Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
941-942
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941 stabil

Stafette 942²

f.: die Pflanze artemisia abrotanum, mhd. stab- urz, ahd. staherourz f., and. stafaurtf., benannt nachihrenstabartigen, langen geraden Zweigen, daher 1546 b. Bock auch Schoßwurtz, Gertzwurtz, Besencraut.

stabfl, adj.: Bestand habend, dauerhaft, nicht veränderlich. 1717 bei Nehring noch in lat. Form stabilis, von stare«stehen, bestehen, beharren». Stabilität, f.: Beständigkeit, Dauerhaftigkeit, 1728 bei Sperander, aus glbd. lat. stabilitas f.

Stachel, m.(-s, Pl.-n): stechende Spitze, Werkzeug zum Stechen. Im 15. Jh. stachel u. md. stachil m., spätahd. stachil, aber ahd. sta- chil)a, stacchulla, stacula f.«stechstange» (auch b. Luther Hiob 40, 21 Stachel f.), das noch fortlebt in bayr. Stäckel m.«Schiffer-, Flößer-, Fischerstange mit eiserner Spitze u. eisernem Haken am Ende», wie schweiz. 1541 bei Frisius 219 b Stachel m.«Stoßstange der Schiffer, auch zum Erforschen der Tiefes. Im Pl., bei Luther Stachel, hat sich seit dem 17. Jh.(bei Stieler 1691) die fem. Form Stacheln festgesetzt. Von stechen(s. d.). 4 B L. stach(e)lig, stach(e)- licht, adj., Stacheln habend; spitzig wie ein Stachel, bei Luther Hes. 2, 6 stachlich, bei H. Sachs Fab. 36, 57 stachlicht. ZUS. Stachel- beere, f.: die Frucht von ribes grossularia, 1664 bei Duez Sfichel- od. Stachelbeer f., der Name von der Menge kleiner Stacheln. Stachel- schwein, n.: das Säugetier hystrix cristata, 1556 b. Frisius nomenclator 53 b Stachelschaoeyn, weil das Tier eine grunzende Stimme hat u. voll Stacheln ist, die es aufrichten kann, dafür 1517 bei Pinicianus prompt. B 3 Dornschawein.

Staches, m.(Gen. wie Nom., Pl.-e): när- rischer Mensch. Bayr.-wetterau. Kürzung des Mannsnamens Eastachius.

Stack, n.(-els, Pl.-e): Buhne. Aus dem Ndd. Bei Richey. Schon mnd. Staxc. Wohl mit Stalen verw.

Stacten, f.: Myrrhenharz. Bei Luther 2. Mos. 30, 34, bereits im Voc. theut. 1482 ee stacten, aus glbd. mlat. stacten, von gr.-lat. stacte, Stacta, gr. craur" f.«Myrrhenöl,-harz».

Stadel, m.(-s, Pl. wie Sg. u. bayr. auch Städel): Scheune; scheunenähnliches Gebäude für Vorräte. Bayr.-öst. Mhd. stadel m.(Pl.-e, häufiger stedel), ahd. stadal m.(Pl.-a); dazu and. stadal m.«Stättes, mnd. stadel n. m.«Stelle wo man Frucht od. Ware aufschüttets, ags. stapol m.«Stätte, Grundlage, Himmelsfeste», anord. stõödull m.«Stall, Melkplatzy. Mit Statt, Staden (s. d.) von stehen(s. d.), eig.«Standorts, ähnlich

wie lat. stabulam n.«Stall zu stäre«stehen», aind. sthãtram n.«Standorty zu sthã steheny.

Staden, m.(-s, Pl. wie Sg.): das Ufer. In Hessen, Bayern, Elsaß u. der Schweiz. Mhd. stade m., im 15. Jh. staden, ahd. stado m., schwache Form neben der starken mhd. stat m. n.(Gen. stades), ahd. stad, stat m. n.(Pl. stada, spätahd. im Ntr. steder); dazu asächs. stath m., mnd. stade n., ags. Sfœ½ n., got. staps m.(od. stap n.) Ufer, Gestade»(s. d.), krimgot. statz«Land. Urspr. Ort, wo man stehen kann, Festland', also mit Statt(s. d.) von stehen(s. d.).

Stadium, n.(-S, Pl. Stadien): Entwick- lungsstufe, abschnitt. Bei Lichtenberg(Campe 1801). Aus gr. lat. stadium n., gr. crddiov n. cfeststehende, bestimmte Strecke von 600 gr. od. 625 röm. Fuß, Rennbahn(weil die berühm- teste zu Olympia gerade ein Stadion betrug), im Lat. auch«Laufbahn» überhaupt.

Stadt, f.(Pl. Städte): durch Gerechtigkeiten u. Freiheiten über Dorf u. Flecken sich erheben- der Ort. Bei Luther Stad, Pl. Stedte, b. Alberus Stat(t), Stad u.(Fab. 199) Stadt, Pl. Stette, noch bei Schönsleder 1618 Statt u. bei Schottel 1663 Stat, mhd. stat f.(Pl. stete)«Stätte, Stelles, dann Ortschaft, über andre im Rang gestellte Ort- schaft», ahd. stat f.«Stätte, Stelley, woraus sich die Bed.«Ortschaft» zu entwickeln beginnt. Die ältre Bezeichnung für Stadt ist mhd.-ahd. burc f. (s. Burg); dazu asächs. stad f.«Stätte», mnd. stat n.(Pl. stedere) und f.«Stadtꝰ, afrs. sted f. «Stättes, got. staps m.(Gen.-dis)«Stätte, Stelle, Raum, Gegend». Ein u. dasselbe Wort mit Statt (s. d.), nur durch die Schreibung unterschieden. Verw. gr. crdcic f.«Stellung, Stand, Aufstand?, lat. statio f.«Stehen, Standorts, aw. stãiti- f., aind. sthitis f. Stehen, Standy. 4BL. Städtchen, n., md. im 14. Jh. stetichin u. am Niederrhein stetgin, steitgen n. Städter, m., md. im 13. Jh. steter m. städtisch, adj., 1540 bei Alberus dict. mm 3 b stedtisch, 1482 im Voc. theut. ffl b;tetisch. ZUS. Stadthaus, n., 1678 b. Krämer. Stadtknecht, m.: niedrer Polizeibeamter der Stadt. Frühnhd. Stadtmauer, f. mhd. statmure f. Stadtpfei- fer, m.: Stadtmusikant, spätmhd. statpfifer. Stadtrat, m., mhd. staträt m.«Ratsversamm- lung einer Stadt». Stadtschreiber, m., mhd. statschribœre, schriher m. Stadtsoldat, m., 1734 b. Steinbach. Stadttor, n., spätmhd. stat- tor n. neben staty(h)orte f.

Stafétte, f.(Pl.-n): expresser Eilbote zu Pferde. 1694 b. Nehring u.(nach Kluge) schon in Zeitungen des 30 jähr. Kriegs Staffeta f., aus glbd. ital. staffetta f.(woher auch frz. estaffettef.,