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Spring 932
Fischart Spreswer, bei Schuppius Spreuer m., b. Rädlein 1711 u. Ludwig 1716 Spreuer f. bildete, daneben älternhd. Spreuel(1512 b. Keisersberg Schiff des Heils 10 b spreuabel). Auf md. sprã n. f.(schon ahd. der Pl. sprüir aus Gegenden Mitteldtschlds.) beruht wetterau. und ostthür. Sprau f. Verw. mit mhd. sprœwven, Sprcœjen, mndl. Ssprœien esprühen(s. d.), stieben, streuen und spröde. Wurzelverw. mit gr. creipetv astreuen, säen», arm. sphFem zerstreuey, und weiter mit lat. spargere«streuen», s. Walde. 2ZUS. Spreusack, m., 1716 b. Ludwig, spät- mhd. im 15. Jh. sprewersac m.
Sprichwort, n.(-els, Pl.-wörter): eine Lebensweisheit enthaltender, allgemein ge- brauchter Satz. Mhd. sprichwort n.(Pl. diu sprichwor?), urspr.«ein Wort, das oft gespro- chen wird, geläufiges Wort», auch bei Luther und Alberus Sp., dagegen Sprüchwort 1537 bei Dasypodius u. bei S. Franck, Frisius, Fischart, also im Südwesten Dtschlds. u. in der Schweiz, gleichsam zgs. mit dem Pl. von Spruch«Wort aus den Sprüchen»; dazu 1482 bei Melber Ff 6 b gemeyn sprechwort, nd. Sprekzword, 1477 clev. spreeckwoirt, undl. spreekwoord n.
Spriegel, m.-“s, Pl. wie Sg.): über einen Wagen, einen Kahn, eine Wiege gespannter dünner Bogen od. Bügel zu einer Uberdeckung (Goethe 24, 163). 1691 bei Stieler u. noch md.- schwäb. Spriegel, aus älterm Sprügel(1663 bei Schottel u. 1581 bei Hondorff Promptuarium 2, 112 ²), noch nd. sprügel m., schon in den alten Gesetzen von Nordhausen der Pl. sprogeln, ge- sprögelte büden«als Marktbuden»(Bech Beitr. 2. Vilmar 21), dazu obpfälz. Sprugel m. Schnell- bogen, Sprenkel beim Vogelfangen. Auch in der Bed.«gerade biegsame Holzschiene»(1741 bei Frisch), 1641 bei Garzoni Schawplatz 864³ Gespriegel n. Holzrahmen des geflochtnen Sitzes am Stuhls, luxemburg. als Fleischeraus- druck Spriegel m.«Sperrholz zum Auseinander- sperren der Hinterbeine u. des Bauches an einem geschlachteten Tierey». 4L. spriegeln, v.: mit gespannten Spriegeln versehen, 1691 bei Stieler.
Sprieße, f.(Pl.-n): Sprosse, Stützbalken, mhd. spriuze f., ahd. Spriuza f.«Stütze» und spriuzil m. Querstange zum Verschlusses. Von 2sprießen(s. d.).
isprießen, v.(Prät. sproß, Pl. sprossen, Konj. sprõsse, Part. gesprossen): im Triebe des Wachs- tums hervorkommen. Mhd. spriegen(Präs. spriuge, daher älternhd. du spreußest, er Spreu Het, Prät. Spròz, Pl. spruzzen, Part. gesprozzen,
Imp. Spriuz, älternhd. Spreuß), dazu mnd. spru- ten, Spreten, ndl. spruiten, ags. Sprütan, engl. sprout. Gleichen Stammes wie sprießen, Spriet, spreizen, Spritzen, Sprosse(s. d.), ags. Spryttan u. engl. sprit«sprießep». Viell. zu lett. Spraujuos, sprauties cemporkommen, empordringen. Vgl. Idg. Forsch. 1, 177.
2sprießen, v.(Prät. Sprießte, Part. ge- sprießt): durch Stemmen von Holz stützen; durch ein Querholz voneinander sperren. Mhd. spriuzen, ahd. Spriuzan, eins mit Spreizen(s. d.). Vgl. lett. sprãude u dränge etwas gewaltsam in einen engen Zwischenraum, eine Klemmes. Vgl. Idg. Forsch. 1, 177.
Spriet, n.(els, Pl.-e): am Maste befestigte Segelstange; in eine Gabel ausgehendes Holz am Wagen. In der 1. Bed. 1716 bei Ludwig Spriet oder Spreet n. aus dem Ndd.: mnd.-nnd. sprét n. in beiden Bedd., clev. 1477 spryet; dazu mndl. spriet«Segelstange, Spieß, Hirtenstab, Gabelungo, nndl. spriet m.«Querstange, Bug- spriet(s. d.), Jagdspieß, Fühlhorn der Insekten', ags. Spréot m.«Stange, Schaft, Spießy(s. d.), engl. sprit«Bugspriets». Von 1Sprießen(s. d.).
Spring, m.(Jels, Pl.-e): entspringende Quelle; aufschießender Wasserstrahl(Voß Id. 13, 95). In der 1. Bed. mhd. sprinc m., ahd. ur- sprinc m.(s. Ursprung), asächs. ahospring Quellen, mnd. Sprink, springe m. Von sprin- gen, v.(Prät. sprang, Pl. sprangen, Konj. sprãänge, Part. gesprungen): sich schnell mit den Füßen in die Höhe bewegen oder über einen Raum hinwegschnellen; sich mit Heftigkeit schnell hervorbewegen; sich mit Schnelligkeit und gewaltsam voneinandertun. Mhd. springen, ahd. Springan(Prät. spranc, Pl. sprungun, daher noch älternhd. sprungen u. Konj. sprunge, Part. sprungan); dazuasächs.-ags. springan, mnd.-ndl. springen, engl. spring, afrs.- anord.-schwed. springa, dän. Springe. Wahrsch. urverw. mit abg. pragi m.«Heuschrecke», eig.«Springer», oder mit gr. cnepxecéai in schneller heftiger Bewegung sein, eilen?, cwepxvõc chastig, eilig», âcnepNXec cheftig, eifrig, leidenschaftlich, aind. sprhjati ceifert um, begehrt eifrig». Aus dem Germ. entl. ital. p(r)ingare«mit den Füßen zap- peln, afrz. espringuer«springend tanzenn. 4 BL. Springer, m., mhd. springer m.(auch«Tänzer, Gauklers), dazu mnd. Sprenger m.«Heuschreckes; Springerin, f., mhd. springerin(ne) f. ZUS. Springbrunnen, m., 1663 b. Schottel 519 Springbrun, aber mnd sprinkborn m. Quelle?. Springflut, f.: große Flut des Meeres. 1648 bei Zesen Dögens Baukunst 225, noch früher b.


