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Opitz(nach Adelung). Springinsfeld, m.: junge leichtfüßige Person(Goethe 8, 198), 1669 im Simpl. 1, 275 u. 3, 81 Kz. Springkraut, n. und Springwurz, f.: die Pflanze euphorbia lathyris, mhd.-spätahd. sprinczwurz f., weil der reife Samen von selbst aus den Hülsen springt. Springwurzel, f.: geheimnisvolle Zauber- wurzel, die nach dem Volksglauben Türen und Schlösser öffnet. Im 18. Jh.
Sprinz, m.(-es, Pl.-e): der Sperber, falco nisus. Mhd. sprinze f. das Sperberweibchen», im 12. Jh. sprinze«Sperber», 1557 bei Heußlin Vogelb. 144° Sprintz m. und Sprintzel m. cdas Sperbermäünnchen,, benannt nach seinen brau- nen und rostfarbnen Wellenlinien auf weißer Brust», zu mhd. sprinz m. Farbenschmelz, Flecken(andersfarbige Stelle)s, Spranz m. Far- benschmel⸗y, sprenzen cbunt schmücken, spren- kelno,(intr.) cin verschiednen Farben glänzen, wohl aus spren(g)sen zu sprengen.
Sprit, m.(Lels, Pl.-e): Weingeist, Alkohol, starker Spiritus. Nordd. Wohl aus frz. esprit m. Geist, von lat. spiritus, s. Spiritus. Erst spät im 19. Jh.
Spritze, f.(Pl.-n): Werkzeug zum Spritzen; (volkstümlich nordd. md.«kleiner Ausflug meist zu Wagem(stud. 1846 Spritztour, Sprutz). Mhd. sprütze, im 12. Jh. Spruzze, im 15. Jh. sprutze, sprotze u. spritz(e) f.(Diefenb. gl. 334°), bei Dasypodius 1537 Spritze f., aber noch älter- nhd. Sprütze bei Maaler 1561, Duez 1664, Krä- mer 1678 und Schiller Fiesko 5, 9, ndrhein. im 16. Jh. sprutte f., ins Schwed. entl. spruta f. Von spritzen, v.:(tr.) gewaltsam in Strahl oder Tropfen springen machen;(intr.) gewaltsam in Strahl und Tropfen springen. Mhd. sprützen, und so bei Luther Jes. 63, 3, Günther 384 und noch lange im 18. Jh. vorwiegend; dazu nd. sprutten, ins Schwed. entl. spruta, ins Dän. sprude«spritzenꝰ, ins Ndl. Spritsen causspeieny, ins Ital. spruzzare, sprizzare«spritzen». Von 1Sprießen(s. d.), zumal da bayr. dersprießen u. spätmhd. enspriezen auch vom Entspringen des Wassers gebraucht werden, ferner mhd. des wazzers Spriez«des Wassers Quelle», anderseits spätmhd. sprautzen auch csprossen» bedeutet. 4BL. Spritzer, m.: einer der spritzt; leichter vorübergehender(das Land bespritzender) Re- gen; angespritzter Flecken; Mischungvon Wein u. kohlensaurem Wasser(südostd.). Im 18. Jh. 2ZS. Spritzkuchen, m.: Backwerk, dessen dünner Teig durch eine eigens dazu gefertigte Spritze in das heiße Schmalz getrieben wird, 1664 bei Duez Sprütz-, Spritzkuch m., dafür
1711 bei Rädlein Sprütze-Gebackens. Spritz- tour, f., s. Spritze.
sprock, adj.: zerbrechlich, brüchig, mürbe (Voß Luise 3, 2, 370). 1678 bei Krämer, früher bei Luther 3, 72 b. Aus glbd. nd. sprok, ndl. 1598 sporck und Sprock, dazu das Subst. mnd. sprock und sproccel n. dürres leicht zerbrech- liches Reisig, nndl. Sprokkel m. Wahrscheinl. gleichen Stammes wie ahd. sprachulla, Sprachila f.«Fruchthülses, anord. Sprex n. Holzsplitter» und weiter zu dem. Stamm von sprechen.
spröde, adj.: aus Ungeschmeidigkeit leicht zerbrechlich; bei Trockenheit oder Rauheit brüchig(1716 bei Ludwig); der Behandlung widerstrebend; gegen Freundlichkeit unemp- fänglich abweisend(1711 bei Rädlein). Zuerst nachweisbar in der Bed.«dürftig, schwachs» 1523 bei Diefenb.-Wülker sprode(von einer Handlung), 1524 bei Schade Sat. 2, 70, 9 spred u. b. H. Sachs 20, 103 spröd(von der Nahrung), noch b. Rädlein 1711 in der Bed.«mager, elend und kraftlos», dann als bergm. Ausdruck 1562 bei Mathesius Sar. 40² vom Silbererz, das sich nicht schneiden läßt, u. 1663 bei Schottel vom unreinen, rauhen Schwefel im Bergwerk, schles. spriede bei Lohenstein Hyacinthen 23. Verw. mit vläm. Sprooi, mengl. spréthe«gebrechlich, spröde», sowie mit Spreu, Sprühen(s. d.). Vgl. Btr. 11,280. Anders Zfd W. 8, 312. 4 BL. Sprö- digkeit, f., 1691 bei Stieler Sprötigkeit.
Sproß, m.(Gen.-sses, Pl.-sse, öst. nur So), Sprosse, m.(-n, Pl.-n): durch Kraft des Wachstums entstehender oder entstandner junger Pflanzentrieb; Nachkomme eines Ge- schlechts(Herder 2. Lit. 10,23). In 1. Bed. 1482 im Voc. theut. ee 6 b Sprosse, spruß m., 1462 Sproß(Mone Anz. 7, 167), 1414 Spruß(Diefenb. gl. 568), mhd. 38 prug m., ndrhein. im 15. Jh. grußhe m. u. im 14. Jh. sprot m.«Zweig»(Mone Anz. 3, 48), dazu mnd. sprute, sprote m., ags. sprola m. u. sprotn., engl. sprout«z weigo, anord. sproti m.«zweig, Rute, Stab, schwed. spröt m. Leitersprosse, Spamy. Eins mit ahd. sprozzo m. «Sprosse»(s. d.), von sprießen. 4 BL. Spröß- ling, m.(1s, Pl.-e): der Sproß, Pflanzenschoß, Zweig; Abkömmling, Kind(1716 bei Ludwig cjunges Ehepfläntzlein»). In 1. Bed. 1482 im Voc. theut. ee 6 b sproßling, 1420 in Schröers Vocab. 35, 2824 Sproseling, 1664 b. Duez Sprüß- ling, Sprõhling(auch in der Bed. chalbgewachs- ner Knab od. Mägdlein»), noch bayr. Sprüßling, dazu mnd. gyrotlink m.«Zweig».— Sprosse, f.(Pl.-n): Querholz der Leiter zum Steigen. Mhd. sprozze m. f., ahd. sprozzo m., noch bei
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