Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
879-880
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879 Skrofel

Sod 880

Skrofel, f.(Pl.-en): Drüsengeschwulst. 1582 b. Lonicerus 58 Scrofeln, mnd. 1483 schro- felen, schrofalen. Aus lat. scrôfaulae Pl.«Hals- drüsen», von lat. scrôfa f.«Zuchtsau», weil die Säue oft mit Drüsenkrankheit behaftet sind. 1813 b. Campe Scropheln, nach mlat. scrophula f. Dazu skrofulös, adj.: drüsenkrank, 1813 bei Campe.

1Skrupel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Anstoß, Be- denklichkeit. Bei Fischart Großm.(Kloster 8, 605) Scurpel(verstellt), clev. 1477 scrupel, aus lat. scrüũpulus m.«spitzes Steinchen», dann Be- sorgnis, Bedenklichkeit, beunruhigender Zwei- feby, dem Dim. von lat. scripas m.«spitzer Stein, Bedenklichkeits. Davon skrupulös, adj.: be- denklich, äüngstlich(Schiller Kab. 3, 1), nach glbd. lat. scruüpulosus, frz. scrupuleuæ(1728 b. Sperander).

2Skrupel, n., früher auch m.(J, Pl. wie Sg.): Drittelquentchen; 10 Linie(1741 bei Frisch). In der 1. Bed. 1562 bei Mathesius Sar. 2362 u. 237² Scrupel, bei Frisius 1541 783 Sorupal n. u. 1556 1190² Scrupel u. Scrupelgwicht n., schon 1477 clev. scrupel«Sandkörnchen, Ge- wichtteilcheny, aus glbd. mlat. scrupulus m., lat. scräpulum n.(s. 1Srupel).

Skulptür, f.(Pl.-en): Bildhauerkunst; Bildhauerarbeit. Das glbd. lat. sculptära f. 1801 bei Campe.

Skuner, älter für Schoner(s. d.).

skurril, adj.: possenhaft. 1801 bei Campe neben dem im 18. Jh. üblichen skurrilisch. Aus glbd. lat. scurrilis zu scurra m.«Possenreißery.

Slave, Slawe, m.(7n, Pl.-n), Völkername. Bei Jordanes im 6. Jh. nach byzant. Benennung Sclaveni(s. Sxlave), zur Zeit Karls des Gr. mlat. Sclavi, noch 1537 bei Dasypodius die Sclaven, Selavini vel Sclaui, aber in ihrer eignen Sprache russ. Slaujanini, abg. Slovénink, Pl. Slovene. Daher mhd. slave m.«Knechtꝰ, urspr. ckriegs- gefangner Slaven. Die deutsche Bezeichnung der Slaven war mhd. Wint, Winde m., Pl.-den, nhd. Wenden, ahd. Winid, Wined, Pl.-a, entspr. lat. Veneti(Tacitus Germ. 46), Vendi(Plinius hist. nat. 4, 13, 97).[Schmalte.

Smack, f., s. Schmack(e). Smalte, s.

Smarägd, m.(-els, Pl.-e): ein schöner grüner Edelstein. Mhd. smaragt(Pl.-gde), smarac, smarät, smareit, smareides m. und schwachfl. smaragde, smarãde m., ahd. sma- ragdus m.(b. Notker als allero steino gruonesto). Aus gr. lat. smaragdus m. f., gr. cudpardoc m. f.

neben udpardoc m., vgl. aind. marakata- m., sowie hebr. bãreget«smaragd»(zu bärag

cblitzem). Vgl. Lewy Fremdw. 57. 4L. sma- rägden, adj., mhd. smaragdan.

smart, adj.: scharf, gewandt. In neurer Zeit aus glbd. engl. smart, eig.«schmerzhaft, schmerzlichy zu Schmerz.

Sneewittchen, s. Schneewwittchen.

So, 1) adv.: in dem Grade; in der Weise; in der Beziehung; in dem Wortlaut, folgender- maßen. 2) konj.: dann, deshalb, wenn, unter der Bedingung oder Voraussétzung usw. 3) an Stelle des Relativpronomens der, die, das(ver- altend). In diesen drei Verwendungen mhd. 86, md. auch, ahd. s(vereinzelt suo); dazu asächs.-mnd. 5, mndl. S00, nndl. 200, afrs. Sa, s0, ags. S, S⁶, Sν6, engl. so, anord. sv, isl. im 14. u. 15. Jh. Sv5, S(b)o, schwed. sd, dän. saa, got. sw Adv.«so?(saoε wie»). Dazu alat. suad .8O, Osk. sval, umbr. suc, lat. so«wenn. Vgl. Brugmann Demonstrativpron. 31. Die eig. Her- kunft u. Entwicklung ist noch dunkel. ZD08. Sobäld, adv. u. konj., bei Luther so bald. Vgl. sodann usw.

Sobränje, n., gew. f.: der bulgarische Land- tag; Versammlung. Jetzt in scherzhafter Rede weit verbreitet. Aus glbd. bulg. sobranje n.

Socke, f.(Pl.-n): kurzer Strumpf. Mhd. soc(e) m.(Pl.-Cke, söcke,-cken), ahd. soc m. (Pl.-Gka), im 16. Jh. F.(H. Sachs 20, 74), aber noch obd. Socken m.; dazu mnd. socke, und. Socken m. Filzschuh⸗, ndl. 20% Sockey, ags. socc m., anord. sokker m.«kurzer Strumpfꝰ, schwed. socka, dän. sok(Me). Aus lat. soccus m. cniedriger leichter Schuh, in den man schlüpfte, ohne ihn zu bindem u. dies aus gr. cuxxic, cuxxdc f.«Art Schuby, das wohl aus dem Orient stammt, vgl. Schauh. 4B L. socken, v.: mit Socken be- kleiden; sich auf die Socken machen, fortgehen (erst in neurer Zeit belegt).

Sockel, m.(s, Pl. wie Sg.): Säulenfuß, Fuß- gestell eines Brustbildes, untrer Absatz eines Hauses usw. Im 18. Jh.(1809 b. Goethe 20, 22, 1781 bei Voch Grandstein, Socle) als Bauwort aus glbd. frz. socle, ital. 20 c010 m., von lat. soc- culus m. ckleiner Schuh, von soccus m., s. Socke.

1Sod, m.(Tels): der mit Aufstoßen einer Flüssigkeit aus dem Magen in die Speiseröhre verbundne brennende Schmerz. Jetzt veraltet. Mhd. sote,(1393) söt m., daneben im 14. Jh. sõdem m., im 16. Jh. auch Sat m.(Garg. 153), mnd. sode das aus dem Magen aufsteigende bren- nende Wallen', eins mit 280d⁴(s. d.). ZDS. Sod- brennen, n., 1597 b. Wirsung Arzneib. 362 C.

2Sod, m.(*els, Pl.-e): das Sieden, Aufwal- len; die Brühe; der Brunnen(noch nd. 50d, Sôt