Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
877-878
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877 Skioptikon

Skritzler 878

Skiöptikon, n.(-s, Pl. Nen u. 5): Bild- werfer, Apparat, um Bilder an der Wand zu zeigen. Gebildet aus ckid f.«Schatten» und einer Abl. von oôr- sehen*.

skisieren, v.:(refl.) sich aus dem Staube machen. 1781 b. Kindleben als stud., 1791 b. Roth allgemein. Aus dem Tarokspiel entl. u. zurück- gehend auf frz. s'eæcuser«sich entschuldigen.

Skizze, f.(Pl.-n): füüchtig entworfne Zeich- nung; Umrif, erster flüchtiger Entwurf(Schil- ler 8, 414). In der l. Bed. 1741 b. Hübner Skitze f., 1630 scizzo(noch beim j. Goethe 1, 302 ein Skizzo), aus ital. schizzo m.«erster Entwurfs, von lat. schedium n. aus dem Stegreif ver- fertigtes Gedicht», dem subst. Ntr. des gr.lat. Adj. schedios, gr. cedioc«in der Eile gemacht, leichthin, aus dem Stegreif gemacht, urspr. cnahe, baldig, unerwartet». skizzieren, v.: in denersten Zügenentworfen(Wieland Mus. 116), 1780 bei Adelung skiziren, nach ital. schizzare.

Sklave, m.(-n, Pl.-n): als rechtlos u. Eigen- tum angesehne männliche Person. Im 15. Jh. schiclefe m.(Altswert 252, 31), gslaff m.(Wol- kenstein 77, 11), 1541 bei S. Franck Sprichw. 2, 155 2 Sclave m., 1556 bei H. Staden Kap. 36 Schlave m., hervorgegangen aus der byzantini- schen Benennung der südslaw. Völker xkaunvoi, EKXaßnvoi(im 6. Jh. n. Chr.), woneben im Sg. EXXdßBoc(um 580), auch schon«Sklaven(Zfd W. 9, 21. 315), ngr. c««dßoc«Diener», daher in Ita- lien im 8./9. Jh. mlat. Sclavi als Bezeichnung der als Leibeigne verkauften slawischen Kriegs- gefangnen und danach auch in Deutschland Sclavi«slawische Unfreie in den Ostmarken» (853 im Urkundenbuch des Landes ob der Enns 2,22 u. in einer das Bistum Würzburg betreffen- den Urkunde von 923 im Monum. Germ., Diplom. regum et imperat. Germ. 1, 45, 27), ebenso bei den spanischen Arabern im 10. u. 11. Jh. Sikläb, Pl. sakãälibah«von den Deutschen in die Skla- verei verkaufte slavische Kriegsgefangne», aber mhd. zu Anfang des 14. Jh. slave m.«Knechty (s. Slawwe), entsprechend nd.-mndl. slave, nndl. slaa, engl. slave, schwed. slaf, dän. slave«Skla- vey, während sich in den romanischen Sprachen mlat. Sclavus fortsetzt, ital. Schiavo, frz. esclave, afrz. esclas, esclaf, span. esclavo m.«Sklave?. 4BL. Sklaveréi, f., 1654 bei Logau 2, 10, 21 Scklaverey, 1664 b. Duez Schlaverney, ndl. 1598 slavernij f. Sklavin, f., 1678 b. Krämer. skla- visch, adj., 1678 bei Krämer schlavisch.

Skolion, n.(s, Pl.-ien): Tischgesang. 1747 bei Hagedorn Scolie f. Aus gr. cköxiov n. (zu ergänzen ueNvoc n.«Lied»)«Tischlied, von

den Gästen wechselnd je nach Neigung und Ge- schicklichkeit, nicht der Reihe nach, zur Lyra gesungen, Zickzacklied, eig. Ntr. des Adj. cxoNlc«krumm, gewunden, geschlängelt».

Skolopénder, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Tausendfuß, Assel. Im 18. Jh. aus glbd. gr. lat. scolopendra f., gr. ccoxonévdpa f. neben ckxox«o- revdpoc m.[m. statt disconto.

Skonto, n.: Diskont(s. d.), aus ital. sconto

Skorbut, m.(JLels, Pl.-e): Scharbock. 1703 b. Wächtler, aus spätmlat. scorbatus m.(s. Schar- boch). 4B L. skorbütisch, adj., 1741 b. Frisch.

Skorpiön, m.(-els, Pl.-e): das stechende giftige Insekt scorpio; ein Sternbild im Tier- kreis, in das die Sonne um den 21. 10. eintritt (1592 b. Colerus Cal. 0 2 b); die Stachelpeitsche (bei Luther 1. Kön. 12, 11). In der 1. Bed. mhd. sc(h)orpiön m. neben sc(h)orpe m., ahd. Akk. scorpiôn, mnd. schorpie f., aus glbd. lat. Scorpio m.(Gen.-iönis), im biblischen Latein«Marter- werkzeug mit Stachelny.

Skorzönere, f.(Pl.-n): die Schwarzwurzel. 1721 bei Jablonski Scorzoner, aus glbd. ital. scorzoneraf., von ital. scoræone m. ceiner giftigen Schlangenart(eine Ableitung von scorza f. «Baumrinde»), da man die Pflanze gegen den Schlangenbiß für heilkräftig hielt, jedoch mit spätrer Umdeutung der Endung-nera auf ital. nero, Fem.-nera«schwarzo.

Skribént, m.(-en, Pl.-en): Schriftsteller, häufig seit dem 16. Jh.(b. Luther 6, 92 Scribent, aber 3, 338 2 Bachschreiber), seit Liscows Satire die Vortreflichkeit und Nohtwendigkeit der elen- den Scribenten(Schriften 1739 S. 473) allmüh- lich mit verächtlichem Nebensinne. Vgl. ZfdA. 9, 193. Aus lat. scribens(Gen.-tis)schreibend, Part. Präs. von lat. scribére«schreiben»(s. d.).

Skribler, m.(-s, Pl. wie Sg.): schlechter Vielschreiber. Bei Lessing 8, 203, mit lat. En- dung bei Hagedorn 1, 93² Scriblerus, von skri- beln(1773 b. Merck Rhapsodie 6), ahd. scribilön cfort und fort, viel schreiben», zu ahd. scriban «sChreiben»(s. d.).

Skriptür, f.(Pl.-en): Schriftstück. Schon im 14. Jh. ndrhein. schriftare f., aus lat. serip- türa f.«schriftliche Darstellung, Schriftwerk', von scriptas, Part. Perf. Pass. von lat. scribére «schreiben»(s. d.).

Skritzler, m.(*s, Pl. wie Sg.): fingerfertiger gewerbsmäßigerSchreiber, nur in verächtlichem Sinne. Bei Schiller Räuber 2, 3. Eine Misch- form von Skribler und Kritzler, wohl angel. an eine ital. Form wie scrizione f. das Schreiben (aus lat. seriptio f.).