Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
915-916
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915 Spieke

Spier 916

1, 5822 Eisleb. spiegelblank, n., 1780 bei Göckingk Ged. 1, 238. Spiegeleier, Pl.: in der Pfanne mit Butter gebackne Eier, deren Dotter einen spiegelnden Glanz bekommen, 1780 bei Adelung, dafür 1731 bei Zincke öcon. Lex. Spie- gelkcuchen, 1739 bei Amaranthes Ochsenaugen. spiegelfechten, v.: zum Schein Fechtbewe- gungen machen; zur Täuschung einen Schein- kampf unternehmen; mit absichtlicher Täu- schung zum Schein etwas vormachen. Urspr. vom schauspielartigen Musterfechten der be- rufsmäßigen Fechter(1510 bei Keisersberg von den siben Schwertem aa 4 Spiegelfechten n.), dann bildl., bezogen auf eine Fechtübung vor dem Spiegel, 1502 bei Liliencron 2, 482, 102 spi- gelvechten, 1518 bei Luther J. 1, 75 5 als subst. Inf. u. 1, 313 5 als Verb. Davon Spiegelfech- teréi, f., 1610 b. Gombert 5, 19. Spiegelglas, n.: Glas, in dem man sich besieht, mhd.- ahd. spiegelglas n., dann Glas zur Herstellung von Spiegeln(mhd.). spiegelglatt, adj., 1677 bei Butschky Pathmos 795. Spiegelkarpfen, m.: glatter Karpfen mit einzelnen großen glänzen- den Schuppen, 1560 b. Gesner nomenclator aqua- tilium animantium 295.

Spieke, f.(Pl.-n): Lavendel, lavandula spica. 1578 bei Lonicerus Spick m. u. f., 1546 bei Bock Spica f., aus lat. Spica f.«Ahre⸗, weil an jedem Stengel die vielen kleinen zusammen- stehenden Blümchen wie eine Weizenähre aus- sehen. Vgl. Speikk. ZUS. Spieköl, n.: Öl aus Lavendelblüten, 1776 bei Hübner.

Spieker, m.: Nagel, nordd., 1780 bei Ade- lung, s. Speichernagel.

1Spiel, n.(s): große Menge, in Geldspiel (Goethe 8, 77), Leutspiel(1776 pei L. Ph. Hahn Aufruhr zu Pisa 132), Menschenspiel(hess.- westerw.), Volkspiel(bayr.). Entweder der Zss. Kirchspiel(s. d.) nachgebildet, od. wie ein Spiel bewegte Menge, Gemenge», alsdann eins mit dem folg. Wort.

2Spiel, n.(JTels, Pl.-e): Beschäftigung zu Zeitvertreib u. Vergnügen; mittels eines Ton- werkzeugs hervorgebrachte Verbindung von Tönen. Mhd.-ahd. Spil n.(auch«Kampf., Schau- spiel, Spielzu Gewinnod. Verlust aufdem Brett, mit Würfeln» usw.); dazu asächs.-afrs. spil n. Kampfprobe,spiely, mnd. Spel, spil, spol n. Zeitvertreib, Musik, Würfel-, Bühnenspiel, ge- wagtes Spiel, Aufruhro, entl. dän. spil, schwed. spel. Dunklen Ursprungs. spielen, v., mhd. Wil(e)n«sich vergnügen mit Leibesübungen, im Waffenspiel, Brett- od. Würfelspiel, sich leb- haftbewegenvor Freude od. Verlangen, zuckend

leuchten, zitternden Scheines blinken, musi- zieren», ahd. spilön«sich fröhlich bewegen, im 10. Jh. vom Brettspiel u. Musizieren; dazu asächs. Spilon«sich hin u. her bewegen», mnd. spelen, Spolen, Spalen, Spillen, ndl. Spelen, ags. spilian, anord. spila«spieleny. Davon Spieler, m., mhd. spilœxre, Spiler, ahd. spilãri m.(¶Hand- paukenschläger, Schauspieler»); Spieleréi, f., 1535 b. Frölinkint Redeführung dreier Gebrüder 02 Spilerei. ZUS. Spielart, f., 1780 bei Ade- lung. Spielbein, n.:(bei den Bildhauern) das in Bewegung od. Schwebung dargestellte Bein, im Gegensatz zum Standbein. Spielhahn, m:: das männl. Birkhuhn, tetrao tetrix, mit glänzend schwarzen gekrümmten Schwanzfedern, 1557 in Heußlins Vogelbuch 106* u. 107 b Spilhan als Wort der deutschen Alpler», auf Spiel be- zogen entweder wegen seines Gebarens beim Balzen, od. mit Anknüpfung an Spiel n.«Feder- schwanz» bes. des Fasanen(1746 b. Döbel Jäger- Pract. 2, 171), viell. umgedeutet aus Spillhahn, weil er bes. die Knospen des Spill- od. Spindel- baums frißt(in der bayr. Jagdordnung von 1551 Spillgeflügeln. das Birkwildo). Spielhölle, f., um 1830 aufgekommen. Vgl. Ladend. Spiel- karte, f., 1472 bei Schmeller ²2, 662 spilkarte. Spielmann, m., mhd. spilman m.(Pl. spilliute) chöfischer Sänger, umherwandernder Sänger u. Musikant, Gaukler», ahd. Spila-, spiliman m. (auch«Schauspieler»); dazu mnd. Spel-, Spil-, spolman m.(Pl. spellude). Spielraum, m., 1716 bei Chr. Wolff math. Lex., 2zgs. mit Spielen csich bewegen?. Spielsachen, Pl., Spiel- ware, f., 1716 bei Ludwig. Spieltag, m.: Schulferientag, wetterau., 1664 b. Duez. Spiel- verderber, m., 1691 b. Stieler. Spielwerk, Spielzeug, n., 1664 bei Duez, in der Bed. «Spielkarte, Würfel- u. Brettspiel» schon 1520 bei Keisersberg Narr. 160 b Spilzög.

Spier, m. n.(Jels, Pl.-e): Kleine, zarte Spitze, bes. die aus der Erde hervorstehende Gras-, Kornspitze. Spätmhd. im 15. Jh. u. 1482 im Nürnberger Voc. theut. ee 52 Spir, ein eher (Xhre) oben auff dem halme, mnd.(1425), nnd. gprr n.«Spitzey(auch«Ahres); dazu ags. spir, engl. Spire of grass«Grasspitze», dän. Spir, spire, schwed. Spira f.«Spitzey. Bei Ludwig 1716 das Dim. Spierchen n. Engverw. mit Spiere, f. (Pl.-n): zu einem Mast in Bootenu. Schaluppen, zu einer obersten Rahe usw. dienende lange Stange, nd.; dazu ndl. spieren Pl., anord. Spira f.«ziemlich lange schwanke Stangen, schwed. spira f. lange Stange, kleine Segelstange». Viell. stammverw. mit spitz u. mit lat. spina f.«-Dorn.