Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
937-938
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spützen 938

wurm, der an beiden Enden wie eine Spale gleich- förmig verdünnt ist, spätmhd. im 15. Jh. Spel(e)- warm, 1414 Spoylewurm, auch spil-, spindelevurm (Diefenb. gl. 339 2), mnd. Spölzorm m. spülen, v.: durch schwenkende Bewegung von Flüssigkeit benetzen u. reinigen. Mhd. spuüelen, ahd. irspuolen; dazu mnd. Spôlen, nnd. spõlen, ndl. Spoelen, ags. Spélan. Nach Weigand urspr. wohl wie eine Spale drehend naß machen u. so reinigen, von Spule(s. d.). 4 L. Spüler, m., mhd. in schizzelspiteler, im 12. Jh. schuzel- spuoler m.«Schmarotzery». Spülicht, n.(Jſels, Pl.-e): Wasser vom Spülen, mhd. spitelach, spüelech n., 1537 bei Dasypodius Spuülig, 1664 bei Duez Spa(h)licht n., 1734 bei Steinbach auch Spülich m. ZUS. Spülkelch, m.: der nicht geweihte Kelch, der in der röm.-kath. Kirche dem Laien gereicht wird, 1734 bei Steinbach. Der Name, weil der nicht geweihte Wein ge- reicht wird, damit die Laien, welche die geweihte Hostie empfangen haben, sie desto leichter ver- schlucken können(ut facilius sacrum corpus glutiant, quod ceperunt, sagt 1281 Johannes Peckham, Erzbischof von Canterbury). 1Spund, m.(-els, Pl.-e u. Spinde): kurzer Verschlußzapfen, bes. oben mitten im Fasse. Mhd. spunt m., md. im 15. Jh. auch sponte) neben punt(e), pont(æ) m.(Diefenbach gl. 390 b), noch schweiz. Punt, Bante, Ponte m. u. im ganzen Elsaß Bunde m. Diese Nebenformen, sowie puncte m. Spund»(Brant Narr. 102, 18, pfunt in pfuntloch«spundloch»(s. d.) u. mhd. pun(c)t, phunt m. eMittelpunkt, Punkts, zeigen deutlich die Ableitung aus dem Lateinischen: punctus m.«Stich, Punkt», pencta f.«Stich, Loch, die in eine Röhre gemachte Offnung, punctum n. ckleines Loch»; das anlautende s wie in den von lat. punctum n.«Stich, Punkt abgeleiteten

ital. Wörtern Spuntone m.«Spontom(s. d.), Spun- tare cabspitzemy. Dazu mnd. spant m., ndl. spon, spun f.«Spunds; wohl aus dem Deutschen entl. frz. bonde f.«Lapfen, Spundloch» u. bondon m. Spund». 4B L. 1Spunden, spünden, v.: mit einem Spunde verschließen, mhd. verspinden, 1678 bei Krämer spunden. ZUS. Spundloch, n.: rundes Loch oben mitten im Fasse, mhd. im 12. Jh. spuntloch neben phand-, Pfantloch, im 13. Jh. puntloch(ZfdA. 6, 3232 u. 329).

2Spund, m.(-Lels, Pl. Spünde): Rand am Holze mit Fuge(Falz) od. Nut(b. Adelung 780). Um 1470 spunt m. dickes Brett mit Falz am Rande, eingerammte Pfähle als Rosts, luxemb. Spontm. der Anschlag, Falz bei den Schreinern. Eins mit ¹Spand, s. d., indem die Bed. des Wortes

sich weiter entwickelte. 4L. 2spünden, v.: vermittelst einer Fuge od. Nut am Rande an- u. ineinanderfügen; mitsolchen gefügten Brettern bekleiden, täfeln. Bei Luther 1. Kön. 6, 9 u. 15 spünden, nd. spunden. ZUS. Spundbrett, Spündebrett, n.: 1 bis 1 ½ Zoll dickes Brett mit Spund(Rand) od. zum Spünden, 1741 bei Frisch Spund-Bret, 1780 b. Adelung Spündebret.

Spur, f.(Pl.-en): Mal, das von etwas zu- rückbleibt, bes. vom Aufsetzen des Fußes; Ab- stand der Räder eines Fahrzeuges, der Eisen- bahnschienen von einander. Mhd. spur n. f., auch spür f., neben geläufigerm spor n., auch m. f.«Fußspur, überhaupt zurückgelaßnes Er- kennungszeichen», ahd. Spor n. Fußspury⸗, auch spor wantun«Wundenmal»; dazu mnd.- ags. anord. Spor n., ndl. Spoor n., engl. spoor- Gleicher Abstammung wie Sporn(s. d.). 4 L. spüren, v.: die Spur suchen; die Spur wahr- nehmen. Mhd. spür(e)n, md. Spur(e)n, sporen, ahd. spurjan, spurran, urspr. cder Spur des Wildes nachgehen»; dazu mnd. sporen, ndl. Sporen, Speuren, ags. Spyrian, anord. spyrja. Z.US. Spürhund, m.: auf Suchen der Führte abgerichteter Jagdhund, mhd. Spürhunt, ahd. gpurihunt m. Spürsinn, m., bei Wieland Aristipp 2, 24 u. 54.

sputen, v. refl.: mit Fortgang(Erfolg) sich eilen. 1691 b. Stieler sich spaten, 1716 b. Ludwig sich spuden, aus dem Niederd.: asächs. spödian jem. förderny, mnd. spöden«beeilen»(tr. u. refl.), nnd. Spoden, spöden intr. u. sik spoden, götting.- grubenhagenisch spaten u. sik sputen; dazu 1477 clev. Spaeden, spoiden, ndl. spoedden ceilen» u. zich Spoeden esich beeilen, ags. spédan cgelingen, Erfolg haben», engl. Speed ceilen, ge- lingen, beschleunigen»; aber das Wort war in alter Zeit auch hochdeutsch: ahd. gispeotön ege- lingen lassen», sich gespuotön sich eilenn, mhd. jedoch bereits erloschen. Abgeleitet ist es von ahd. spuot f., im 14. Jh. am Niederrhein spät,

Spôt f., asächs. Spl f., mnd. Spοt m. f., nnd. Sνο⁴

m., ndl. Spoed m., ags. Sped f., engl. speed«Eile, Geschwindigkeit zum Ausrichten, glücklicher Fortgang», zu ahd.(ge)spuon, ags. spöwan(Prät. Spε⁴οο*) u. gespowan«vonstatten gehn, gelingen, urverw. mit abg. speti(Präs. Spe²)«vonstatten gehn, Erfolg haben, spechä m.«Fortgang, Eiles, spésiti ceilen, beeilenꝰ, lit. spεti«Muße haben', aind. sphã(Präs. spha)e)«schwellen, wachsen, zunehmen, gedeihen», sphätig f.«Wachstum, Glück»; vgl. noch Walde u. spatium. spützen, v. Speichelauswerfen. Bei Luther Marc. 7, 33 u. 8,23 u. schon im 14. Jh. b. Nikolaus