Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
927-928
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927 Sprache

spreiten 928

v., mhd. Spot t)en, ahd. spottôn; dazu mnd. Spot. ten, anord. Spotta; dazu in dim. Bed. spötteln, V., 1522 b. Murner luther. Narr 1885. Spötter, m., mhd. spottœre, spotter, spöter, frühmhd. spo- tare, mnd. spotter m. spöttisch, adj., 1525 bei Th. Müntzer Schutzrede 37, das Adv. spöttischen schon mhd. im 14. Jh. spöttlich, adj., mhd. gpot-, spötlich, ahd. spotlich. ZUS. spottbillig, adj., im 19. Jh. für ältres Spottwohlfeil(1618 bei Schönsleder spottwolfail). Spottgeld, n., 1695 b. Weise Comödienpr. 243. spottkaufs, adv.: zu wohlfeil, 1716 b. Ludwig(vgl. 1678 b. Krämer die WMaaren um einen Spott verkauffen). Spott- name, m., 1720 im Robinson 1, 422. Spott- preis, m., 1768 bei Moerbeek 318 d. Spott- Vvogel, m.: spöttischer Mensch, 1494 bei Brant Narr. 42.

Sprache, f.(Pl.-/): Vermõögen zu sprechen; Ausdruck in Worten; Wortschatz eines Volkes. Mhd. Spräche, ahd. Sprähha f.; dazu asächs. sprãca, mnd. Sprãke, ndl. spraak, afrs. Sspréke, sprétse, Spräke, ags. sprä f., spdνc f.(engl. Speech). Entl. schwed. Spräk, dun. sprog. Von sprechen(s. d.). 4B L. sprachlich, adj.: die Sprache betreffend, im 19. Jh. neu, anders ahd. sprãchlich«xzu besprechend, zu beratschlagend. Z.US. Sprachforscher, m., 1767 b. Herder 1, 166 S. Sprachlehre, f.: Buch zum Unterricht in der Sprache, im 17. Jh. für Grammatica ge- bildet(Ratichius, 1635, gab eine allgemeine Sprachlehre heraus, dafür 1573 bei Laurentius Albertus Teutsch Grammatick Sprachkunst. Sprachlehrer, m., 1644 b. Harsdörffer Gespr. 1, Zugabe 25 u. 42 neben Sprachmeister, wäh- rend 1639 Comenius güld. Sprachenthür 201, 747 grammaticus durch«Sprachkünstler übersetzt. sprachlos, adj., mhd. sprãchlös. Sprach- rohr, n.(erfunden 1670 vom Engländer Mor- land), 1716 bei Ludwig. Sprachsinn, m., bei Goethe 32, 185. Sprachwissenschaft, f.: Philologie, 1721 bei J. G. Ansorge deutscher Rath und Lehrmeister... für alle dieser edlen Sprachowissenschaft Beflissenen.

spratzeln, v.: sprühen, spritzen, bes. knat- ternd. Bei H. Sachs öfter spratzen, aber mhd. spratzeln«alle Glieder mit größter Lebhaftig- keit u. Schnelligkeit bewegen, zappelns(Germ. 3, 417, 37 u. 418, 2), ahd. Sprazalõn«sich lebhaft zuckend bewegen»(Diut. 2, 321) neben häufi- germ glbd. ahd. spratalòn, vom ahd. Adj. spratal debhaft zuckend»; verw. mit spätmhd. spretzen «spritzen», ahd. bispratjan«eingießens.

sprechen, v.(Präs. spreche, sprichst, Spricht, Prät. Sprach, Konj. spräche, Part. gesprochen,

Imp. Sprich): sich durch Worte äußern; in Worten außern. Mhd. sprechen, ahd. Sprehhan (Präs. sprihhu, sprihhis, sprihhit, Prät. sprah, Pl. sprähhun, Konj. sprähhi, Part. gisprohhan, Imp. sprih), woneben bisweilen spehhan; dazu asächs. Sprecan, mnd.-mndl. Spyreken, afrs. Spreka, ags. Spꝑrecan u. Specan, engl. Speak(vgl. Sprache). Dazu norw.-schwed. spraka aknistern, knacken, prasseln?, dän. sprage, weiter gr. cꝓdpohoc m. Geräuschy, lat. fräãgor m.«Krachen, Getöseꝰ, kymr. fraeth«beredt», lit. spragéti«prasseln», lett. Sprâgt, sprégt«bersten, knallen», aind. sphürjati«berstet, knallty. Das engl. speak setzt wohl idg. od. germ. Ausfall des voraus.

4BL. Sprecher, m., mhd. sprechϾre, precher,

spätahd. Sprehhere m., woneben ahd. sprehho m. (noch in Fürsprech, s. d.), ags. Sp(r)eca m.; dazu mnd.-mndl. spreker m., engl. speaker. ZUS. Sprechsaal, m.: in Zeitungen die Stimmen aus dem Publikum, Eselswiese. Im 19. Jh. Urspr. Saal, der für gesellige Unterhaltungen od. Besprechungen bestimmtist. Sprechtakt, m.: Gruppe von Silben, die unter einem Akzent steht. Ausdruck d. neuern Sprachwissenschaft.

Sprehe, f.(Pl.-n): der Star, sturnus vul- garis. Bei Klopstock Hermannsschlacht 106 Spree f., 1557 in Heußlins Vogelb. 2292 Sprehe. Aus dem Nd. u. Md., nd. Spré(n) m., in den Für- stentümern Göttingen u. Grubenhagen spre-e, spreie, spreje, sprene f., mnd. Spren m., and.- mfrk. Grd(vgl. Suolahti 167) u. Sprälaf.?(noch im Wuppertal sprole), wetterau. und auf dem Vogelsberg usw. sprin m. u. f., aus der W9etterau 1540 b. Alberus dict. z3 b Spren, aber auch hess. 1557 bei Waldis Es. 3, 28 Spren f., Spree f., noch 1663 bei Schottel Sprene f.; dazu nndl. Spreeuue m., nordfrs. sprian, entl. afrz. esprohon m. Stary. Viell. verw. mit md. Spréjen, sprœjen, spreien, Sprœwen«sprühen, spritzen», auch«spritzen macheny, dann ginge der Name auf das fein getüpfelte, wie mit Tröpfchen besprüht aus- sehende Gefieder des Vogels. Vgl. Suolahti 168.

Sprei, f.(Pl.-en): wollne Tisch-, Bettdecke zum Staate. Rhein., aus glbd. ndl. sprei, spree f., von ndl. Spreijen«spreiten»(s. d.), also eig. «Tuch zum Überbreiten.

Spreißel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Scheitchen, Splitter; Sperrholz; Leitersprosse. In Bayern. Mhd. Sprizel n) m.(Pl. Sprizelln]) Speersplitters, ahd. in sprizalön«schnitzen, spitzen⸗, von spät- ahd. sprizen absplittern.

spreiten, v.:(über eine Fläche) von ein- ander breiten. Mhd. spreiten, ahd. spreitan, woneben Spreitön ausstreuen; dazu mud.