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Gegensatz zur kalten(s. Winter), im 15. Jh. köln. sommer, somer(Kölner Gemma 1495 H 2⁰), wie schon md. um die Mitte des 14. Jh. somer(Liv- länd. Reimchron. 1625), aus dem Md. b. Luther Sommer; dazu mnd. sommer, samer, mndl. somer, nndl. zomer, afrs. sumur, summer, ags. sumer, su- mor m., engl. summer, anord. sumarr m., sumar n., schwed. sommar m., dän. sommer. Urverw. mit glbd. air. sam(rad), arm. amafn«Sommerꝰ, am&Jahrꝰ, gr. uépa f.«Tagy, aw. ham«Som- merꝰ, skr. säm«(Halb)jahr». S., fliegender S. in der Bed.«Altweibersommer, Marienfaden, Sommerflugy, eig. Gewebe, das im Frühjahr den Sommer bringt und mit dem er im Herbst wegfliegts», 1654 b. Frischbier preuß. Wb. 2, 344 a. 4B L. sommerlich, adj., mhd. sumerlich, md. um 1300 somerlich, ahd. sumarlah. sommern, v. imp.: Sommer werden, mhd. sumeren. söm- mern, v.: den Sommer hindurch erhalten(1538 in Ost. Weist. 4,29, 27 summeren, Ende d. 16. Jh. sümern 5, 634, 1); mit Sommerfrucht bestellen (1731 bei Zincke öcon. Lex.); in die Sommer- sonne bringen(ebd.);(intr.) von Bäumen, trei- ben, Schatten geben(ebd.). sommers, adv.: während des Sommers, im Sommer, mhd.(des) sumers. ZUS. Sommerfleck, m.: Kleiner gelb- licher Hautfleck bes. im Sommer, 1580 b. Sebiz Feldbau 72 Sommerflecken. Sommerfrische, f.: Erholungsaufenthalt auf dem Lande im Som- mer, so 1792 bei Klein Prov.-Wb. 2, 157 als öst., aber schon 1648 in Tirol Fyrisch f.(Schöpf 155), allgemeiner 1473 im Boccaccio 576, 32 und 564, 20 K. frische f.«Erholung an der frischen kühlen Lufty; in der Bed. Ort des Sommeraufenthalts- 1838 bei Beda Weber Tirol 2, 213. Vgl. Zfd W. 1, 78. Sommerlatte, f., s. Lode. Sommer- Jaube, f. Gartenlaube(Luther 3, 223 2 Sommer- leube); in ältrer Bed. bedeckter Söller, luftiger Vorbau an einem Hause(Richter 3, 20 und 24, 1482 im Voc. theut. ffꝰ asumerlaub). Sommer- sprosse, f.(Pl.-n): Sommerflfeck(s. d.), 1711 bei Rädlein Sommersprossen, 1610 bei Colerus Hausb. 6, 287 die Sprussen im Angesicht, mud.
sprote, sprute u. sprotele, sprutele, nnd. sömmer-
gpotte, engl. Spot«Fleck». Sommertürchen, Sommertürlein, n.: Name mehrerer Früh- lingsblumen, die gleichsam den Sommer eröff- nen, bes. das Schneeglöckchen(1588 bei Taber- nämontanus Sommerthürlein, 1645 bei Colerus Cal. 36 b Sommerthörichen,-thörlein, in Mittel- dtschld. Sommertierchen, wie schon 1584 bei Uhland Volksl. 385 Sommertierlein), aber auch das Gänseblümchen(1616 b. Henisch Sommer-
henneb. Id. 1, 210 Sommerthürle). Sommer- vogel, m.: Schmetterling, im 15. Jh. somer- vogel(Ahd. Gl. 2, 625, Anm. 4).
Somnambüle, f.(Pl.-n): Schlafwandlerin, Mondsüchtige. 1795 bei Kinderling Reinigk. d. d. Sprache 331, aus frz. somnambule«schlafwan- delnd, hypnotischy, von lat. Ssomnus m. Schlaf u. lat. ambulare cumhergehen⸗. Somnambu- lismus, m.: Schlafwandrung(1787 im deutsch. Museum[2] 305), nach frz. somnambulisme m.
sonâch, konj.: demnach, folglich, bei Les- sing 8, 111.
Sonäte, f.(Pl.-n): Musikstück aus drei bis vier Sätzen für ein Musikinstrument mit oder ohne Begleitung. 1717 bei Nehring. Im 17. u. der 1. H. des 18. Jh. musikalisches Vorspiel vor einer Singstimme, so 1673 bei Weise Erzn. 190, aus glbd. ital. sonata f., von ital.-lat. sondre c«klingen, schallen?, im Ital.«auch auf einem Tonwerkzeug spielen?.
Sonde, f.(Pl.-n): Senkblei; Sucheisen des Wundarztes. Beides 1712 bei Hübner, aus glbd. frz. sonde, span. sonda f. sondieren, v.: mit dem Senkblei, dem Sucheisen untersuchen od. erforschen(im 17. Jh., 1703 im Zeit.-Lex.); for- schend prüfen. Aus glbd. frz. sonder, span. sondar.
1sonder, adj.: für sich abgetrennt, von an- derm geschieden. Mhd. sunder, bei Luther sonder, heute aufier Gebrauch(s. besonder), doch noch bei Herder Stimmen d. Völk. 525 u. 1802 b. Klamer Schmidt kom. Dicht. 193. Vom Adv. sunder, s. das folg. Wort.
2sonder, Präp. mit Akk.: ohne. Jetzt nur nochin adverbialen Redensarten(z. B. s. Zweifel, sondergleichen). Seit dem 16. Jh. sonder, mhd. sunder, frühmhd. sunter, sowohl Präp. mit Akk., Dat. od. Gen., als auch Adv.«abgetrennt, einzeln, besonders» u. Konj. causgenommen, außer, nur, aber, gleichwohl, indessen, vielmehr», ahd. suntar nur als Adv.(als solches einmal auch suntari) u. als Konj.«sondernꝰ, auch in suntar cinsonders»; dazu asächs. suꝝ᷑dar Adv.«abge- sondert, besonders»(in gleicher Bed. an sun- dron, eig. Dat. Pl. des Adj.), andfrk. sundir Präp. mit Akk., mnd. Sunder Präp. mit Gen. u. Akk. u. Adv.«ausgenommen, jedoch, aber», mndl. sonder, nndl. zonder Präp., afrs. sunder, sonder Präp. mit Dat. u. Akk., ags. su³dor Adv.«bei- seite, jedes für sich, in abweichender Weisey, engl. asunder«entzweiy, anord. su Adv. cent- zweiy(gew. ⁊ sundy), got. sundrAdv. cbeiseits, alleiny. Urverw. mit gr. ârep«ohne», aind. sanu- ktär«weit hinweg», u. ferner mit air. sain«ver-
thierlin) u. der Huflattich(1793 bei Reinwald schieden, besonderss, lat. sine«ohney, aw. hanar⸗


