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1726 bei Fleming t. Soldat 830 mit frz. End.-el gebildet(aber frz. special). Speziül, m.(-s), Pl.-e): bes. Vertrauter, Busenfreund, md., da- nach bei Gotter Schausp. 250, früher 1716 bei Ludwig mein Specialer Freund. Am Niederrhein Bezeichnung für Liter Wein in einem zylin- drischen Glas ohne Fuß, gleichsam für den spe- ziellen Freund serviert, 1741 bei Frisch im Dim. Specialichen n. Spezialist, m.(-en, Pl.-en): wer eine Sache speziell versteht. Spezialität, f.: Besonderheit, 1617 bei Wallhausen Corpus mil. 10 Specialitet, aus spätlat. specialitas f. Spezies, f.(Pl. wie Sg.): besondre Art, Unter- art(1801 bei Campe); Gewürz, Apothekerware (Goethe 12, 134, mhd. spezie f.); Zutat zu einer Arznei(Immermann Münchh. 1, 115, schon 1597 b. Ayrer Proc. 2,11); Grundrechnungsart(1529 bei Adam Ryse Rechnung 11). Aus lat. species f.«das Sehen, der Anblick, die Erscheinung, Gestalt, das Bild, die Art, ein einzelnes Stück, eine Sortes, von lat. Specére«sehen»(s. Spähen). Bei Münzen bed. Spezies- die vollgültigen ge- prägten Geldstücke im Gegensatze zu Papier- geld usw.(1694 bei Nehring die gantze u. grobe Müntz-Sorten, dahero wird gesagt in specie, in- sonderheit, das ist Stück für Stück, als Reichs- Thaler für Reichs-Thaler»), insbes. Spezies- taler, m.: der nach Reichsfuß geschlagne Reichstaler im Werte von 4 M., 1691 b. Stieler, dafũr 1678 b. Krämer hundert Thaler in Specie. spezifisch, adj.: eigentümlich, in der bes. Art gegründet, bei Schiller 10, 499, dafür bei Les- sing 10, 17 Specifigues Gewicht, aus mlat. speci- ficus«unterschieden, absonderlich⸗, frz. Spéci- fique zeigentlich». speziflzieren, v.: im ein- zelnen angeben, einzeln bezeichnen, 1459 b. Li- liencron 1, 510 2 Specificiren, ebenso Fastnachtsp. d. 15. Jh. 740, 21, aus glbd. mlat. specifcare.
Sphäre, f.(Pl.-n): Himmelskugel, körper (1712 bei Hübner); deren Kreis, Wandelbahn (mhd.); Kreis, Bereich überhaupt(1758 bei Les- sing 12, 116), insbes. Geschäfts-, Wirkungskreis (Schiller Don Karlos3, 10), Einsichtskreis(1780 bei Adelung). Mhd. sfœre, sphére, Spœre, spére f. Kreis, Kreisbahnv, ahd. Spéra f., aus gr. lat. sphaera f.«Kugel, Himmelskugel, Weltkörper, Kreisbahn eines Planetens, gr. cꝙatpa f.(Erd-, Himmels)kugel». Dazu sphärisch, adj.: kugel-, kreisförmig, 1716 bei Wolff math. Lex., nach lat. sphaericus, gr. cqoupixòc«kugelrund, zur Erd-, Himmelskugel gehörig».
Spickaal, m.: geräucherter Aal. Nordd., aus nd. spitclcaal. 1794 bei Jacobsson. Gemeint ist die beim Speck übliche Behandlung, salzen
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
u. räuchern, wie b. Spickgans, f.: geräucherte Gänsebrust(Voß Luise 1, 81), Spickhering, m.: Bückling(mnd. 1275 Spie-herinc); dazu schwed. Spickhemat m.«rohe gesalzne und ge- räucherte Speisey, spicken Adj. egepökelt». Anders Falk-Torp u. spege. Vgęl. noch Nd. Korr. Blatt 25, 27.
1spicken, v.: heimlich blicken, etwas abzu- sehn. Südd., 1702 bei Kramer. Intensivbildung zu spähen(s. d.). 4 L. Spicker, m.: verbotene Ubersetzung(in der Schülersprache).
2Spicken, v.: mit Speck bestecken;(bildlich) mit etwas gut versehen? bestechen(1654 bei Logau 2,6, 44). In 1. Bed. 1512 b. Murner Narr. 75, 15; in 2. schon spätmhd. zu Anfang des 15. Jh. spickcen; dazu mnd.-mndl. Specken.
Spiegel, m.(, Pl. wieSg.): glatte das Bild eines Gegenstandes zurückstrahlende Fläche von Metall od. Glas als Putzgerät; widerspie- gelnde Wasserfläche(1691 bei Stieler Wasser- spiegel); das schillernde Auge auf den Schwanz- federn des Pfauen(mhd. pfäãzwenspiegel); der weiße Fleckhinten auf den Keulen des Rehwilds (1783 bei Heppe Jagdlust 1, 133, aber schon in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 755, 5 spiegel m. «der Hintre);(bergm.) glänzende Fläche an Metallerzen(1562 bei Mathesius Sar. 100 b). In 1. Bed. mhd. spiegel m.(auch«Werkzeug zum Sehen, Brille, u. bildl.«Vorbild, Muster, das Höchste, lehrhaftes Bucho), ahd. Spiagal, spiegal, spiegul m.; dazu mnd. spe(i)gel, mndl. Spieghel, speghel, nndl. Spiegel m., aus dem Nd. entl. anord. spegill m., schwed. Spegel m., dän. Speil n. Aus lat. speculum n.«glänzende Metallplatte zum Rückstrahlen, sich zu besehen», dann«Abbildy, im Mlat. Buch zur Belehrungs(von lat. Specèére «sehen), woher auch ital. Specchio, Speglio, span. spejo m.«Spiegel», während frz. espiégle m. «Schelmy auf den deutschen Ealenspiegel zu- rückgeht. Dafür als einheimisches Wort bei den Goten skuggaa m., anord. skuggsjã f., ahd. schcar n.«Spiegel, eig. Gefäß worin sich der Schatten od. Abschein eines Menschen zeigt, zu ahd. schaoο, ags. Scnοο)a m., anord. skuggi m. «Schatteny». 4L. spiegelicht, adj., 1691 bei Stieler, spiegelig im Garg. 66. spiegeln, v., mhd. Spiegeln«spiegelgleich hell machen», im 15. Jh.«wie ein Spiegel glänzen, 1517 bei Luther J. 1, 30 2 Spigelen«sein Spieltreiben', refl. 1541 bei S. Franck Sprichw. 1, 21 b, dafür mhd. sich erspiegeln«sich im Spiegel od. wie im Spiegel beschauen». Davon Spiegelung, f., md. im 14. Jh. sp’gelunge f.«glänzender Wider- schein„. ZUS. Spiegelbild, n., bei Luther
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