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Spule 936
Schottel 1663 u. Duez 1664 Sproß m., dazu mnd. sprate. Die urspr. Bed. ist«Zweig, Stab, eins mit Sprot(s. d.), von sprießen(s. d.).— Spros- sen, v.: entstehend hervorwachsen, Sproß sein; (tr.) Sprossen treiben(Herder z. Lit. 15, 155). 1537 bei Dasypodius herfär sprossen in 1. Bed., wie 1562 bei Mathesius Sar. 162 b hersprussen, nd. sprotten, spruten. Von Sproß(s. d.).
Sprosser, m.(-S, Pl. wie Sg.): die große Nachtigall. Beleg von 1720 bei Suolahti 39. 1780 bei Adelung auch Sproßvogel. In Nord- dtschld. überhaupt das Männchen der Nach- tigall(Campe 1810). Wohl zu Sprosse«Haut- flecken» vgl. Sommersprosse, weil der Vogel stärker gefleckt ist.
Sprotte, f.(Pl.-n): geräucherte Sardelle, clupea sprattus. 1774 in der deutschen Uber- setzung von Linnés Systema naturae von Prof. Müller in Erlangen(vgl. Zfd W. 5, 276), dafür älter Sprott m. bei Ludwig 1716 u. Duez 1664, u. noch jetzt nd. nur m. aus mnd. sprotm.; dazu ndl. Sprot f., ags.(11. Jh.) Sprott m., engl. sprat. Wohl eins mit Sproß, eig.«Jungfischy.
Spruch, m.(els, Pl. Spräche): für sich abgeschloßner lehrhafter Satz; entscheidendes richterliches Wort. Mhd. sprach m.«Wort, Rede, insbes. schöner Ausspruch eines Dichters', dann«nicht gesungnes kleinres Gedicht, Sinn- spruch, Sprichwort, Zauberspruch, richter- licher od. schiedsrichterlicher Ausspruch, recht- licher Anspruch od. Forderung»; dazu mud. sproke m.«Gerede, Spruch, Ausspruch», ndl. spreulc f. Von sprechen(s. d.). 4 L. Sprüch- lein, n., mhd. sprücheldn n., obd. Spräüchel n.
Sprudel, m.(s, Pl. wie Sg.): quellenartig emporwallende u. treibende Flüssigkeit. Im 18. Jh.(Voß bei Campe). Von sprudeln, v.: heftig aufwallen, spritzend hervorquellen; mit dem Munde Speichel ausspritzen. 1780 b. Ade- lung. Verw. mit Sprühen, Spreu(s. d.) od. unter Einwirkung von sprühen aus prudeln, s. brodeln.
sprühen, v.: als kleine Teilchen od. Tröpf- chen mit Heftigkeit ausstoßen. 1521 b. Luther J 1, 5492 spruen(bildl.). Verw. mit Spreu(s. d.) u. mhd. spræjen, sprœwen spritzen, stieben. ZUS. Sprühregen, m., bei Bürger 26 b B. Sprüheregen.
Sprung, m.(-Lels, Pl. Sprünge): einmaliges Springen mit den Füßen, eig. u. bildl.; in einem harten Körper entstandner Riß. In 1. Bed. mhd. spruncm.(Pl.-e u. Springe), sputahd. sprune m., im Mhd. auch das Hervorsprießen, Quelly; da- zu mnd. sprunk m. ceinmaliges Springen, Quelles, ndl. sprong m. Von Springen(s. d.).
Spucke, f.: Speichel, 1716 bei Ludwig. Omd. Von spucken, v.: Speichel auswerfen. Omd. Nebenform von Speien(s. d.), md. spaꝛen, mit Guttural wie Speichel(s. d.), 1482 Spuchen (Voc. theut. ee 4 b), md. im 15. Jh. spugen(Diefen- bach gl. 548 e), 1586 bei Ringwaldt l. Wahrh. 104 u. 1696 im Schelmufsky 65 spucken, ebenso 1711 bei Rädlein u. 1718 bei Günther 389. Als nd. 1722 b. Freyer 46 die Niedersachs. für spützen» (s. d.). ZUS. Spucknapf, m., 1790 bei C. F. Bahrdt Geschichte s. Lebens 3, 275.
Spuk, m.(Jels, Pl.-e): Furcht erregende Scheingestalt, Gespenstererscheinung. 1663 bei Schottel Spuchn., 1691 b. Stieler Spux m.(auch lärmendes Durcheinander, lärmendes Treiben) aus dem Niederd.: mnd. spoòx, spükt n., 1417 Spoyk (Diefenb. nov. gl. 351 a), 1477 clev. spoick(«ver- mummte Gestalt, Schreckgestalt»); dazu ndl. Spο n., bei Kilian 1598 spoocke, engl. Spook n., entl. schwed. spöke n., norweg. Spjok n. Ge- spenst, Popanz», dän. Spög n.«Scherz, Spaßy. Aber schon mhd. gespäc n., in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 931 gespug, im Simpl. 4, 70, 13 Kz. Gespeuch n., ferner bei Luther 1, 289 b Spügnis u. 2, 35 b Gespügnis n., mnd. spokenisse n. Her- kunft dunkel. 48L. spuken, v., 1691 bei Stieler spukcen u. spuchen, 1663 bei Schottel spilchen, 1673 b. Weise Erzn. 180 spücken, aus mnd. Spöken, und. spöken, spoilen; dazu ndl. spoken, entl. schwed. spöka, dän. Spöge(«scher- zen, spaßen»). Davon Spukeréi, f., 1691 bei Stieler, nd. Spökerie, spoikerie f., ndl. Spokeri] f.
Spule, f.(Pl.-n): walzenförmige hohle, um- laufende Röhre zum Aufwickeln; runde hohle Röhre der Schwung- u. Schwanzfedern. Mhd. Spοle) m.«Weberspule, Röhre», im 15. Jh. Federkiel», ahd. Seνιο m., Spuola f. in 1. Bed., noch bayr. Spuelen m.; dazu mud. Spole f. Weber-, Federspule?, ndl. Spoel f., engl. Spοο, schwed.-däu. spole. Viell. aus*spõdhla- zu gr. cndon f. cbreites, flaches Holz⸗, vgl. ZfdA. 42,58. Ausdem Germ. entl. ital. spola, spuola f.« Weber- schiffcheny, afrz. espolet«Spindeb, nfrz. Sépoule f.« Wäfelspules, espoule f. Garn auf der Weber- spules. 4BL. spulen, v.: auf die Spule win- den, spätmhd. spuolen, mnd. Spolen. Spuler, m., im 15. Jh. späler m.«Wirtelmachery. Z0S. Spulbaum, m.: der Baum evonymus euro- paeus, 1763 bei Heppe wohlred. Jäger, weil das feste Holz vornehmlich zu Spulen od. Spindeln verarbeitet wurde(s. Spindelbaum). Spulrad, n.: Rad zum Wickeln des Garnes auf die Spule, 1691 b. Stieler, mnd. spölratn. Spulwurm, m., walzenförmiger federkieldicker Eingeweide-


