Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
883-884
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883 Sohle

Sole 884

2Sohle, f.(Pl.-n/): die Schollenart pleuro- nectes solea. 1541 bei Frisius 802² Solen f., 1563 in Forers Fischbuch 53 b ff. Meersolen f., benannt nach der Ahnlichkeit des schwimmen- den Fisches mit einer Schuhsohle(s. ¹SoOhle, Zunge, Scholle), wie auch lat. solea f. sowohl die Sandale als diesen Plattfisch bedeutet; entspre- chend engl. sole, schwed. sola f., frz. sole f., ital. soglia, port. solha f.«Meersohley.

Sohn, m.(els, Pl. Söhne): männliches Kind in Beziehung auf seine Eltern; auch Schwieger- sochn(Luther 8, 126 2). In urspr. Bed. mhd. san m.(Pl. süne), ahd. sun(u) m.(Pl. suni), md. son(e) m., daher bei Luther Son; dazu asächs. sund, mnd. sone, nndl. 200n, afrs. Sund, Sune, son, ags. Sunz, engl. sun, anord. son(r), sun(r), schwed. son, dän. sôn, got. sunsts m. Urverw. mit glbd. abg. synl, lit. sünds, aind. sünts m. «Sohny, ferner mit air. suth«Geburt, Fruchta, aind. sutds«Sohnꝰ, säté«sie gebiert», und gr. viõc, vibc m.«Sohn». 4L. Söhnerin, auch Söhnin, f.: Schwiegertochter. Bayr.-schwäb.- schweiz. Ersteres 1741 b. Frisch, letzteres 1586 bei Frischlin nomencl. 151.

söhnen, v. in aus-, versöhnen, noch b. Luther söhnen(s. sühnen).

sohr, adj.: trocken, dürr. Im Ndd. weit ver- breitet. Mhd. b. Jeroschin sör, mnd. soor. Dazu ndl. 200r, ags. séor, engl. sear«dürr, vertrock- nety. Urverw. mit gr. adoc«trocken, dürr', lit. sassas, lett. Sduss trocken, nüchterno, abg. sachai ctrocken, auch wohl mit aind. süςεtlαʒ«trocken». 4BL. sohren, v.: vertrocknen. Mundartl. in ganz Dtschld. verbreitet. Md.(ver)soren, ahd. arsõrén; dazu ags. séarian«verdorren?.

Soirée(spr. soaré), f.(Pl. n): Abendgesell- schaft,-unterbaltung. Das glbd. frz. soirte f. von soir m. Abend. 1834 bei Petri.

Soja, f.(Pl. wie Sg.): scharfe Brühe, Tunke, eig. aus der ind. Sojabohne hergestellt. Bei Voß Abendschmaus.

Solawechsel, m.: Eigenwechsel, nur in einem Exemplar, d. h. ohne Duplikat ausge- stellter Wechsel. 1712 bei Hübner. Von ital. sola f. von solo, lat. Sôlus allein?.

solch, Pronominaladj.: so gestaltet, so be- schaffen. Mhd. sol(c)ch, sölch, daneben söllc, selch, sellc, md. auch sal(i)ch, suül(i)ch, ahd. solih, sadin; dazu asächs. suli, mnd. Sol, Sulkr, Susck, mudl. su⁴, nndl. zulk, afrs. sellech, selk, salk, sal(li)ck, sul,, sek, ags. stwilc, Sawelc, engl. such, anord. slaer, schwed. slik, dän. slig, got. stoaleilcs (entsprechend hoileiks«welch», s. d.). Zgs. aus so u. lich(s. d.), eig.«solche Gestalt habend».

Sold, m.(els, Pl.-e): Lohn, Geldbezug für Kriegsdienst, insbes. für niederen. Mhd.(um 1200) solt m.(Gen.-des)«Lohn für Dienst, Be- zahlung, Schenkung, Gabe», aber(mit Anknüp- fung an sollen) auch«Schuld, Pflicht, Unter- stützung», mnd. solt, tzolt n.«Sold». Uber fræ. solde f.«Lohn, Bezahlung für Kriegsdienst» aus ital. soldo m. ckleine Münze?(frz. sou m.), dann Geldbezug für Kriegsdiensty, von mlat. Soldlas m., lat. Solidas m.«Goldmünze im Werte von etwa einem Dukaten, später fast nur der Hälfte, dann auch eine Silbermünze von verschiednem Wertes, von lat. solichus«fest, dicht», also urspr. Dickmünze, im Gegensatz zu der aus Metall- blech geschlagnen). Soldät, m.(-en, Pl. =en): für Sold dienender Krieger; Krieger über- haupt. Wahrsch. durch die ital. u. span. Söld- ner des 16. Jh. in Aufnahme gekommen, bei Luther 7, 2782 des Bapsts Soldaten, 1546 bei Liliencron 4, 393, 6 S., in der Zimm. Chron. ²2, 583, 19 der Schulthaiß mit seinen Soldatten, aus glbd. ital. Soldato, span. soldado, frz. soldat m., von mlat. soεε ‿datus, Part. Perf. Pass. von mlat. solidare«Sold geben, besolden», zu lat. soliclas (s. Sold.). Vgl. Söldner. Davon Soldatéska, f.: Kriegsvolk, 1617 im teutschen Michel 12, heute nur mit üblem Nebensinne(Schiller 8, 207), aus ital. soldatesca f. soldätisch, adj., 1617 b. Wallhausen Corp. mil. 218. Soldäten- stand, m., 1650 b. Moscherosch Phil. 2, 538. solden, v.(Goethe 9,367), gew. besolden, mhd. solden clohnen, bezahlen, in Sold nehmenꝰ, wo- neben sold(en)ieren, nach ital. soldare«in Solc nehmen⸗, mlat. Sol(i)dare(s. Soldat).

Söldner, m.(-s, Pl. wie Sg.): besoldeter Krieger;(selten) um Besoldung Dienender. In 1. Bed. mhd. soldenœre, soldener, auch sölner, daneben soldenier(md. soldenr) und soldier(s) m., ahd. scoldiner m. Entl. aus glbd. mlat. Sol- donerius u. sol(C)darius m., ital. soldaniere m. von Solidus, s. Sold.

Sole, f.(Pl.-/): salzhaltiges Wasser zum Salzsieden. Spätmhd. im 15. Jh. Sεl, so¹ f. Salz- brühe», noch bayr. Salch f.«Salzbrühe», in heu- tiger Bed. 1562 bei Mathesius Sar. 178 ² Sahl f., 1587 bei Soranus Sale f., 1663 bei Schottel Sole, 1691 b. Stieler S6(!)!e, 1734 b. Steinbach Sohle, 1784 bei Minerophilus Soole, dazu mnd. sole f. Salzwassery, aber schon 1390 zalen(Krause Wb. der Lüneburger Sülze 148), ferner sal n. (Selt. sol) das kleinste Maß für dieVerteilung der Sole am LüneburgerSalzborn(ebd. 145). Verw. mit Salz, Sülze(s. d.). ZUS. Solei, n.: Ei in Sole gekocht, 1741 b. Frisch Soley, leipz. Sdãlei.