Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
929-930
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929 Spreize

Spreu 930

spreden, spreiden, clev. 1477 Spreiden, ndl. sprei- den,&preijen, ags. Sprcdan, engl. Spread, dan. sprede. Zu ahd. spritan sich auseinanderdehnen, sich ausbreiten(Ahd. Gl. 2, 681, 57), mhd. Spri- ten, Sprãden. Dazu air. srédim ewerfe, streue aus.

Spreize, f.(Pl.-n): Stütze, Stützbalken, Sperrholz, 1691 bei Stieler, spätmhd. im 15. Jh. Sprãutze, spreitze, Sprutz, sprüß f. Von sprei- zen, v.: sich steif oder emporstehen machen, entgegenstreben, auseinanderbreiten(erst im 18. Jh.); 1618 bei Schönsleder spreitzen, 1691 b. Stieler spreißen, spreizen, 1678 bei Krämer Spreutzen u. Spreissen, auch 1684 im Simpl. 1, 572 Klr. ich spreißte und spreitzte mich, spatmhd. im 15. Jh. spreutzen(noch bayr. spreuzen«stützen, steif machen»), mhd. spriuzen, ahd. spriuzan «stützen, stemmen, sich ausdehnen machenꝰ. Von sprießen(s. d.).

Sprengel, m.(s, Pl. wie Sg.): Wedel zum Besprengen der Gemeinde mit Weihwasser in der römisch-kathol. Kirche; Bezirk soweit sich das Recht eines Geistlichen zu Amtsverrich- tungen erstreckt(1530 b. Luther 5, 266 b in der Bed. cgeistlicher Amtsbezirk des Bischofs⸗, 1663 bei Schottel«Kirchspiel»);(dann auf rich- terliche Gewalt übertragen) Bezirk der Amts- befugnis eines Richters(1780 bei Adelung«Ge- richtssprengel»). In 1. Bed. mhd. Sprengel m. Weihwedel, woneben spätmhd. sprengwadel m., mnd. Sprengel m. auch in 2. Bed. Von sprengen, v.: springen machen, in Sprüngen eilig laufen machen(das Roß, dann[intr.] mit ausgelaßnem Objekt); in Teilchen sich verbrei- tend auf etw. fallen machen, streuen, spritzen; mit Farbe betupfen, bunt machen; mit Heftig- keit auseinanderfahren machen(1664 b. Duez). In den 3 ersten Bedd. mhd. Sprengen(Prät. sprancte, sprengte), ahd. sprengan adie Saiten an- schlagen,(Zweig) heftig schütteln, bespritzen» (Prät. sprangta, Part. gasprangit, gisprengit); dazu mnd. sprengen«galoppieren, streuen, sprit- zeny, ags. Sprengan cbersten machen, bespritzens, anord. sprengja sbersten machen», schwed. spränga, dän. spränge. Bewirkungswort von springen(s. d.). 4BL. Sprenger, m.(s, Pl. wie Sg.): halbwüchsiges Zuchtschwein, wet- terau.-obhess., dafür sonst md. Läufer; es ent- spricht dem köln.(15. Jh.) Sprenger m.«Sprin- ger». Sprengsel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Heu- schrecke(brandenb.-ostpreufß.); m., bayr. n:: Sprenkel. Nordd. Bei Campe.

1Sprenkel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Gerte, die mittels einer Schnur gebogen ist, in der sich

Stellhölzchen befindet mit daran befestigter Schlinge zum Vogelfang. 1663 bei Schottel Sprenkeel, 1605 bei Hulsius Sprinckel m., 1477 clev. sprynckel; dazu ndl. sprenkel m. cdie Rat- tenfallen, Sprenkcel f.«die Schlinge im Schiffs- tau». Von mhd. Sprinke, ahd. springa f.«Vogel- falle, in Bügeln und dgl., beim Auftreten des Vogels zusammenschlagende(springende) und diesen bei den Füßen fassende Falles, noch 1669 im Simpl. 30 Sprincke f.(dafür in der 2. Aus- gabe desselben Jahres Sprinckel), auch engl. Springe. Im 18. Jh. die Nebenform Sprengel m. (1743 bei Rost versteckter Hammel Auftr. 1, Weiße Opern 1, 31). Zu springen(s. d.). 2Sprenkel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Fleck, der in größrer Zahl bunt macht. Im mrhein. Voc. ex quo 1469 sprenckel und 1462 bei Mone Anz. 7, 305, 58 sprinkel«sommersprosse», mhd. im 14. Jh. Sprinkel m.«Tupfs, bezogen auf Sprengen cbespritzen(bei Megenberg 409, 2 ff., daher sprengleyn 1470 bei Diefenbach mlat.-hochd.- böhm. Wbch. 166), aber eig. nasalierte Neben- form von glbd. mhd. Spre(c)xel n., noch 1727 b. Aler Spreckel und jetzt Sprickel m. n., schweiz. Sprigel, Sprägel; dazu isl. sprekla, schwed. Spräkla ckleiner Fleck», aber ndl. Spikkel m. Tüpfel, Sprenkel», wie mud. Spinkcel neben sprinktel«Sommersprosse». Wahrscheinlich gleichen Stammes wie schwed. fräkna f. u. engl. freckle«sommersprosse, engl. freak«spren- keln», urverw. mit gr. repxvöc, aind. pgni- ege- fleckt, bunte. 4L. sprenkſellig, adj.: bunt- fleckig, bei Luther Sprincklicht(Jer. 12, 9) und Sprencklich(1. Mos. 30, 39), 1574 bei Horscht Geheimnisse der Natur 4, P 4 Sprencklicht, mhd. Sprenkeloht u. sprunkeleht, sprünkeleht, md. sprinkeloht, Sprinkeleht, mnd. sprinke- lechtich, nasalierte Nebenform von glbd. spät- ahd. sprekcheloht, sprechilot, mhd. Spreckeleht, sprickeleht, sprigeloht, noch md. sprickelicht, bayr. spregklet, spregkelt, 1561 schweiz. sprecke- lachtb. Maaler; dazu schwed. spräcklig. spren- keln, v. 1658 b. SchochStud. 27,5 Neudr., dafür 1678 bei Krämer spreckelen u. mhd. sprengen. Spreu, f.: Abfall von Getreidehülsen beim Dreschen; Hochdeutsches Wort für nd. Kaff (8. d.). Mhd.-ahd. spriu n.(Gen.-wes), aus des- sen Pl. mhd. u. ahd. diu Spriu wohl das F. her- vorgegangen ist, das zuerst in mhd.(in Franken) Greuwe, md. Sprswe, sprähe f. auftaucht, wäh- rend aus der zweiten, häufigeren Form des Pl. mhd. spriuawer, spriur, ahd. Spriu(wi)r, noch

älternhd. Spreuer, sich der Sg. 1541 schweiz.

vorn ein bei der Berührung aufspringendes Spritrwer, Spreuwer m.(Frisius 212 u. 623 a), b.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

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