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Spagat 896
noch in der Kanzleisprache u. altertümelnd. Mhd. sötän selt., aber häufig mhd.-ahd. sõ getün, bei Otfrid sus gidãn, eig.«so beschaffen, in den Ma. gekürzt tirol. sõtter, sõtte, frk. sotter, sõtter, obsächs. sotte, schles. sitten bei Gryphius Dorn- rose 74, 19, sütte 56, 18; dazu mnd. sõdãn, soden neben sõgedãn, und. son, afrs. sãdén, entl. dän. saadan, schwed. sadan, isl. suoddan.
Sottel, n.(s, Pl.-n): schmales längliches Ackerbrett(Goethe 30, 177), 1741 b. Frisch, 1426 bei Diefenbach-Wülker sottel, thür. Nebenform von glbd. md. im 14. Jh. satel(e) m. n., s. 2Sattel.
Sottise, f.(Pl.-n): Albernheit; Grobheit. 1728 bei Sperander. Aus frz. sottise f.- Dumm- heity, von sot adj.«albern.
Soubrétte(spr. sa-), f. Pl.-n): die Kammer- jungfer im Schauspiel; Sängerin lustiger Rol- len. 1714 bei Wächtler, aus glbd. frz. soubrette f.
Souffléur(spr. suflör), m.(-S, Pl.-e): Ein- helfer durch Zuflüstern im Schauspiel, b. Schiller 3,586, aus glbd. frz. souffleur m.(auch«Schnau- ber, Feueranbläser»), von souffler s. u. Souf- flieren, v.: durch Zuflüstern einhelfen, 1801 b. Campe, nach glbd. frz. souffler(auch«blasen, anhauchen»), von lat. Suffläre«anblasen.
Soutäne, bayr. auch Sutãne, f.(Pl.-n): das vom Hals bis zu den Knöcheln reichende faltenlose Gewand, das die katholischen Geist- lichen unter den Kirchenkleidern tragen, 1813 b. Campe, aus glbd. frz. soutane f., ital. sottanaf., von mlat. toga subtanea, zum lat. Adv. subtas «unten, unterwärtsy.
Souterräin(spr. suterç), n.(*s, Pl.-s): be- wohntes Kellergeschoß. 1728 b. Sperander, aus glbd. frz. souterrain m., als Adj.«unterirdischy, von lat. subterräneus«unterirdisch»(lat. Sub cuntery, ferra f.«Erdes).
souverün(spr. su-), adj.: oberherrlich, un- abhängig. Im 17. Jh.(Nehring 1694), wie mndl. soverein, aus glbd. frz. souverain, von mlat. Su- Peranus«übergeordnet», zu lat. super cübery. Als Subst. Souverän, m.(—s, Pl.-e): Staats- oberhaupt, regierender Fürst, im 18. Jh. aus frz. souverain m.; als span.-brabantische Goldmünze im Werte von 2 od. später 3 Dukaten 1694 bei Nehring Souverein, Severin, weil«von einem souverainen Monarchen gemüntzety», engl. so- vereign«Pfund Sterlingy. Souveränität, f.: Oberherrlichkeit, Oberherrschaft, 1694 b. Neh- ring Souverainitãt, aus glbd. frz. souverainetsé f.
SOoviel, adv., 1540 b. Alberus dict. Aa 1 S0 vil, b. Luther so viel. Sowéit, konj., gebraucht wie insowweit(s. d.), im 18. Jh., als Adv.(Goethe 21, 79) 1691 bei Stieler«bis hierher». sowie,
adv. u. konj., 1691 b. Stieler; dafür in der alten Sprache doppeltes sö, ahd. 585, im frühsten Mhd. s se, got. Suasvē, ags. Sοα⁴ ⁵αι. Sowöhl, konj. in der Verbindung sowοhl— als, als auch, 1540 b. Alberus dict. Qd 4 ² s0 ⁵² als, eig. ceben- sogut als»(bei Luther Ps. 49, 11).
Soziâl, adj.: die Gellschaft betreffend. Im 18. Jh. nach Rousseaus contrat social(1762) ein- dringend. Frz. social adj. aus lat. sociãlis«ge- sellschaftlich» von lat. Sociι⁸s m. Genossen. Soziäldemokrat, m.(-en, Pl.-en): Anhänger der Sozialdemokratie. Um 1850 auftauchend. Jetzt auch gekürzt Sozi, m.(Pl.-s). Sozial- demokratſie, f.: die Arbeiterpartei, die die Umgestaltung des Staates im Sinne des Sozia- lismus anstrebt, August 1869 in Eisenach be- gründet. Sozialismus, m.(Gen. wie Nom.): Streben nach Besserung der sozialen Verhält- nisse, namentlich durch andre Verteilung der Güter. Nach frz. socialisme m. Wahrscheinlich Ende d. 30er Jahre d. 19. Jhs. von Pierre Leroux geprägt. Sozialist, m.(en, Pl.-en): Anhänger des Sozialismus, Sozialdemokrat. Das frz. socia- liste m. In den 40 er Jahren des 19. Jhs. einge- drungen. Vgl. Ladend. Soziälpolitik, f., 1842 durch Lorenz Stein verbreitet, vgl. Zfd W. 5, 121.
Sozietät, f.(Pl.-en): Gesellschaft, im 17. Jh. (1686 bei Abr. a. S. Cl. Judas 1, 244) aus glbd. lat. societas f. von socius(s. o).
Soziologie, f.: Gesellschaftswissenschaft. Das von Auguste Comte geschaffne frz. socio- logie f., 2gs. mit lat. socius«Genosseny u. Jogie von gr. Aéroc m.«Redey.
Sozius, m.(Pl.-usse): Geschäftsteilhaber. Das lat. socius m.«Genossen. 1728 b. Sperander.
Spache, s. Spake.
Spachtel, m.(‧, Pl. wie Sg.), f.(Pl.-n): breites flaches meißelförmiges Werkzeug zum Farbenreiben, 1534 b. Franck Weltb. 132, käum aus Spatel(s. d.) entwickelt. Viell. zu Spalce.
spack, adj.: dürr, trocken, leck, vor Trok- kenheit gesprungen(Frisch 1741). Ndd. 1477 clev. spak, mnd. in spak-, Spaeck-, spaechholt «dürres windbrüchiges Holz». Vgl. Spalce.
Spadille(spr.-dälje), f.: im Lomber der höchste Trumpf(das Schüppen-, Pique-As); spä- ter auch übertr. auf den höchsten Trumpf im Solo(die Kreuz-⸗, Treff-Dame). 1780 b. Adelung. Im Lomber aus glbd. frz. Spadille f., von span. espadilla f., eig.«kleiner Degenꝰ, Dim. zu span. espada f.«Degen, Schwert», von lat. Spatha f. «Schwert»(s. Spaten).
Spagät, m.(-Lels, Pl.-e): Bindfaden. Volks- tümlich auch Späget. Bayr.-öst. 1603 b. Uffen-


