed.-Stam, dän. stavn. Grundform*stamna- formal verw. mit lat. stãmen n.«Weberzettel», gr. cruuw m.«Aufzug am Webestuhl), lit. stö- muò m.«Statur, aind. sthäãma n.«Standort, zu der Wz. sthd«stehen». 4BL. stammen, v.: seinen Ursprung haben, mhd. stammen. stamm- haft, stämmig,, adj., 1691 bei Stieler. ZUS. Stammbaum, m. baumartig aufgestelltes Ge- schlechtsregister mit den ältesten Vorfahren als Stamm, 1664 b. Duez(vgl. Jesaia 11,1). Stamm- buch, n.: Buch, in dassich Geschlechtsgenossen und Freunde zum Andenken einschreiben, 1629 b. Opitz 1, 192, früher in der Bed.«Geschlechts- register) 1562 bei Mathesius Sar. 146 2; 1585 bei Wiguleus Hund bayr. Stammen- Buch. Stamm- rolle, f.: Liste der Heerpflichtigen.
stammeln, v. mit Wiederholung von Buch- staben, Silben und Wörtern stockend sprechen. Mhd. stam(e)len, stammeln, ahd. stamm)alõn, von dem ahd. Adj. stamal«stammelnd’ꝰ, mit-al von glbd. ahd. Adj. stam(flekt. stamlm ler), anord. stamr, got. stamms, wozu das Zeitwort ahd. Stamm)én, anord. stama«stammeln?. Da- neben stammern, md. bereits im 13. Jh. stam- mern, and. stamaron, mnd.-mndl.-nndl. Stame- ren, engl. stammer, zurückgehend auf das Adj. ags. stamer, stamor stammelnd⸗. Verw. mit stumm, stemmen(s. d.) und wohl zur Wz. sthã stehen». 43L. Stammler, m.: Stammeln- der, spätmhd. im 15. Jh. stameler, stem(e)ler, auch stamerer, ahd. stamilari m.
Stampfe, f.(Pl.-n): Handlung des Stamp- fens, Stampfgerät(1741 bei Frisch), nordd- Stampe f.«Stutzglas, das auf den Tisch aufge. stampft werden kann»(Eichend. Taugenichts). stampfen, w.: fest u. eindringlich aufstoßen, mit festem Aufstoßen zurichten, mhd. stampfen, stempfen, ahd. stamfön; dazu mnd.-ndl. Stampen, engl. stamp, anord. stappa. Verw. mit gr. créu- Beiv durch Stampfen erschüttern, mit Füßen treten». Aus dem Germ. entl. frz. étamper, span.- port. estampar, ital. stampare«treten, drücken, pressen, drucken», stampa f.«Pressey. Vgl. Stenpel, stumpf. DavonStampfer, m. Stamp- fender(Maaler 1561); Stampfwerkzeug(Stieler 1691). Stampfmühle, f., mhd. stampfimul f.
Stand, m.(els, Pl. Stände): das Stehen;
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