Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
891-892
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891 Sonne

sonst 892

fleck, m.(Pl.-en): dunkle Stelle auf der Son- nenscheibe, 1676 bei Francisci Lusthaus 764. Sonnengott, m., mhd. sumnengot. sonnen- klar, adj.: ganz offenbar, 1641 bei W9eckherlin 1, 453 F., mhd. u. mnd. sunnenklär«glänzend wie die Sonne». Sonnenkrämer, m.: Klein- händler, der seine Waren unter freiem Himmel feil hält, bei H. Sachs 9, 14, sounenkramer schon 1444 im Leipzig. Stadtbuch 51 b(Hdschr.). Sonnenlicht, n., mhd. sunnenlieht, ahd. sen- nunlioht(Otfrid 1, 2, 14) u. sunnalioht n. Son- nenschein, m., mhd. sunne(n) schin, mnd. sunnenschin, mndl. sonnescijn m. Sonnen- schirm, m., 1537 bei Dasypodius. Sonnen- stäubchen, n., b. Goethe Br. 1, 19; bei Fischart Bienenk. 86 b Sonnenstäublin«Atom», Dim. von mhd. sunnenstoup m.(daneben sunnenstüppe n.), mnd. sunnenstoff. Sonnenstich, m.: Hitz- schlag, Ende des 18. Jh. bei Thümmel u. Benzel- Sternau(Campe), in eig. Bed. 1664 bei Duez Sonnenstich m. oder das Stechen der Sonnen, wie 1578 bei Fischart Ehz. A 7*½ Hizstich m. cheißer Stich der Sonney. Sonnentau, m.: die Pflanze drosera rotundifolia, weil die auf der Oberfläche u. dem Rande der Blätter stehen- den haarförmigen gestielten Drüsen jederzeit, auch in der größten Sonnenhitze mit einem, einem Tautröpfchen vergleichbaren, klebrigen weißen Safte umgeben sind, 1578 b. Lonicerus 301 Sonnendauae, ndl. 1598 sondauaoe, engl. Sun- deuo; auch Name v. Pflanzen, die mittags bei höchster Sonnenhitze voll Tautropfen stehen, bes. der Sinnda(s. d.), 1588 b. Tabernämontanus Sonnendauuν, Sondaao, u. ags. sundéaao osma- rinus). Sonnenuhr, f., 1537 b. Dasypod., im 15. Jh. sunen ur, mundartl. 1540 b. Alberus dict. 04² Sonnawer, noch wetterau. Sonneauer. Sonnenwende, f. die Umkehr(mhd. wendef.) der Sonne an den Wendekreisen des Krebses u. des Steinbocks(am längsten u. am kürzesten Tage), mhd. sun(n)e-, selt. Sunnenzwende f.«die Sommersonnenwende, der Johannistagy, im 15. Jh. zu sunbenden, sunbenten, ahd. im Adj. sunnawendig, ndl. 1598 sonnenwende; dafür schwäb.-alem. im 13.15. Jh. sunne-, sungiht f., 1561 bei Maaler Sonngichten, auch ags. sungihte n., zu mhd. giht f.«Gang, Reise», ferner mnd. sunnenstavinge, sunnenwandinge f., spätmhd. im 15. Jh. sunendel, sonnenwandel m., sonnen- stant m. u. sunnenstandungf.(Diefenb. gl. 541°), nndl. zonnestand m. Den Namen Sonnenwende führen mehrere Pflanzen, weil sich ihre Blüten od. Blätter mit dem Sonnenlauf wenden, bes. die wilde Cichorie oder Wegwarte(1482 bei

Lexer), Heliotrop(1563 bei Matthiolus 544), Beifuß(Dasypodius 1537) usw. Aus gleichem Grunde heißt die wilde Cichorie auch Sonnen- wirbel, m., mhd. sunnenwerbel, wirbel, ahd. sunnewirbel m., sunnezwirpilaf.; ebenso der- wenzahn, 1546 bei Bock 100 b Sonnenwirbel, u. das Sandhabichtkraut chondrilla juncea, 1563 bei Matthiolus 179 Klein Sonnenwirbel.

Sonntag, m.: der erste Tag der Woche. Mnd. sun(nen)tac, frühmhd. im 11./12. Jh. sun- tag, suntach, 1351 sonnentag(so auch b. Keisers- berg), bei Luther Somntag, ahd. sunnun tag, sun- non dag m.; dazu and. sunnondag, mnd. sun(nen)-, sondach, mndl. sonnendach, 1598 sondagn, undl. zondag, afrs. sSunnandi, sunnen-, sonnendei, ags. sunnandog, engl. sundag, anord. sunnudagr, schwed.-dän. söndag m. Gebildet nach lat. dies Solis«der dem Sonnengott(Sol) geheiligte Tag- (nachweisbar im 1. Jh. n. Chr.), woher kymr. dito sul, heute dy'dd sul, bret. disal«Sonntag», während auf lat.(dies) dominicus, dominica(seit 4. Jh. als UÜbersetzung des seit dem 2. Jh. ver- breiteten gr. xupiaxn) beruhen: ital. domenica f., span.-port. domingo m., frz. dimanche m., air. domnach«Sonntag» u. entsprechend anord. Drottinsdagr, eig.«des Herrn Tagy. 43L. sonntägig, adj., 1769 beim j. Goethe 1, 44. sonntäglich, adj., 1616 bei Hulsius. ZUS. Sonntagskind, n.: am Sonntag geborner Mensch, der Gespenster u. Geister sehen kann, bei Fischart Großm. G 6 b.

sonõr, adj.: klangvoll, bei Lessing 7, 37, aus glbd. lat. sonõrus, frz. sonore, von lat. sonus m. Ton, Schally.

sonst, adv.: außerdem, im übrigen; wenn das nicht ist; zu andrer Zeit(bei Luther Daniel 3, 19), vordem(Stieler 1691, schon im 14. Jh. mnd. sas). Hervorgegangen aus mhd. sus so, so aber, außerdem, davon abgesehen, im übri- geny, ahd. αs0, lediglich soy, asächs. S2ε5 4SO, noch schweiz.-nd. Sus, Stεs so, sonsty, nndl. zd*s, wahrscheinlich umgebildet(unter Einfluß von s0) aus glbd. asächs. thus, mnd. u. md. das, und. düss, mndl.-nndl. das, afrs. thus, das, ags. Hus, engl. duςα αεον(vgl. Btr. 12, 499), das zum Prono- minalstamm der(s. d.) gehört. Im Mhd. früh mit-t: sust, im 15. u. 16. Jh. auch stäst, noch obd. Sust, suüst, ferner um 1400 mhd. sost(noch wetterau.), mnd. sost; hieraus mit Nasalierung mhd. im 14. Jh. Sunsk,(seltner) säünst, bis ins 17. Jh., noch bayr.-tirol. u. nd. Suůst, bei Luther u. H. Sachs sonst. Erweitert 1512 bei Keisers- berg Bilgerschaft 116 b sSussen, im 15. u. 16. Jh. susten(f), Su(n)stend, hess. 1469 u. hüufig im 17.