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ohne». Vgl. Walde. 4L. sonderbar, adj.: als auffallend vor anderm hervorzuhebend od. die Aufmerksamkeit erregend. Mhd. sunder- bœre«besonder, ausgezeichnety, spätahd. Sun- dirbãre«abgesondert, zugeteilt, mnd. sunder- bar, als Adv. mhd. sunderbãre, frühmhd. sundir- bäre, md. sunderbére einzeln, insbesondre, vorzüglich»; z9s. aus dem von ahd. suntar abgel. ahd. suntra, sundera f.«Besonderheit, Eigen- tümlichkeit» u.-bar(s. d.). Sonderbarkeit, f., 1691 bei Stieler. sonderlich, adj.: sich vor anderm hervorhebend, 1540 bei Alberus dict. 8s4, mhd. sunderlich, ahd. suntarlih. Sonder- ling, m.: sich in Gesinnung u. Lebenshaltung auffällig absondernder Mensch, 1677 b. Butsch- ky Pathmos 436, im Alternhd. allgemeiner«der sich Absonderndes bei Luther 5, 196 2 u. 450 b; vgl. mhd.-mnd. das Adj. sunderlinc u. Adv. sunderlingen ceinzelns. 1Sondern, v.: ausein- andertun od. weg- u. für sich tun. Mhd. sundern, sündern, frühmhd. sunteren, ahd. suntarön, älternhd. sündern, md. 1540 bei Alberus u. noch schweiz. söndern, bei Luther sondern; dazu ags. sundrian, engl. sunder«sondernꝰ, anord. sundra causeinanderschneiden, schlachten). 2son- dern, konj.: im Gegensatze zu dem vorher- gehend Verneinten, md. im 14. Jh. sundern, sundirn(auch causgenommen, nur, aber, gleich- wohl, indessen»), die konjunktionale Verwen- dung des md. Adv. sundern, sundren«vorzugs- weise, einzeln»(14. Jh., selt. als Präp.«ohney, Myst. 1, 12, 22), eig. Dat. Pl. des Adj. sunder(wie asächs. an sundyon«besonders», s. 18onder), an Stelle der mhd. Konj. sunder, ahd. suntar(s. 2sonder) getreten, noch 1539 b. Alberus widder Witzeln H 85 usw. sonder neben sondern G 3 b usw., bei Luther sondern, 1661 in der Acerra philol. 33 sonderen. sonders, adv.: einzeln, nur noch in samt u. sonders«insgesamt u. jedes einzeln»(1575 im Garg. 16; 1521 bei Schade Sat. 3, 72, 10 sampt od. sonder); aber älternhd. auch sonders im Sinne von«besonders», mhd. sunders cabgesondert, beiseite, auf besondre Weise?, genitivische Bildung als Nebenform zu 2sonder (s. d.). Zu 1sondern. Sonderung, f., mhd. sunderunge f.«Absonderung», ahd. santrunga, sunderunga f.«Trennung, bes. Kennzeichen?; bei Luther. Sonderzug, m., Verdeutschung für Extraaug.
sondieren, s. Sonde.
Sonétt, n.(dLels, Pl.-e): ein aus 14 jam- bischen Reimzeilen bestehendes Gedicht mit eigentümlicher Reimstellung. 1586 in H. Frö- lichs Lobspruch auf Zürich 1624 bei Opitz
Poet. 44 Sonnet n.(cbei etzlichen Holländern klincgetichte»), aus glbd. ital. sonetlo, frz. sonnet m., von ital. sono m.«Klang, Schall, Gesang, Liedo, lat. Sonus m.«Klang, Tonn.
Sonnabend, m.: die md. u. nordd. Bezeich- nung für obd. Samstag(s. d.). Md. im 13. Jh. sunnãbent(im Tristan 3880 sunnenübent), ahd. sunnunäband m.(einmal bei Otfrid 5, 4, 9), eig. cder Vorabend des Sonntags, ags. sunnan-cõfen m., zu mhd. ãbent m. der Vorabend eines Fest- tags»; dazu clev. 1477 sonaevend, mnd. sunavend (Höfer Urk. 72 usw., Sachsensp. 2, 66, 2), afrs. vereinzelt sunna ewende m.
Sonne, f.(Pl.-n): der am Himmel uns lau- fend erscheinende leuchtende Körper, durch den wir Tag u. Nacht haben; Sonnenschein (mhd.); Stern miteignem Lichte, Fixstern(1676 bei Francisci Lusthaus 331); Nebensonne als Luftspiegelung(1548 bei Stumpf Chron. 2, 164 zum J. 1528). In der urspr. Bed. mhd. sumnne f. m.(Gen.-nen), md. auch sonne, ahd. sunna f. (Gen.-nün), daher älternhd. oft noch schwach (Akk. Sg. Sonnen b. Goethe 1, 185); dazu asächs. sunna f., sunno m., mnd. sunne f., mndl. sonne, nndl. 20 f., afrs. sunne, sonna f., ags. sunne f., sunna m., engl. sun, anord.-poet. Sunna f., got. sunnô f. n.; ferner vom gleichen Stamme got. saail n. u. sugiln.«Sonne», anord. sof., schwed. sol m., ags.(vereinzelt) 9 u.(in Zss. wie als Runenname) sigel, scgl, urverw. mit glbd. lit. sdus, kymr. haul, heul, lat. söl m., gr. Moc, homer. nexoc, aind. süar n., sürjas m., aw. huara «Sonne⸗(Gen. xvong aus*svans), gr. Rvou(aus rsvansops) cleuchtendy. Vgl. Walde. Uber die Stammform s. Idg. Forsch. 18, 423. 4BL. son- nen, v.: der S. aussetzen, muhd. sunnen, sünnen, im 15. Jh. sonnen, im 16. u. 17. Jh. oft sönnen. sonnicht, sonnig, adj., 1678 bei Krämer sonnicht u. 1702 sönnig, 1537 bei Dasypodius sonnechtig, mhd. sunneclich. ZUS. Sonnen- blume, f.: die aus Peru eingeführte Pflanze helianthus annuus, auch sol indianus(indiani- sche Some) g genannt nach der Sonnengestalt der großen hochgelben Blume, die sich überdies auch nach der Sonne in deren Laufe kehrt, 1578 bei Lonicerus 306 b Sonnenblume, 1777 in Millers Siegwart 2,178 Sonnenrose. Auch andre Pflan- zen heißen so, insbes. helianthemum chamae- cistus(1561 bei Cordus) u. cichorium intybus (Wegwart, 1533 bei Rößlin 129 b). Sonnen- fackel, f.: hellerer Fleck auf der Sonnen- scheibe, 1676 bei Francisci Lusthaus 798. Son- nenfinsternis, f., 1537 b. Dasypodius Sonnen- finsternuß, dafür mhd. sunnenfinsterf. Sonnen-


