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Stab 940
von Basel 163 spätzen, so noch in Hessen u. West- thüringen, dafür in der Rheinpfalz spautzen (zurückgehend auf md. im 14. Jh. sputzen), im 15. Jh. b. Nikl. v. Wyle 220 spötzen. Wiespeuzen (s.d.) Intensivbildung auf-zen zu ahd. spiutoan cspeien»(s. d.). Die Nebenform spürzen(bei H. Sachs Fastn. 61, 148 u. Ludwig 1716), mhd. u. noch bayr. spirzen, geht auf spiren(für spiwen), den im 11./12. Jh. usw. vorkommenden Pl. des Prät. von spelen, zurück.
st! interj., zur Stille od. zum Aufhorchen auffordernd. Bei P. Fleming 5 in der 2. Bed., schon lat. bei Plautus u. Terenz st!«stille!
Staat, m.(-es, Pl.-en in der 5. Bed.): Stand, Zustand einer Person od. Sache(noch b. Goethe 8, 209); Bestand der Ausgaben u. Einnahmen, Rechnungsüberschlag(1754 bei Döbel Jäger- Pract. 3, 422 u. bei Wieland Abd. 4, 9 Staat auf etzv. machen«sicher worauf rechnenꝰ, ndl. 1598 staet maechen«Rechnung machen»); Aufwand, Prunk, Geprünge, bes. an Kleidung, Bedienung usw.(1711 bei Rädlein); glänzendes Gefolge (1716 bei Ludwig, vgl. Hofstaat); selbständiges politisches Gemeinwesen. In der 1. Bed. 1420 staet, stayt, später im 15. Jh. sta(a)tm. der Stand in den Lebensverhältnissen, Zustand, Lebens- weise, Würde», auch Zustand des Gemein- wesens»(Städtechron. 2, 384); in der heutigen politischen 5. Bed. vereinzelt schon im 14. Jh. md. stãt m.(ZfdA. 17, 230), dann erst wieder bei Schottel 1663 u. im Simpl. 4, 354 Kz. Staat m., auch ein Staat im Staate b. Wieland 32, 344 u. Schiller 4, 290. Dazu mnd. stãt m.«Stand, Ordnung, Zustand, Beschaffenheit, hohe Stel- lung, Rang, Pracht, Herrlichkeity. Aus lat. status m.«Stand, Stellung, Lebensgröße, Um- stände»(im Mlat. auch«Stand der Rechnungs- führung), aber seit dem 17. Jh. unter Einfluß des ebendaher stammenden frz. estat, jetzt état m.«politisches Gemeinwesen, Aufwand, Rech- nung» usw. Der Pl. Staaten setzt sich fest durch Einwirkung des ndl. Pl. staaden«Landstände» (1603 im Regensburger Reichstagsabschied die Staaden in Niderland, in dieser Bed. noch bei Goethe 8, 205 Staaten). 4 BL. staatlich, adj.: das politische Gemeinwesen betreffend, 1810 bei Campe; in der Bed.«prächtig» 1796 bei Goethe an Schiller 2, 185. ZUS. Staatsaktiön, f.: (eig.) Schauspiel, in dem Staatbegebenheiten aufgeführt werden. Nachweis aus der Zeit um 1700 im DW. Jetzt bes. in der RA. eine Haupt- u. Staatsaktion aus etzwas machen ceine unwich- tige Sache aufbauschen. Staatsanwalt, m.: staatlich bestellter öffentlicher Ankläger. Im
19. Jh. nach frz. Vorbild eingeführt. Staats- bürger, m., erst bei Campe verzeichnet. Wohl durch die frz. Revolution hervorgerufen. Vgl. Zfd W. 6, 339. Staatschristentum, n., 1798 von Herder geprägtes Schlagwort. Vgl. Laden- dorf. Staatsdame, f.:(eig.) zum Hofstaat gehörige Dame. 1721 bei Jablonski als kürzlich aufgekommen angeführt. Jetzt«Dame, die großen Staat macht». Staatsmaschine, f.: Schlagwort seit dem 18. Jh., das auf Gedanken von Hobbes 1651 zurückgeht. Vgl. Ladendorf. Staatsmann, m., 1678 bei Krämer, dafür Estatsmann b. Schuppius(1684) 527. Staats- minister, m., Staatsrat, m.(kollektiv so- wohl als das einzelne Mitglied). Staatspa- pfer, n.: vom Staat ausgegebnes Wertpapier. Anfang des 19. Jh. Staatsstreich, m., 1678 bei Krämer. Staatswissenschaft, f., 1780 bei Adelung.
Stab, m.(-Lels, Pl. Stäbe): langes glattes Holz;(ausgehend vom Stab als Zeichen der richterlichen, oberherrlichen Gewalt) die Ge- samtheit der höhern Offiziere eines Truppen- kommandos(1629 bei Opitz 2, 264); als Lüngen- maß früher 1 ¾ Ellen in Berlin, 2 ⅛ Ellen zu Frankfurt a. M.,(spätmhd. 1423 der statt stab cder öffentliche Maßstab»). In 1. Bed. mhd.-ahd. stap m., Gen.-bes(auch«Rute, Zweigschoß); dazu asächs.-mnd.-ndl. Staf m.(im Mnd. auch Faßdaube»), afrs. Stef m., ags. stœæ m., engl. staff, anord. stafr m.«Stock, Stützey, got. staſfs m. Element, Grundstoffs. Verw. mitlit. stabarai ctrockne Baumäste», stäbas m. Götzenbild, Bildsäules, stébas Stab, Strebepfeiler», apreuß. stabis«Steim, lett. Stabs Pfeiler, Säuley, abg. stoborũ m.«Saules, aind. stabhndti, stambhajati cerstützt, hemmt. Aus dem Ahd. entl. abg. Stapa Staby). 4BL. stäbeln, v.:(für das Wachs- tum) mit einem Stäbchen versehen, 2z. B. Blumen, eine Weinranke, 1593 bei Colerus Hausb. 4, 19 stebeln u. 4, 18 Stebel«Weinpfähle», schweiz. 1541 bei Frisius 899 b Stäblen. staben, v., in einen Eid staben: die Eidesformel vorsprechen, den Eid abnehmen,(dann auch, da im Notfalle der Schwörende sich die Formel selbst geben konnte) feierlich schwören, mhd. den eit staben, urspr. vom Richter«auf den Richterstab schwö- ren lassen; daher ahd. eidstab m.«Eidesformeb, ags. dpstœj, anord. eidstafr m. ZUS. Stab- halter, m.: Präsident, der zum Zeichen der richterlichen od. oberherrlichen Gewalt den Stab trägt, 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 664. Stabholz, nd. Stafholz n.: Faßdaubenhol², 1741 b. Frisch. Stabkraut, n. od. Stabwurz,


