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spontan
sponsãre«Verlöbnis machen», von lat. Sponsus cverlobty. Davon Sponsierer, m.(Goethe Faust V. 5187 u. 5539), 1482 im Voc. theut. ee 5 b sponsierer m. Freier, Buhlery.
spontän, adj.: freiwillig, von selbst. 1801 bei Campe. Das lat. glbd. Spontãneus(so noch 1728 bei Sperander).
Spontôn, m.(—S, Pl.-e): halbe Pike der Oberoffiziere. 1728 b. Sperander, aus glbd. ital. spuntone, spontone m., frz. Sponton, span. espon- ton m., von ital. Spuntare cdie Spitze abbrecheny, zu lat. ex«xausy u. punctum n.«(Stichy.
Spor, m.(-es): Schimmel;(von Wäsche, Pa- pier) sichtbares Verdumpftsein. 1810 b. Campe, schwäb.-frk. Gleichen Stammes wie das Adj. älternhd.-mhd. Spör(e)«fehlerhaft-trocken, zu ausgetrocknet, rauh(noch bayr. spör), ahd. spori cmürbe, fauby. Dunklen Ursprungs. 4 BL. sporen, v.: schimmlicht, verdumpft werden, faulen, 1810 b. Campe. sporig, adj.: schimm- licht, sichtbar verdumpft. ZUS. Sporapfel, m.: die Frucht des Sperberbaums, pirus sorbus, 1578 bei Lonicerus 67 2 der Pl. Sporäpffel, 1664 b. Duez Spörapffel, mit Umdeutung so benannt, weil man diese Frucht genießt, wenn sie von an- gehender Fäulnis weich ist. Sporei, n.: un- fruchtbares Hühnerei, Windei(s. d.), nach dem Volksglauben vom Hahn gelegt, das sich beim Ausbrüten als faul erweist. 1731 b. Zincke öcon. Lex. Sporey.
sporãdisch, adj.: vereinzelt vorkommend, zerstreut. 1801 b. Campe. Nach gr. cropadixòc adj. von creipetv säen, zerstreuen» oder frz. sporadique.
Spore, f.(Pl.-n): Keimkorn der Pilze. Im 19. Jh.(Oken 1841 noch lat. spora) aus gr. cropd f. das Säen, die Saat, zu gr. creipeiv«säen.
Sporer, m.(—s, Pl. wie Sg.): Sporenmacher, Hersteller von metallnem Lenkungsgerät für Pferde. Mhd. sporer, spörer, am frühsten Spo- rœre m., von ahd. sporo«Spornꝰ(s. d.).
Sporkel, m.(*s): Februar. 1663 b. Schottel; ndrhein. im 13. Jh. spurkel f. u. spurkelmãnòotm., 1486 Spurkelmœnt, noch im Westerwald Spörkel, Sperkel f., um Koblenz und Aachen Spörkel m., westfãäl. Spõrkelske f.; dazu mndl. Sporkel, spur- kel, Sporckelmaend, nndl. Sprockelmaandf., nach J. Grimm aus frühmlat.(S. Jh.) spurcalia Pl. cein im Februar begangnes Fest der Ausgelassen- heite(wohl«Fastnachts), von lat. spurcus cun- flätig», was bedenklich ist. Anders Btr. 20, 64, Zfd W. 5, 263.
Sporn, m.(-Lels, Pl. Sporen, bayr. auch-e):
spurnn chinten ausschlagen.
des Pferdes; Hornstachel hinten an den Füßen mancher Tiere. Mhd. spor(e) m.(auch vom Hornstachel des Hahns), ahd. Sporo m., im 15. Jh. spor(e)n, sporne, noch bei Duez 1664 Spohr(en), Sporn m.; dazu mnd. spore, spare m., ndl. Spoor f., ags. Spora, spura m., engl. spur, anord. Spori m.«Sporn». Gleichen Stammes wie Spar(s. d.), ahd.-asächs.-ags. spernan«treten, engl. Spurn «mit dem Fuße treten, stoßens, anord. Spyrna «mit dem Fuße an etw. stoßen, stemmen gegen etw.», ahd. spirnan«stampfen, urverw. mit lit. spirti«mit den Füßen seitwärts stoßen⸗, lat. spernére«verachten?, gr. croipeiv«zucken, zap- pelny, aw. sparaiti«geht, tritt mit den Fü- Beny, aind. sphuräti«stößt mit dem Fuße, tritt, schnellt». Aus dem Germ. entl. ital. Sp(e)ronem., afrz. esperon, esporon, nfrz. Speron m.«Spornꝰ. 4BL. spornen, v., mhd. sporen und spürnen, älternhd. Sporen(Maaler 1561, Duez 1664 und noch wetterau.) und spornen(Luther 1, 405 5b Eisl.), ahd. in wiıdarsporön, anders ahd. Spornõn, ZUS. sporn- streichs, adv.: in größter Schnelle, 1678 bei Krämer, im 16. Jh. Sporstraichs(Zimm. Chron.* 1,370, 14), eig. der Gen. Sg. von Sporenstreich m. cein antreibender Stich mit dem Sporne⸗(Krä- mer 1678), adverb. gebraucht wie älternhd. der Akk. spohrenstreich 1664 b. Duez, sporenstreich 1611 bei Hoffstetter Sonnenritter 6.
Sport, m.(els, Pl.-e): mit körperlicher Ubung verbundne Vergnügung im Freien. Aus glbd. engl. sport, mengl. disport und disporten csich vergnügen⸗, entl. aus afrz. desport m., ital. diporto Belustigung, Freude, Vergnügen. Zu- erst b. Pückler Briefe eines Verstorb. 2,90(vom 9.10. 1828), aber erst in der 2. H. des 19. Jhs. ein- gebürgert. Vgl. Ladendorf.
Sportel, f.(Pl.-n): gerichtliche Nebenge- bühr. 1495 in Reichsordn. 17 b der Pl. Sportulen, 1500 ebd. 41 b Sporteln. Aus lat. sportaula f.«Körb- chen», dann cein Körbchen Essen an eine Person (Elient), die man bei Gericht vertrat, überhaupt an geringe Personen, die man gern bewirten wollte», endlich«Geschenk», im Mlat. Sportel. Schonahd. entl. man sporfala, sportella f.«Korb, noch 1716 b. Ludwig Sportel n.«Körbchen.
Spott, m.(- lels, ohne Pl.): empfindliche Aufßerung über einen andern zur Belustigung. Mhd. ahd. spot m. Scherz, Hohn, Schmach⸗ (Gen.-ttes); dazu and. mnd.-ndl. afrs. spot m., anord. Spott n., spottr m., schwed. Spott m., dän. spott; ferner rhein. Sputze m.«belustigender Spaß, Lachen herbeiführende unschuldige Täu-
Stachel an der Ferse des Reiters zum Antreiben schung». Dunkler Herkunft. 4BL. spotten,


