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rischer Landsknecht», wie er auch bei H. Sachs Fastn. 77, 77 ff. geschildert wird, dazu nd. 1527 b. Waldis verlor. Sohn 448 ff. Spitzbove. Davon Spitzbüberéi, f. u. spitzbübisch, adj., bei Luther S, 213²; Spitzbubenstück, n., ebd. 213 b. Zgs. mit mhd. Spia Adj. im Sinne von«fein, listig»(Martina 92, 111 ff.), ebenso wie spitz- findig, adj.: mit Geistesschärfe bis ins Klein- lichste sinnend, 1512 bei Keisersberg Schiff des Heils 8b spitefindig u. 1541 b. Frisius 90 2 Spitz- fundig«gewandt, listigy, vom Subst. Spitz fünde f.«List, Schlauheit» 1556 b. Frisius 445, dessen zweiter Bestandteil aus dem Pl.(mhd. viinde) von mhd. vunt m.«Fund, Kunstgriff, Kniffs her- vorgegangen ist; Spitzfindigkeit, f., 1537 bei Dasypodius, 1541 bei Frisius Spitzfündigkeit. Spitzglas, n., 1731 b. Zincke öcon. Lex. Spitz- hut, m.: Angeber, 1663 b. Schottel 434. Spitz- kopf, m.: scharfsinniger Klügling, b. Luther 3, 485 b J. Spitzmarke, f.: die Uberschrift eines Zeitungsartikels. Inneuster Zeit. Spitzmaus, f., mhd. Spitems, im 12. Jh. spizems f.; dafür ahd. Spia(z)a f. u. spiæ(o) m., 1537 b. Dasypodius Spitzer m., benannt nach der langen spitzen rüs- selförmigen Schnauze. S. Splißmaus. Spitz- name, m., 1678 bei Krämer. Spitzsäule, f.: Obelisk, Pyramide, 1678 bei Krämer Spitzseale.
Spleen(spr. splin), m.(*s): Milzsucht, Ge- mütskrankheit, fixe Idee, im 18. Jh.(Zfd W. 8, 96). Das engl. spleen, mengl. Splen, von gr. Jat. splén m., gr. ca«XHv m.«Milz).
Spleiße, f.(Pl.-n): Span, md. 1422 Spläze f, dazu nnd. splet f.«Schindeb, ebenso 1719 b. Fle- ming t. Jäger 1, 73a Splitte Pl. Von spleißen, v.(Prät. spliß, Pl. splissen, Konj. splisse, Part. gesplissen, schlechter schwach): auseinander- fasern, in Stückchen spalten. Md. im 13. Jh. splizen cbersten, spalten»(intr.), im 14. Jh. auch tr.(Prät. spleiz, Part. gesplizzen); dazu intr. mnd.-mndl. Spliten, nndl. splijten, afrs. Splita, engl. split, entl. dän. splitte. Lat. laeddere(aus splaedere)«verletzen» könnte verw. sein. Vgl. Spliß, Splitter.
splendid, adj.: glänzend, prächtig; viel dar- aufgehen lassend. Beide Bedd. 1716 b. Ludwig. Aus lat. splendiches«glänzendꝰ, von lat. Splen- dêre«glänzen.
Splint, m.(Jels, Pl.-e): das weichre, leicht spleißende Holz zwischen Rinde und Kern des Baumes, der Spint(s. d. ²). Nordd., 1731 bei Zincke öcon. Lex.— Splinter, m.(I, Pl. wie Sg.): Splitter, Span. Nordd., 1605 bei Hulsius; dazu ndl. 1598 splinter, splenter m., engl. Splin- ter neben splint, dun.- schwed. Splint m. Neben-
form zu Splitter, wie mnd. splinte m. f. cplattes Eisen zum Durchstecken durch das Loch am Ende eines Schließbolzens oder Riegels» zu Spleiße f. ZUS. splinternackt, adj., 1648 bei Zesen Ibrahim 140 Splinternalckend, nd. splinter- nacket(s. splitternackt).
Spliß, m.(Gen.-Sses, Pl.-Sse): Spalt. 1716 b. Ludwig. Dazu mnd. splete«Spalt, Riß, nndl. spleet f.«Spalte, Rißo, split f.«Schlitzy. Zu splei- Hen(s. d.). 4 B L. splissig, adj., 1716 b. Lud- wig neben spleißig. ZUS. Splißmaus, f.: die Spitzmaus, 1540 b. Alberus dict. II2 Splißmauß, noch wetterau. spleußmaus, nd. Spletmãs f. Der Name wahrscheinlich von der Begierde, mit ihren spitzen Zähnen alles zu verspleißen.
Splitter, m.(—s, Pl. wie Sg.): abgespaltnes, abgesprungnes kleines(längliches) Stückchen. Bei Luther M., 1663 bei Schottel F., 2u spleißen (s. d. u. Splinter), schon mhd. splitter(Pl.-n) neben dem zu spalten gehörigen glbd. spelter, spilter m. f., mnd. Pl. spelderen. 4 BL. split- t(e)rig, adj., 1691 b. Stieler splittericht. split- tern, v., 1562 b. Mathesius Sar. 138 b Sich split- tern. ZUS. splitternackt, adj., 1669 im Simpl. 106 splitternackend, mnd. splitternaket(15. Jh., Sündenfall 1001) neben spilternaked, verstärkt splitter fasennackt 1691 bei Stieler, eig.«völlig nackt wie ein frisch abgespaltner Span u. bis auf den letzten Fasen am Leibes(s. Splinternack). splitterneu, adj., 1788 bei Haas teutsch-frz. Wb., dafür nd. speldern, verstärkt Splitternagel- neu, urspr.«neu wie ein frisch abgespaltner Split- ter und wie ein Nagel frisch aus der Schmiede?. splitterrichten, v., 1691 b. Stieler, u. Split- terrichter, m., 1641 b. Schottel 366 aus Luther, nach Matth. 7, 4 und Luk. 6, 42 entstanden.
spoliieren, v.: berauben, plündern. 1571 bei Rot spolirn, aus glbd. lat. spoliãre, von lat. spolium n.«abgezogne Tierhaut, erbeutete Rü- stung, Beutey.
Sponde, f.(Pl.-/): Spannbett, Lotterbett, Sofa. Nordd. Bei Luther Amos 3, 12; 1741 bei Frisch Spunde, mud. sponde, spünn) f., aus lat. Sponda f.«Fußgestell eines Bettes, Ruhebett».
Sponsälien, Pl.: Verlobungsfeier, Ehever- trag. 1728 bei Sperander Sponsalia, aus lat. Sponsãlia«Verlöbnis, Verlobungsschmaus,-ge- schenk», dem Pl. von sponsãle, dem Ntr. des lat. Adj. Sponsdlis«zum Eheverlöbnis gehörigs, von sponsus«verlobt, dem Part. Perf. Pass. von lat. Spondére«geloben, feierlich versprechen». Vgl. Gespons.— Sponsieren, v.: um ein Mädchen werben, buhlen, liebeln, mhd. Sponsieren, Spon- zieren, spunzieren(auch«verloben»), aus lat.


