881 Soda
Sohle 882
m. Ziehbrunnen, Brunnen, z. B. bei Frenssen); das Wasser zu einem Gebräu(1755 b. Richey); die auf einmal versottne Soole(1784 b. Jacobs- son). In den ersten 3 Bedd. mhd. sét m. n., auch von dem siedenden Schwefel u. Pech der Hölle; dazu mnd. soôt m. Brunnen, Salzborn, Siedung (C. 180de), afrs. säth, sãd m.«Brunnenꝰ, Ssöth Brühe), ags. S6.ςᷣ m.«Brunnen, See, Schlund, Grube», anders anord. saudr m. Widderv, eig. cdas zum Sieden bestimmte Opfertier», got. saups m. Opfero, aber gutnisch saupr«Sprudel- quelle». Von sieden(s. d.), wovon auch anord. sod n. Brüher. ZUS. Sodbrunnen, m.: Zieh- brunnen, 1556 bei Frisius 1095 b.
Soda, f.(ohne Pl.): kohlensaures Natron, früher aus der Asche von Strandpflanzen(bes. des Seesalzkrautes, salsola soda), jetzt aus Koch- und Glaubersalz gewonnenes Laugensalz. Im 18. Jh. aus glbd. ital.,(urspr.) span. u. port. soda f., viell. von lat.*salida«salzig zu sal n. Salzy.
sodänn, adv.: gleich darauf, mhd. sô danne.
Sodbrennen, s. 180d.
1Sode, f.(Pl.-n): Salzsiederei. 1490 söde neben saltzsöden f. bei Mone Zeitschr. 2, 286, salzsõde f. 1436 im Frankf. Bürgermeisterbuch, dafũr ahd. salzsuti n.«Salzsiederei?, mnd. 1388 sOt m. Salzborm(Krause Wb. der Lüneburger Sülze 150), ags. sealtséah m.«Salzbrunneny. Von sieden(s. d. und ²S0d).
2Sode, f.(Pl.-n): Torfscholle, ausgestochnes Rasenstück. In Niederdtschld., mnd. sode, nnd. auch m., afrs. Sãtha, sãda m., dazu mndl. soode, soede, nndl. 20de, z00d f., mengl. sodde, engl. sod Rasen, Erdscholle». Viell. zunächst vom aus- gestochnen, zur Feurung beim Kochen ge- brauchten Torf», u. dann zu sieden(s. d.).
Sodomit, m.(-en, Pl.-en): widernatürlich Unzüchtiger, Knabenschänder, mhd. sodomite m.(Schilter Thesaurus 2, 100, 23), 1588 b. Ring- waldt getr. Eck. Vorr. Sodomiter, aus lat. Sodo- mita m.«ein Einwohner von Sodomy(lat. So- doma, hebr. Sédom) u. dann, weil nach 1. Mos. 19, 4— 9 die Leute dieser Stadt widernatürliche Unzucht trieben, in obiger Bed. 4L. Sodo- miteréi, f., 1597 bei Ayrer hist. Proc. 3, 6, da- für 1534 bei Agricola Sprichw. 320 Sodomery f. sodomitisch, adj., 1527 b. Luther 24, 734, 1 W.
S06ben, adv., b. Schiller Karlos 3, 7 So eben.
Sofa, n.(*s, Pl.-s): türkische Polsterbank zum Ruhen. Im 17. Jh.(Nehring 1694 Soffa), nach glbd. frz. sopha, sofa m., ital. sofd f. aus arab. suffa«Ruhebank vor dem Hauses. Zu- nächst in der Bed. langes orientalisches Ruhe- bett oder Polstersitz entlang der Wand, dann
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
seit der Mitte des 18. Jh. auf das deutsche Lotter- bett übertragen(vgl. Kanapee), im 18. Jh. meist als M. nach französ. Vorbild, das Ntr. 1780 bei Göckingk Ged. 1, 267.
soférn, conj., schon mhd. sõ verre«wenn» (Basler Bischofsrecht 2, 6. 11, 6. S. 30), bei Lu- ther so fern 2. Chron. 6, 16.
Soff, m.(els): über- u. unmäßiges Trinken, Betrunkenheit(1602 bei Kirchhoff mil. discipl. 229); schlechtes, verächtliches Getränk(1603 bei Rollenhagen ind. Reisen 115). Alternhd. 1590 im Garg. 334 Soff m.«Schluck, Zug», im 15. Jh. Soff, suff«suppe»(Diefenbach gl. 543²). Von saufen(s. d. und Suff). 4BL. Söffer, Söffel, Söffling, m.: unmäßiger Trinker, Be- trunkner. Im 18. Jh.
Soffitte, f.(Pl.-n): Bühnendecke, Bühnen- himmel. Aus ital. soffttto m., soffitta f.«ZLim- merdecken. 1834 bei Petri.
sofrt, adv.: darauf ohne Verzug, 1595 bei Rollenhagen Froschm. 1, 1, 6, 64. Sogür, adv.: eine Steigrung in der Rede anzeigend, 1561 bei Maaler so gar, 1691 bei Stieler sogar. S. so.
Sog, m.(-Lels, Pl.-e):(Seem.) Strömung am Schiffskiel, Kielwasser. Dazu glbd. ndl. z0g. Viell. zu saugen. 1757 b. Eggers Soge. Vgl. DW.
sogenannt, adj.: den Namen führend nicht ohne Zweifel, ob mit Recht. 1711 bei Rädlein so genannt.
soggen, v.(in den Salzsiedereien): in Trop- fen durchdringen u. abfließen;(vom Salze) sich körnend beim Sieden auf den Boden sinken. 1780 bei Adelung sogen, 1741 bei Frisch sooken, soogen, der es mit obd. sich sacken«sich setzen⸗ verbindet. 1557 b. Agricola Bergw. 498 socken.
sogléich, adv.: ohne Verzug, 1691 bei Stie- ler so gleich. sohin, adv., 1540 bei Alberus dict. Oo 1b.
1Sohle, f.(Pl.-n): die Leder-, Holzbeklei- dung der untern Fläche des Fußes; diese Fläche selbst; die Grundfläche eines Stollens im Berg- bau(mhd.); auch die unterste Fläche andrer Dinge(1741 bei Frisch). In den 3 ersten Bedd. mhd. S0) f., in der 1. u. 2. Bed. ahd. sola f.; da- zu and. sola, mnd. sole, sale, mndl. sole, nndl. z00!, ags. Sola f., engl. sole«Sohle?, got. sulja (od. Sul³5) f.«Sandales. Wohl entl. aus(kaum urverw. mit) lat. soléa f.«Fußsohle, Sandalen. 4B. sohlen, v., gew. besohlen, ndrhein. im 13. Jh. solen(Hagen boich van Colne 3802); wie sich stud. jem. etw. aufbinden, belügen»(auch preuß. u. in der Defregger Ma.) dazu verhält, ist unklar. söhlig, adj.:(bergm.) wagerecht. 1778 im Chemn. Bergm. WB.; 1757 bei Egger sohlig.
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