Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
919-920
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919 Spill

spinös 920

cGerte» bed., wie ahd. spizahi n.«Gesträuch, Strauchwerk»(Schmeller ² 2, 688).

Spill, n.(Lels, Pl.-e):(Scemänn.) bewegliche Welle, Winde zum Ankerlichten usw., b. Ade- lung 1780 Spille f. Spille, f.(Pl.-n): Spindel. Mhd. spille, ahd. Spilla f., mnd. spille f., durch Lautangleichung hervorgegangen aus mhd. spin(e)le, ahd. spinala f.«Spindel»(s. d.). ZUS. Spillmage, m.: Verwandter mütterlicherseits, s. Mage.

Spilling, m.(s, Pl.-e): die gemeine gelbe Pflaume. Spätmhd. im 15. Jh. spil(!)ing m., aus mhd. spinling, ahd. spenilinch m. Schlehen- baum, prunus spinosay, noch bayr. Spenling m. Pflaume, Schlehe, von ahd. Spenila f.«Dörn- chen, Stachel, Nadel»(s. Spenadel).

Spinät, m.(Jlels, Pl.-e): die Gartenpflanze spinacia. Mhd. spinãt m., 1546 bei Bock 123 b Bynetsch, das man iber Rhein(rechtsrheinisch) Spinnat nennt, 1542 bei Fuchs Spinet, 1561 bei Cordus Spenet, mnd. pinasie f., ndl. Spinazie f., wie glbd. ital. spinace m., afrz. espinoche, nfra. epinards m. pl., span. espinaca f., port. espinacio, espinafre m., zurückgehend auf pers. aspanakh, arab. isfan cd), isfindd)«Spinato, aber weil Blät- ter u. Samen in Spitzen ausgehen, angelehnt an lat. Spina f.«Dorn, Spitze?.

Spind, preuß.-bayr. nur n., bayr. nur m. (Tels,-s), auch Spinde, f.(Pl.-n): Schrank. Nordd. 1588 bei Ringwaldt Eckart N 5 u. 1663 bei Schottel Spind n.«Speiseschrank», 1734 bei Canitz Ged. 360 Spinde f., aus mnd. Spinde f. n. Schrank», dazu undl. spinde f.«Speiseschrank, von mlat. Spenda f.«Speisekammer, Speise- kasteny(s. Spende).

Spindel, f.(Pl.-n): walzenförmiges oben u. unten spitzes Holz, worauf sich beim Spinnen der Faden wickelt; ein diesem Spinngerät ähn- lich gestaltetes Holz od. walzenförmiges Werk- zeug. In diesen Bedd. mhd. spinnel, Spinele, im 14. Jh. spindel f.(auch dünner Knochen»), ahd. spin(n)ila, spin(n)ala, spin(n)ula, and. Spinnila f. nur«das Spinngerät», von spinnen(s. d.). Vgl. Spille. ZUS. Spindelbaum, m.: das Pfaffen- holz, evonymus europaeus, weil man Spindeln daraus fertigte, 1546 Bock 2, 17 5, ahd. Spi(nni)l- boum m.

Spinéll, m.(-s, Pl.-e): ein Edelstein, urspr. ein karminroter, carbunculus lychnis. 1546 bei Agricola de re metallica 476 Spinel, aus glbd. mlat. Spinellas m. Dunkler Herkunft.

Spinétt, n.(JLeſls, Pl.-e): Klavier, dessen Saiten mit Federkielspitzen angeschlagen wer- den. Bei F. Platter 135 B. zum J. 1544 Spinet,

ndl. 1598 spinette. Aus glbd. ital. spinetta f., von ital.-lat. Spina f.«Dorn, Stachely. Das Tonwerk- zeug hat also seinen Namen von den zugespitz- ten Federkielen.

Spinne, f.(Pl.-/): das spinnende Insekt aranea. Mhd. Spinne, ahd. spinna f. Von spin- nen, v.(Prät. Spann, Konj. Spönne aus älterm spünné, Part. gesponnen): zu einem Faden ziehen od. drehen; durch Ziehen od. Drehen der erfor- derlichen Fäden fertigen; auch übertragen auf Gedankenarbeit Pläne, Ränkce Sp.,(volkstüm- lich)«verrückt sein». Mhd. spinnen, ahd. sSpinnan(Prät. Span, Pl. Spunnun, Konj. spunni, Part. gispunnan); dazu mnd.-mndl. spinnen, ags. spinnan, engl. spin, anord.-schwed. spinna, dän. spinde, got. spinnan. Im Ablaut stehend zu spannen(s. d.). Verw. mit lit. pinti«flechten», abg. peti«spannenꝰ, kymr. cy-ffiniden«Spinne, Spinngewebe»(vgl. Fahne). 4 BL. Spinner, m., 1482 im Voc. theut. ee 52 spynner; davon Spinneréi, f., 1691 b. Stieler; Spinnerin, f., mhd. spinnerinne, md. 1355 spinnersche f. ZUS. 1. von Spinne: spinnefeind, adj.: todfeind, 1522 bei Pauli Schimpf 270 Ost. u. bei Lutheré, 517 J. spinnenfeind(neben Spinnengram 2, 472² Eisl.), 1618 bei Schönsleder spinnfeind, 1512 bei Keisersberg Evang. 49 b so feind als die Spinnen, denn von diesen fällt eine die andre an, nament- lich das W9eibchen das Männchen, tötet es und saugt es dann aus. Spinn(en)webe, Spinne- webe, f.(Pl.-n), auch Spinnleb, n.(Gleim Fa- beln 2,27), md. im 13. Jh. spinnenwebe f., neben mhd. spinneweppe n., ahd. Sinnawenpi n. und Spinnunweppi n.(noch bayr. Spinnzweppen f. neben Spinnweben f.), 1561 b. Maaler Spinnν‿ n., mnd. spinneiobhe,-webbe, zgs. mit mhd. oeppe, ahd. weppi n., mnd. webhe n.-Gewebe?. Auch Spinn(en)gewehe n., 1664 b. Duez. 2. von spinnen: Spinnhaus, n.: Strafanstalt für ar- beitscheue, liederliche Weiber, 1641 b. Schottel 385. Spinnrad, n.(1530 von Steinmetz Jürgen in Braunschweig erfunden), 1540 bei Alberus dict. Oo 1 b Spinarat. Spinnrocken, m., 1664 b. Duez Spinnrock m., ndl. 1598 spinrock, dafür mnd. spinneroocken(s. Rocken und Wocken). Spinnstube, f.: Stube, in der von den Mäd- chen eines Dorfes gemeinsam gesponnen wird, 1691 b. Stieler. Spinnwirtel, m.: Spindelring, 1561 b. Maaler Spinwwirtele(s. Wirtel), dafür Spinnwürbel, oirbel 1664 Duez.

spinös, bayr. auch spinõs, adj.: dornen- voll, schwierig;(nordd. namentlich in Sspinõses Frauenzimmer) mokant, unangenehm. Nach lat. spinôsus dornig, stachlig?.